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An der Hörstation: (v.v.l.) Anna Göpfert, Dr. Melanie Bauer (beide Glentleiten) sowie (h.v.l.) Barbara Mühlberger (Herzogsägmühle), Dr. Monika Kania-Schütz (Glentleiten) und Babette Gräper (Herzogsägmühle) im Wagnerhäusl.

Freilichtmuseum Glentleiten

Großes Geburtstagsfest mit 70er-Jahre-Flair

Großweil – Auf die Besucher des Freilichtmuseums Glentleiten wartet Mitte Juli 70er-Jahre-Flair. Partymusik, Oldtimer aus dieser Zeit und vieles mehr ist am Wochenende 16./17. Juli geboten.

Der Anlass: Die Einrichtung des Bezirks Oberbayern feiert mit ihren Besuchern 40-jähriges Bestehen. Und da das Museum in den 70ern eröffnet wurde, will man sich bei dem Fest auf diese Epoche konzentrieren. „Da wird sich ordentlich was rühren“, kündigte Pressesprecherin Dr. Melanie Bauer beim gestrigen Pressegespräch an. Anlass war das Ende der Winterpause. Ab Josefi (Samstag, 19. März) ist die Glentleiten wieder für Interessenten geöffnet. Der offizielle 40-Jahre-Jubiläumsfestakt geht bereits in rund drei Wochen über die Bühne. Am Freitag, 8. April, wird unter anderem der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (CSU) erwartet. Inhaltlich ist heuer im Museum Inklusion ein großes Thema. Damit ist eine Gesellschaft gemeint, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt und selbstbestimmt an dieser teilhaben kann. Und dies unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen.

Damit sind wir beim Wagnerhäusl, das am Samstag wieder eröffnet. Das Kleinanwesen wurde in den vergangenen Monaten umgebaut. Dabei ist eine Präsentation für blinde und sehbehinderte Besucher entstanden (wir berichteten). Historisches Handwerk – nämlich das des Wagners – lässt sich dort erfahren und erfühlen. Es gibt Hörstationen, tastbare Objekte und einen barrierefreien Zugang. Inklusion sei eine „gesellschaftliche Forderung, der wir uns stellen“, betonte Direktorin Dr. Monika Kania-Schütz. Allerdings sei die Frage, inwieweit dieser Gedanke in Freilichtmuseen umgesetzt werden kann. Mitte April befassen sich hoch über Großweil Wissenschaftler auf einer Tagung mit dem Thema. Mit Inklusion hat auch eine Wanderausstellung zu tun, die ab Samstag im Eingangsgebäude der Glentleiten das Sozialdorf Herzogsägmühle in den Fokus nimmt. Es konnte vor zwei Jahren 120-jähriges Bestehen feiern. Herzogsägmühle entwickelte sich aus vier Bauernhöfen, einer Mühle und einem Gasthaus zu einem Dorf mit heute mehr als 900 Einwohnern. Die Ausstellung zeigt die wechselvolle Geschichte des Orts.

Die Zeit geht an der Glentleiten nicht spurlos vorüber. Daher muss das Museum Geld in die Erneuerung seiner Infrastruktur stecken. Derzeit ist das Techniktal mit den Mühlen und dem Lösch- und Stauweiher dran. Der Bereich ist daher heuer nicht für Besucher zugänglich. Auch einige Veranstaltungen wie der Mühlentag und die Köhlerwoche sind davon betroffen. Die Verantwortlichen schufen mit einem textilen Handwerkertag an Pfingsten und einem Almfest im August adäquaten Ersatz. Auch spannend: Die diesjährige Sonderausstellung widmet sich ab 4. Juni dem Thema „Leben in den Bergen. Alpen – Himalaya“. Die Präsentation schlägt eine visuelle Brücke zwischen den zwei Bergzügen. Die Fotografen Wilfried und Luise Herold haben die Menschen, ihre Religion, die Lebensformen, Kulturen und Bräuche dokumentiert.

Roland Lory

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