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Für drei Jahre gewählt: (v. l.) Christoph Wörnle, Silvia Bader, Josef Schandl, Florian Lipp, Franz Jais, Dr. Hasso von Zychlinski und Sepp Zunterer.

Zündstoff in der Mittenwalder Lokalpolitik

Freie Wähler poltern gegen Bürgermeister

Mittenwald - Die Freien Wähler schärfen die Klingen. Der Gegner in zentralen Fragen ist ausgemacht: die CSU. Gegen die Bürgermeister-Gruppierung schießen die Parteilosen.

Das Bürgerbegehren „Pro Hallenbad“ (siehe Seite 1) stößt bei der Vereinigung der Freien Wähler Mittenwald (VFM) auf großen Zuspruch. Das war bei der Jahresversammlung im Hotel Post deutlich herauszuhören. Dabei können sich die Freien Wähler einen Schulterschluss mit der SPD gegen die Übermacht der CSU gut vorstellen.

Exemplarisch dafür steht Josef Zunterer. Dieser ist sehr verärgert. „So etwas habe ich in 14 Jahren als Gemeinderat noch nicht erlebt“, machte er seinem Ärger Luft. Was den Alpenrose-Wirt beim VFM-Treffen so in Rage brachte, war die jüngste Gemeinderatssitzung. Wie berichtet, stellte Enrico Corongiu (SPD) einen Antrag, um öffentlich über die Causa Hallenbad zu debattieren. Entsetzt war Zunterer, als CSU und Bürgervereinigung geschlossen gegen dieses Ansinnen votierten. Für Zunterer bezeichnend: „Es wäre ja einfach nur darum gegangen, mal darüber zu reden.“

Denn die Kommunikation zwischen Gremium und Rathaus fließe zur Zeit recht zäh, so der einhellige Tenor. Für Zunterer nicht nachvollziehbar, hat doch der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander Dorow erst kürzlich in Mittenwald die Christsozialen als „Mitmach-Partei“ bezeichnet, wie er nicht ganz frei von Sarkasmus konstatiert. „Davon merkt man aber nichts.“

Für den wiedergewählten Vorsitzenden Josef Schandl (Freiberger) ist das ein arges Problem. Oftmals würden Themen im stillen Kämmerchen debattiert, um dann dem Gemeinderat in einer „Friss-oder-Stirb-Manier“ vorgelegt zu werden, wie Schandl anmerkt. Er und seine Fraktionskollegen fühlen sich übergangen. So soll das Thema Bürgerhaus, das Rathauschef Adolf Hornsteiner (CSU) bei der Bürgerversammlung kürzlich ins Spiel brachte, auch für die Freien Wähler recht überraschend gekommen sein. „Seit Ewigkeiten war das Bürgerhaus nicht mehr Thema“, verdeutlichte Schandl.

Dabei hat VFM-Gemeinderat Florian Lipp dem Bürgermeister bereits Vorschläge unterbreitet. „Das alte Krankenhaus müsste abgerissen und dort ein Veranstaltungssaal errichtet werden.“ Darin könnten Lipp zufolge dann Vereine integriert werden. „Und die Musikschule zieht in die Mittelschule um.“ Felsenfest steht die VFM hinter dem Projekt eines Hallenbad-Ersatzbaues. Besonders bekrittelt Schandl, dass bisher „noch nicht über die Finanzierung gesprochen wurde. Auf Grund der Großwetterlage ist eine Kreditaufnahme laut Schandl aktuell „sehr empfehlenswert“.

Josef Hornsteiner

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