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Treffen der Kulturschaffenden: Dazu hat Kulturreferent Robert Allmann (stehend) bereits 2015 eingeladen.

Fraktionsübergreifender Antrag an den Gemeinderat

Großer Rückhalt für einen Kulturbeirat

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Senioren haben ihn, auch für Kinder und Jugendliche gibt’s einen Beirat. Die Kulturschaffenden sind außen vor. Das soll sich ändern: In einem fraktionsübergreifenden Antrag fordern 14 Gemeinderäte, einen Kulturbeirat einzurichten.

Garmisch-Partenkirchen  – Musik, Theater, Kunst, Film, Literatur – die Bandbreite ist enorm. Womöglich fällt’s auch deshalb schwer, die Interessen aller Kulturschaffenden zu berücksichtigen. Neben Richard Strauss, der in Garmisch-Partenkirchen seine Wahlheimat fand, und Michael Ende, der in der Marktgemeinde seine ersten Lebensjahre verbrachte, sind es viele weitere Bausteine, die das kulturelle Leben ausmachen. „Wie die unterschiedlichen Diskussionen, Entscheidungen und Vorträge zur kulturellen Weiterentwicklung des Ortes im Gemeinderat und in den Ausschüssen während der letzten Monate gezeigt haben, stehen wir vor der Herausforderung auch künftig das kulturelle Profil des Ortes zu gewährleisten und weiterzuentwickeln“, erklärt Robert Allmann (SPD), der als Kulturreferent des Gemeinderats fungiert. Deshalb beantragt er die Einrichtung eines Kulturbeirats. Ein Ansinnen, das seine und die CSB-Fraktion sowie Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) und die parteifreien Gemeinderatsmitglieder, Alexandra Roos-Teitscheid und Dr. Christoph Elschenbroich, mittragen.

Der Vorstoß, ein solches Gremium zu gründen, ist nicht neu. Gleich in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats, im Mai 2014, hatte Elschenbroich dieses Thema auf die Tagesordnung gebracht. Und war gescheitert. Mit 27:4-Stimmen abgelehnt. Der Tenor damals: Angesichts der Fülle an neu installierten Beiräten und der Tatsache, dass die Kultur nun explizit beim Tourismus-Ausschuss angesiedelt wurde, wollte man abwarten. Daran erinnert sich Roos-Teitscheid noch gut, die zu diesem Zeitpunkt selbst gegen Elschenbroichs Antrag gestimmt hatte. „In den vergangenen drei Jahren hat sich aber herausgestellt, dass das Ganze oft sehr stiefmütterlich behandelt wurde“, bedauert sie. Somit sei das Frust-Potenzial bei den Kulturschaffenden gewaltig.

Diesen Eindruck teilt Elisabeth Koch (CSU). „Auch wir sehen die Schwierigkeiten, welche derzeit aus den verschiedensten Gründen im Bereich der Kultur im Ort aufgetreten sind – insbesondere die berechtigte Unzufriedenheit der Kulturschaffenden.“ Deshalb unterstützt ihre Fraktion Allmanns Antrag. Entscheidend für sie ist, „dass ein Kulturbeirat aus der Mitte sämtlicher Kulturschaffender des Ortes begründet wird“. Angesiedelt werden sollte dieser bei Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Schließlich „ist ihr zukünftig die Koordinierungsstelle Kultur direkt unterstellt“.

Das letzte Wort hat nun der Gemeinderat. Allmann schlägt vor, darüber bereits in der nächsten Sitzung am Mittwoch, 15. März, zu sprechen. Denn „die Ziele, Aufgaben und Funktionen eines solchen ehrenamtlich tätigen Kulturbeirats sollten in einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Gemeinderats näher ausgearbeitet werden“, findet er. Dass der Kulturreferent darauf drängt, das Ganze möglichst rasch zu thematisieren, kann Koch nachvollziehen. „Den vorliegenden Antrag aber in der nächsten Gemeinderatssitzung zu behandeln, halten wir für nicht zielführend“, erklärt sie im Namen ihrer Fraktion. Der Termin im März werde von der Abstimmung über den Haushalt beherrscht. „Wir halten die Kultur-Thematik für zu wichtig, als sie unter ferner liefen, irgendwann gegen 23 Uhr zu debattieren.“

Somit scheinen sich die Kommunalpolitiker schon einmal einig, dass ein Kulturbeirat Sinn macht. „Dann kann auch zügig in die Umsetzung gegangen werden“, unterstreicht Koch. So sieht’s auch Florian Hilleprandt. „Wichtig ist, darauf zu achten, dass die gesamte Bandbreite der Kulturschaffenden vertreten ist“, betont der CSB-Fraktionsvorsitzende. Damit spricht er Koch aus der Seele: „Ich halte es für sinnvoll, wenn der Beirat von Anfang an unpolitisch und fern von Eigeninteresse der Mandatsträger installiert wird.“

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