Geldstrafe für Fahrer

Frau von Lkw-Anhänger eingeklemmt

Nördlicher Landkreis - Ein Lkw-Fahrer hatte im vergangenen Jahr einen Unfall verursacht, bei dem eine Frau verletzt wurde. Jetzt bekam er sein Gerichts-Urteil.

Nur leicht verletzt war in Seehausen im vergangenen Jahr eine 52-jährige Frau geworden, die bei einem tückischen Verkehrsunfall zwischen dem Anhänger eines Lastwagens und einem Zaun eingeklemmt worden war. Und halbwegs glimpflich endete jetzt auch das Gerichtsverfahren gegen den Lkw-Fahrer, der den Vorfall verursacht hatte: Amtsrichterin Linda Behmel stellte es nämlich wegen Geringfügigkeit ein, allerdings muss der 54-jährige Mann jetzt eine Geldauflage von 1200 Euro an sein „Opfer“ zahlen.

Der Unfall hatte sich laut Staatsanwältin Dr. Anne Steinmetz am 4. Mai 2015 gegen 18 Uhr ereignet, als der Murnauer in Seehausen mit seinem Fahrzeug nach links vom schmalen Reindlweg in die Keltenstraße einbiegen wollte. Dabei sei dann der Sattelaufleger des Lastwagens soweit nach rechts ausgeschwenkt, dass er die 52-jährige Fußgängerin aus Hechendorf zwischen sich und einen Holzzaun, der den Reindlweg begrenzt, eingeklemmt und leicht verletzt hatte: Die Frau erlitt Prellungen an Brust, Bauch und Rücken sowie Hautabschürfungen und war nach eigenen Angaben immerhin drei Wochen krankgeschrieben.

Den Lkw-Fahrer aber ereilte wegen fahrlässiger Körperverletzung ein Strafbefehl von 1200 Euro (30 Tagessätze à 40 Euro). Doch weil er damit nicht einverstanden war, erhob er Einspruch und saß darum jetzt mit Anwalt Christian Steinberger (München) vor Amtsrichterin Linda Behmel. „Ich wollte mit größter Sorgfalt nach links abbiegen“, versicherte der Beschuldigte, „doch ich dachte, die Frau geht links am Hänger vorbei, da sehe ich zu meinem Entsetzen im Außenspiegel, dass sie am Boden liegt“. Glücklicherweise sei sie dann aber wieder schnell aufgestanden „und ich rief sofort den Rettungsdienst“.

Die 52-Jährige hingegen war nach eigener Aussage ganz rechts am Grünstreifen neben der Straße gestanden, „und da kam ich zwischen Zaun und Hänger, ich fiel um, eine Frau kümmerte sich um mich und gleich auch der Lkw-Fahrer“. Die zunächst erstattete Anzeige habe sie wieder zurückgenommen, weil sie nicht wollte, dass der Fahrer durch ein Urteil beruflich geschädigt werde, erklärte sie, was die Richterin auf die Idee brachte, das Verfahren angesichts der nur sehr leichten Fahrlässigkeit einzustellen. Stattdessen muss der Lkw-Fahrer jetzt im Einverständnis mit der Staatsanwältin die 1200 Euro, die bislang den Strafbefehl ausgemacht hatten, an die Hechendorferin zahlen. 

Wolfgang Kaiser

Rubriklistenbild: © dpa12

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