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Drei der vier Vorstandsmitglieder des neuen Unternehmervereins: (v. l.) Franz Hummel, Grit Fugmann und Sebastian Kramer.

Region rangiert bundesweit im Mittelfeld

Landkreis startet Aufholjagd

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Garmisch-Partenkirchen - Erfolgreiche Unternehmer haben die Initiative ergriffen und versuchen, die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises positiv zu beeinflussen. Erster Schritt war die Gründung eines Vereins.

Irgendwie ist der Landkreis Garmisch-Partenkirchen von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in Oberbayern abgehängt. Und das nicht erst seit heute. Das dokumentiert sich an vielen kleinen Dingen. Ganz besonders plakativ wird es, wenn die Bundesagentur für Arbeit jeweils am Monatsende den neuen Arbeitsmarktbericht vorlegt. Die Region ist bei den Arbeitslosenzahlen stets Schlusslicht. Während zwischen Mittenwald und Spatzenhausen die Quote 3,0 Prozent beträgt, schneiden die umliegenden Landkreise Weilheim-Schongau (2,2 Prozent) und Bad Tölz-Wolfratshausen (2,5) deutlich besser ab. Im Ranking der deutschen Landkreise, von denen es 295 gibt, belegt Garmisch-Partenkirchen mit Rang 139 lediglich einen Platz im Mittelfeld. Beileibe kein Renommee für eine der schönsten Regionen der Republik, die sich in puncto Wirtschaftskraft jedoch fast auf dem Niveau der ehemaligen Zonenrandgebiete bewegt.

Es muss etwas passieren. Das dachten sich auch Firmenchefs, die den Status quo nicht länger akzeptieren wollen und die Initiative ergriffen. Seit 2014 fanden immer wieder mal Gespräche statt, angestoßen von der Politik. Ganz besonders stark engagiert hat sich dabei Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Jetzt gibt es ein Ergebnis. Vor fast zwei Wochen gründete man im Parkrestaurant Adlwärth den Verein „Unternehmer in Landkreis Garmisch-Partenkirchen“. Ihm gehören derzeit 20 Mitglieder an – darunter die Autohäuser Heitz und Hornung, Gaplast, die Kreissparkasse und die VR-Bank, die FH-Holding und Langmatz –, die rund 3500 Arbeitsplätze repräsentieren. Alles Betriebe von Bedeutung. Der Verein steht aber jeder Firma offen. „Wir wollen die Interessen des gesamten Landkreises vertreten“, sagt Vorsitzender Sebastian Kramer, im Hauptberuf Wirtschaftsförderer und Geschäftsführer der Zugspitz Region GmbH, die früher als Kreisentwicklungsgesellschaft (KEG) firmierte. In anderen Regionen gibt es Vereine dieser Art seit längerem. „An ihnen haben wir uns orientiert“, erklärt Kramer.

In der Gesellschafterversammlung und im Beirat Gewerbe der Zugspitz Region – beide Gremien sind stark von der Politik dominiert – soll der neue Verein Sitz und Stimme bekommen. Diese Position übernimmt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Gerhard Lutz, bis vor wenigen Wochen noch Chef der IHK im Landkreis.

Die Unternehmer wissen, wo dem Landkreis der Schuh drückt. Es fehlt an Entwicklungsmöglichkeiten Gewerbeflächen oder an bezahlbarem Wohnraum für die Arbeitnehmer. „Wir sind weit zurückgefallen“, sagt Franz Hummel, der dem Verein als Schatzmeister angehört. „Wir müssen uns anstrengen und aufholen.“ Als Industrie-Standort hält er den Landkreis für ungeeignet. Man dürfe „nicht in Aktionismus verfallen“, meint Sparkassen-Vorstand Grit Fugmann. „Wir müssen uns am Machbaren orientieren.“

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