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Als sicherer Landratskandidat gilt Anton Speer (vorne 2. v. l.). Ihn ernennen die FWL-Delegierten (hinten v.l.) Karl Steingruber, Anton Fischer, Michael G ansler, Georg Jennewein, (Mitte v. l.) Josef Pössinger, Josef Schmid, Rupert Wintermeier, (vorne v.l.) Welf Probst, Brigitte Mangold-Rössler, Josef Zunterer und Hasso von Zychlinski.

Eine Bühne für den Unterammergauer

Freie Wähler stehen zu 100 Prozent hinter Landrat Anton Speer

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Die Freien Wähler der Landkreisgemeinden wollen Anton Speer wieder als Landrat. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder am Freitagabend dafür aus. Eine Enthaltung gab’s. Jeder weiß, von wem die kam.

Mittenwald – Stimmzettel? Kollektives Kopfschütteln und Schulterzucken. Haben sie nicht. Wofür auch? Das erledigen sie doch per Handzeichen. Gibt ja eh keinen anderen. Gibt ja nur „den Toni“. Also: Wer ihn wieder haben will, hebt die Hand. Fertig. Aber das will „der Toni“ nicht.

Anton Speer möchte, dass alles 100-prozentig korrekt abläuft. Außerdem soll jeder die Möglichkeit haben, gegen ihn als Landratskandidaten zu stimmen. Geheim. Deshalb wünscht er sich die schriftliche Wahl. „Und wenn sich der Toni das wünscht“, sagt Hans Baur, „dann erfüllen wir ihm das.“ Damit ruft er „eine kurze Pause“ aus – um Zettel zu organisieren.

Landrat Speer zeigt sich zufrieden mit den ersten Jahren im Amt

28 braucht er. So viele Mitglieder der Freien Wähler der Landkreisgemeinden (FWL) – Speer ist ihr Vorsitzender, Baur Mitglied im Vorstand – sind am Freitagabend in den Gasthof Alpenrose nach Mittenwald gekommen. Zudem noch einige Sympathisanten. „Ist halt bei uns alles ein bisschen kleiner als bei der CSU“, sagt Speer in einem kurzen Telefonat vor der Jahresversammlung. „Aber dafür geht bei uns was vorwärts.“ Er lacht. Zufrieden zeigt sich der Landrat mit seinen ersten fünfeinhalb Jahren im Amt. Man habe einiges angeschoben. Das, denkt er, darf er so sagen. Und sagt es in der Versammlung auch. Er will noch einiges erreichen und deshalb im März 2020 noch einmal als Landrat kandidieren. Die Mitglieder sollen an diesem Abend ihr Votum abgeben, ob sie das befürworten. Offiziell nominiert wird der Bewerber erst von den FWL-Delegierten.

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Einfach „Toni“ draufschreiben? Oder „Speer“? Oder „Anton Speer“? Die Fragen gilt’s noch zu klären, nachdem die Kellnerin ihren Block für die Wahl zur Verfügung gestellt hat. Anton Speer, entscheidet Anton Speer. 27 Mitglieder schreiben, 28 falten. Baur entfaltet und verkündet nach wenigen Minuten das Ergebnis: 27 mal Anton Speer, eine Enthaltung. Und an der Art, wie der Zettel gefaltet sei, erkenne er ganz genau, wer sich da enthalten hat. Baur grinst seinen Spezl an, der schaut auf sein Weißbier-Limo-Gemisch vor sich und grinst auch. Unter Beifall steht Speer auf, bedankt sich für das Vertrauen. „Das freut mich sehr. Dann mach’ ma weiter so“ Wieder Applaus.

Landrat Anton Speer betritt seine Bühne in Mittenwald

Schon als der Unterammergauer in Mittenwald ankommt, ist klar: Er trifft Freunde, Unterstützer, Bewunderer. Anton Speer betritt nicht den Nebenraum im Gasthof Alpenrose. Er betritt eine Bühne. Seine Bühne.

Alle sind schon da, nur „der Toni“ nicht. „Ganz normal“, sagt einer. Termine, Termine, Termine. Später wird’s Speer erklären. Erst war er in Großweil, Bund der Selbstständigen. Dann in Kaltenbrunn, Biathlon-Förderverein. Da hat er „schnell sein Gsatzl aufgesagt“ und ist wieder gefahren. Wie das halt immer so ist. Weiter nach Mittenwald. Fast pünktlich schafft er’s. 20.04 Uhr, vier Minuten zu spät. Aber sofort zu 100 Prozent da. Eine Eingewöhnungsphase, ein „Erst-Mal-Ankommen“ braucht er nicht.

Landrat Speer informiert FWL-Mitglieder über Projekte im Landkreis

„Grüß Gott beinand.“ Kurz bleibt Speer stehen, ein angedeutetes Verbeugen, einmal durch den Raum nicken, die Mappe mit den vielen DIN-A-4-Zetteln unterm Arm. Notizen, die er sich für seinen Vortrag gemacht hat, um die FWL-Mitglieder und die Zuhörer über seine Arbeit und die vielen wichtigen Projekte im Landkreis zu informieren. Schulsanierungen, Flüchtlingsproblematik, Landratsamtssanierung, Umfahrungen, finanzielle Förderungen, Zugspitzregion, UNESCO-Verhandlungen „und so weiter und so fort“, wie Speer so gerne sagt. Viel gibt es zu tun. Nach wie vor versuche er, alle Termine wahrzunehmen. 70 Stunden Arbeit pro Woche – ganz normal. Am Abend wartet noch das Bürozeug, das tagsüber liegen bleibt. „Aber so ist es halt.“ Das mache man ja gern.

Diese Sätze gehören zu Speers kurzer Bewerbungsrede. Die er gar nicht braucht. „Wenn Ihr das wollt, dann würd‘ ich mich nochmal zur Verfügung stellen.“ Dieser eine Satz hätte schon gereicht. Sie wollen.

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