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Im Wald: Das Gebäude befindet sich inmitten von Bäumen zwischen Sallach und Brand.

Keine Baugenehmigung für Waldhütte 

Schwarzbau: Landratsamt fordert Abriss

Schöffau - Es schaut nicht gut aus für den Eigentümer einer Waldhütte in Schöffau. Offenkundig konnte der Mann beim Landratsamt Garmisch-Partenkirchen keine Baugenehmigung präsentieren. Nun hat die Kreisbehörde kürzlich die Beseitigung angeordnet. Dies teilte Sprecher Stephan Scharf auf Nachfrage mit.

Er verwendet dabei erstmals den Begriff Schwarzbau. Wie berichtet, landete beim Tagblatt ein anonymes Schreiben im Postkasten. Darin war von einem „Wohnhaus-Schwarzbau mitten im Wald zwischen Brand und Sallach (Gemeinde Uffing)“ die Rede. Die Redaktion wurde hellhörig, ging der Sache nach, erkundigte sich beim Landratsamt. Die Kreisbehörde stellte dann fest, dass für das dortige Holzhaus keine Baugenehmigung vorliege. Es handle sich um „ein zweigeschossiges Gebäude mit Keller“ und sei „offenkundig für den Aufenthalt von Personen bestimmt“, sagte Scharf im Frühjahr. 

In der Folge verhängte dass Landratsamt einen Baustopp. Angesichts der vor Ort befindlichen Arbeitsgeräte und Arbeitsmaterialien gewannen Mitarbeiter den Eindruck, dass an dem Gebäude allem Anschein nach bis kurz vor der förmlichen Baueinstellungsanordnung gearbeitet wurde. Der Eigentümer bestritt, dass es sich bei der fünf auf sieben Meter großen Hütte um einen Schwarzbau handle. Er verwies unter anderem darauf, dass die Hütte dort seit 1945 stehe. „Das ist nachgewiesen.“ 

Er schaffte Unterlagen heran, aber er konnte die Fachleute in der Kreisbehörde anscheinend nicht überzeugen. Diese hatte in der Vergangenheit auch angedeutet, dass das Gebäude so verändert oder erweitert worden sei, „dass die Baumaßnahme einem Neubau gleichkommt“. 

Bereits im Mai hatte das Landratsamt die Gangart verschärft. Damals fragte es den Eigentümer, ob er mit einem freiwilligen Abbruch bis Ende Juni einverstanden wäre. Nun hat die Kreisbehörde jedenfalls „mit einem Bescheid die Beseitigung des Schwarzbaus förmlich angeordnet“, wie Scharf mitteilt. „Eine mögliche Klage dagegen wurde bislang nicht erhoben, jedoch ist die Frist zur Klageerhebung noch nicht abgelaufen.“ Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, würde dieser am Verwaltungsgericht München verhandelt. 

Einige Dinge bleiben im Unklaren: Zum Beispiel lässt Scharf offen, bis wann der Eigentümer das Holzhaus abbrechen muss, falls er nicht klagen sollte. Der Behördensprecher bittet um Verständnis, dass man „zu einem noch laufenden Verfahren keine näheren Auskünfte geben“ könne, „schon allein zum Schutz des Betroffenen“. 

Der Besitzer des Gebäudes will sich aktuell gegenüber dieser Zeitung nicht äußern. So bleibt unklar, ob er vor Gericht ziehen wird. Wenn das Landratsamt eine solche Entscheidung gefällt hat, bekommt die Gemeinde Uffing einen Abdruck. Ansonsten hat sie mit dem Thema nichts zu tun. „Wir sind da im Prinzip außen vor“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister Josef Diepold (Wahlgemeinschaft Uffing).

Roland Lory

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