Fahrbereit dank einer Steckdose. foto: dpa

Freie Fahrt mit Energie aus der Steckdose

Garmisch-Partenkirchen - Das bayerisches Staatsministerium genehmigt das Gesamtkonzept der Modellkommune für Elektromobilität Garmisch-Partenkirchen. Dafür fließen nun Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Euro.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil gibt grünes Licht - Garmisch-Partenkirchen als Modellkommune für Elektromobilität nimmt konkrete Formen an. Der FDP-Politiker hat das vorgelegte Gesamtkonzept gestern genehmigt und damit die angekündigten zehn Millionen Euro freigegeben (wir berichteten). „Wir sind sehr erfreut, dass unser ganzheitliches und multimodales Konzept der Elektromobilität so positiv aufgenommen wurde“, sagt Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid (CSB).

Dahinter steckt harte Arbeit. „Es war sehr schwierig, 20 große Industriepartner - dazu zählen beispielsweise BMW, das Frauenhofer-Institut und die Technische Universität München - zu koordinieren“, erzählt Dr. Christoph Ebert. Der Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Sport, Gesundheit und Technologie setzt mit dieser Einrichtung die geplanten Projekte um. Stolz ist er vor allem darauf, „dass es uns gelungen ist, ein Konzept zu erstellen, bei dem alles ineinandergreift“.

Seit Juli 2010 ist die Marktgemeinde nun schon eine von drei bayerischen Modellkommunen für Elektromobilität. Doch bislang war davon wenig zu spüren - außer zwei Akku-Ladestationen, eine am Richard-Strauss-Platz und eine am Riessersee Hotel. Das wird sich jetzt ändern.

Denn durch die Genehmigung stehen nun die finanziellen Mittel für die Realisierung von „e-Gap“ zur Verfügung. Geld, welches die Staatsregierung im Rahmen der Zukunftsinitiative „Aufbruch Bayern“ bereitstellt. Das Projektvolumen umfasst aber insgesamt zirka 20 Millionen Euro. „Bis zu 50 Prozent kommen von den jeweiligen Industriepartnern“, sagt Ebert. Gemeinsam wollen Staat und Industrie die geplanten Projekte der Gemeinde ins Rollen bringen.

Zum Beispiel gibt es bald sechs Mini-Cooper mit Elektroantrieb zu mieten, so genannte Mini E. Das Projekt sieht weiterhin vor, die Infrastruktur der Ladestationen für elektronisch betriebene Autos auszubauen. Auch quad-ähnliche Elektrofahrräder - praktisch für Einkäufe und stabiler als zweirrädrige Fahrzeuge - sollen bald auf den Straßen auftauchen. Die Liste der förderfähigen Konzepte ist lang. „Sie entspricht der Zielsetzung, die der Freistaat mit der Aufstellung der Fördergrundsätze für Modellregionen verfolgt“, erklärt Zeil. Für das Konzept haben Ebert und sein Team zweieinhalb Jahre Zeit, „dann muss es ohne Förderung laufen“. (mst)

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