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Ein riesiges Gebiet von 44 000 Hektar umfasst der Forstbetrieb Oberammergau, dem Meinhard Süß seit 2005 vorsteht.

Wechsel beim Forstbetrieb Oberammergau

Meinhard Süß geht im Sommer in Pension

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Oberammergau - Mit 65 Jahren ist Schluss: Meinhard Süß geht. Der Forstbetrieb Oberammergau bekommt zum 1. Juli 2016 einen neuen Chef.

Für Christian Wolff war im Dezember 2013 die letzte der 321 Folgen abgedreht. Als TV-Förster Martin Rombach der ZDF-Erfolgsserie „Forsthaus Falkenau“ vermittelte der bekannte Schauspieler einem Millionenpublikum eine mehr oder wenige heile Forstwelt. Nach einer Dreiviertelstunde folgte stets verlässlich ein Happy End. In vier Monaten geht nun Meinhard Süß (65), seit 1998 Chef des Forstamts Oberammergau und ab 2005 Leiter des Forstbetriebs Oberammergau, in Pension. Mit dem Fernseh-Förster Rombach möchte sich Süß nicht vergleichen: Er lebte und erlebte die Realität, und die konnte mitunter rau, ungemütlich und auch verletzend sein. Und doch würde Süß, wenn er wieder vor die Möglichkeit gestellt würde, „erneut Förster werden, weil es ein wunderschöner Beruf ist.“

Am 30. Juni ist für ihn endgültig Schluss, dann übergibt er das verantwortungsvolle Amt an seinen Nachfolger Nikolaus Stöger aus Oberammergau, bisheriger Chef des Forstbetriebs Landsberg.

„Total interessant, spannend, anspruchsvoll, aber auch fordernd“ – so beschreibt Meinhard Süß seine Zeit beim Forst: „Es birgt eine große Faszination in sich, auf welche Weise man den nachwachsenden Rohstoff Holz nachhaltig nutzen kann.“ Widerstände, wie die jüngste Diskussion im Spannungsfeld Wild, Wald und Jagd, haben bei dem Leiter des Forstbetriebs „keinen Frust hinterlassen“. Er beschreibt’s als „außergewöhnliche Herausforderung“. Bei allen belastenden Dingen hat sich Süß nach eigenen Worten immer dem Auftrag verpflichtet gefühlt, „einen standortgerechten Bergmischwald mit Tanne“ zu etablieren.

Nikolaus Stöger ist der Nachfolger

Den Forstbetrieb Oberammergau bezeichnet der scheidende Leiter als „einen außergewöhnlichen Ausschnitt der bayerischen Landschaft“: Hier gebe es alles, vom Hochgebirge über Schluchten, Moore, Wälder, Wiesen, Seen. Die Vielfalt bringe auch wahnsinnig viele Interessen mit sich und wecke unterschiedliche Begehrlichkeiten. In diesem Spannungsfeld müsse man mitunter Stärke demonstrieren und sich eine dicke Haut zulegen.

Wenn Meinhard Süß nun ab dem 1. Juli nur noch Privatmann ist, freut er sich vor allem darauf, für seine Familie in Polling, wo er daheim ist, für seine zwei Kinder und drei Enkel mehr Zeit zu haben. Auch Radl- und Skifahren sowie Bergwandern sollen dann stärker in den Fokus rücken.

Seit kurzer Zeit entschieden hat die Zentrale der Bayerischen Staatsforsten in Regensburg die Nachfolge: Der Neue ist ein „alter Hase“, der zudem unmittelbar aus der Region kommt: Nikolaus Stöger, geboren in Garmisch-Partenkirchen, aufgewachsen in Bad Kohlgrub und seit 1982 in Oberammergau wohnhaft. Der 60-Jährige leitet noch (seit 2005) den Forstbetrieb Landsberg, vorher war er ab 1993 Stellvertretender Forstamtsleiter in Mittenwald. Der dreifache Familienvater zu seinen Beweggründen, sich für den Chefsessel in Oberammergau zu bewerben: „Für mich ist das nochmal eine neue Herausforderung. Mir ist die Region ja nicht fremd und ich freue mich auch schon sehr darauf. Zum Abschluss meiner beruflichen Laufbahn sehe ich in dieser Chance nochmal ein absolutes Highlight.“

Stöger beschreibt sich „als Förster und Jäger mit Leib und Seele“ und verspricht eine hohe Dialogbereitschaft. Übrigens wandelt auch sein Sohn Maxi (bei der 2000-er Passion in der Rolle des Petrus) auf den Spuren des Vaters: Gerade hat der Jung-Forstwirt sein Diplom in Wien gemacht und beginnt im Juli mit der Referendarzeit in Lohr am Main.

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