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Freie Wähler: Stau und Chaos mit Olympia vorprogrammiert

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Gehör verschaffen will sich Freie-Wähler-Ortschef Gottfried Schretter. F.: nau
Gehör verschaffen will sich Freie-Wähler-Ortschef Gottfried Schretter. F.: nau © Picasa 2.6

Eschenlohe - Schließung der Eschenloher Tunnel, Bahnverkehr im 15-Minuten-Takt und Verkehrschaos: Das droht nach Ansicht der Freien Wähler der Gemeinde Eschenlohe, sollte Olympia 2018 kommen.

Was kommt im Fall von Olympia auf Eschenlohe zu? „Jede Menge, aber nichts Gutes“, sagt Gottfried Schretter, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler. Seine Partei informierte im katholischen Pfarrheim die Eschenloher Bürger. Denn: „Es wird viel geschrieben, aber von uns ist bisher keine Silbe gesagt worden.“

Nichts Gutes, das sei zum Beispiel der geplante Ausbau der Bahnstrecke München-Garmisch. „Dann kommt bei uns alle Viertelstunden ein Zug an. Dadurch wird Eschenlohe eine Insel und wir sind eingesperrt.“ Dann seien nämlich die Schranken der vier Bahnübergänge oft geschlossen. Stauungen im Dorf seien vorprogrammiert und noch schlimmer: „Wenn im Notfall ein Arzt oder Rettungsfahrzeug rein müssen, stehen die an der Schranke.“ Schretter sieht nur eine Lösung: Eine Über- oder Unterführung muss her - und zwar auf Kosten der Bewerbungsgesellschaft.

Mit Sorge betrachtet Schretter auch die straßentechnischen Pläne: Bei einem Neubau der Bundesstraße 2 durch den Auerbergtunnel und die Schließung der bestehenden zwei alten Tunnel müsste der komplette Verkehr im Falle von Blockabfertigung am Auerberg durch den Ort umgeleitet werden. Diese Befürchtung ist laut Günther Grafwallner, dem Leiter des Straßenbauamts Weilheim, unbegründet. Denn sollte es wegen Staus zu Blockabfertigungen am Auerbergtunnel kommen und Verkehr von der neuen B 2 auf die alte umgeleitet werden, würden Rampen den Verkehr noch vor Eschenlohe auf die Autobahn umleiten.

Ebenfalls nicht als Problem sieht Grafwallner die von Schretter befürchtete Umwidmung der alten B 2 zur Gemeindeverbindungsstraße - so dass künftig nicht wie bisher der Bund, sondern die Gemeinde für ihren Unterhalt aufkommen müsste. „Sie wird in einem ordentlichen Zustand übergeben“, sagt der Straßenbauamts-Chef. Bis auf die Schneeräumpflicht kämen auf die Gemeinde in den kommenden Jahren keine hohen Kosten zu. Die alte B 2 - die dann nicht mehr durch die Tunnel, sondern durch den Ort verlaufen würde - zu erhalten, sei notwendig, um etwa landwirtschaftlichem Verkehr das Fortkommen zu ermöglichen. Und die Schließung der alten Tunnel wäre nötig, weil sich die Gemeinde deren Unterhalt nicht leisten könnte. „Allein die Beleuchtung kostet jährlich rund 100 000 Euro.“

Schretter und die Freien Wähler möchten sich dennoch dafür einsetzen, die Tunnel zu erhalten. Zusammen mit dem Gemeinderat und eventuell einer Interessensgemeinschaft will Schretter den Verantwortlichen „ein wenig in den Hintern treten“. Er will - zur Not mit Demonstrationen - die Wünsche seiner Kommune klar machen. (Franziska Nau)

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