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Zum Geburtstag des Märchenkönigs

Flammende Verehrung für Ludwig II.

Oberammergau - Zum 128. Mal haben die Oberammergauer am Vorabend seines Geburtstages König Ludwig II. mit Bergfeuern gedacht.

Es gibt sie, die Geheimtipps. Orte in Oberammergau, von denen man einen sehr guten Blick auf den Kofel, den Laber und den Aufacker hat. Die beste Aussicht auf die stimmungsvollen Bergfeuer zu Ehren von König Ludwig II. hatte am späten Mittwochabend aber nur einer: Ein Drachenflieger zog hoch über dem Dorf seine Kreise – gekennzeichnet mit roten und blauen Lichtern. Aus derart luftiger Höhe betrachtet waren die brennenden Bilder und die vom Feuerwerk erleuchteten Berghänge, die auf den gestrigen Geburtstag des Märchenkönigs eingestimmt haben, sicher noch beeindruckender.

Wobei man in der Luft eines nicht mitbekommen hat: die ganz besondere Stimmung, die an diesem Abend im Dorf herrscht. Parkplätze sind Mangelware, die Straße dafür voll mit Menschen. Weder auf den Terrassen der Restaurants noch auf den Ammerbrücken war ein Platzerl frei. In so manchem Vorgarten saßen Menschen bei Kerzenschein zusammen, viele Hobbyfotografen hatten Stative dabei, andere ließen es ganz entspannt angehen und lagen auf einer Decke am Ammerdamm. Der Blick der Menschen war dabei stetig gen Berge gerichtet. „Wann geht es denn endlich los“, sagte ein Bub am Hotel Bold zu seiner Mama. Sie riet ihm, in Richtung Kofel zu schauen, wo am Hang immer wieder mal Lichter aufblitzten. „Gleich kommt der Drache, der das Feuer macht“, flüsterte er mit einem Lächeln. Ganz so war es dann nicht.

Doch als um 21.15 Uhr Raketen den Startschuss für die 128. Geburtstagsfeier gaben, das große Kreuz am Hang und die Krone am Kofel-Gipfel immer mehr in Flammen aufgehen und von der Kreuzigungsgruppe die Musik erklang, da wurde auch der kleine Bub ganz staad. Es sind Gänsehaut-Momente wie dieser, die diesen besonderen Abend ausmachen. Ähnlich stimmungsvoll ist es, wenn die Feuermacher mit ihren Fackeln zurück in den Ort kommen. In ihren Gesichtern: Stolz und Freude. Darüber, dazu zugehören und die Tradition der Feuerbilder weiterzuleben. Wer alle sehen möchte und es ruhiger mag, der könnte zum Beispiel zu dem Feldweg gehen, der im Norden Oberammergaus von der Straße „In der Breitenau“ abgeht. Dort hat man einen fantastischen Blick auf die Symbole, die seit 1888 Tradition im Dorf haben. Besser geht es eigentlich nur von der Luft aus. Aber dann müsste man tatsächlich ein Drachenflieger sein. . .

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