Wurde saniert: der Starkerer Stadel. Foto: Archiv Freilichtmuseum

Freilichtmuseum: Starkerer Stadel öffnet wieder

Großweil - Die beliebte Gaststätte im Freilichtmuseum Glentleiten, der Starkerer Stadel, wurde wegen einer Schadstoffbelastung saniert. Saisonstart ist am 19. März.

Aufatmen im Freilichtmuseum Glentleiten: Zu Beginn der neuen Saison, die nach der Winterpause am 19. März startet, öffnet auch wieder die große Museumsgaststätte, der Starkerer Stadel. Dieser musste vergangenes Jahr umfangreich saniert werden - nachdem eine Schadstoffbelastung festgestellt worden war (wir berichteten). Als Übergangslösung diente eine vorübergehend aufgebaute Almhütte.

Zur Erinnerung: Die Aufregung war groß, als Anfang 2015 leicht erhöhte Werte eines mittlerweile verbotenen Holzschutzmittels in dem Lokal gemessen wurden. Konkret handelte es sich um den Wirkstoff Pentachlorphenol (PCP), der lange Zeit eingesetzt wurde - eben auch im Freilichtmuseum des Bezirks Oberbayern. Die Substanz, die beispielsweise über die Innenraumluft aufgenommen werden kann, gilt als krebserregend. In Deutschland sind die Herstellung und die Verwendung von PCP und PCP-haltigen Materialien seit 1989 untersagt. In dem 1988 eröffneten Starkerer Stadel war offenbar vor allem die Balkenkonstruktion des offenen Dachstuhls betroffen. Das historische, stark frequentierte Gebäude wurde daher geschlossen.

Experten untersuchten die Immobilie und erarbeiteten ein Sanierungskonzept, das dann auch von einer beauftragten Fachfirma sowie den Museumsmitarbeitern umgesetzt wurde. Wesentlicher Punkt: Es wurde zwischen dem Dachgeschoss und der Gastronomie im Erdgeschoss eine Decke eingezogen - als eine Art physische Sperre. Zudem wurde alles gründlich gereinigt. Offen ist noch die Behandlung der besagten Dachbalken.

Die Gaststätte - Betreiber ist Rudi Schmid - kann nach Angaben der Museumsleiterin Dr. Monika Kania-Schütz wieder bedenkenlos genutzt werden. „Man könnte darin wohnen“, sagt die Chefin der Einrichtung, die auf dem weitläufigen Gelände oberhalb von Großweil einen Einblick in den ländlichen Alltag der Menschen Oberbayerns anno dazumal, in ihre Baukultur und Arbeitswelt bietet. Die Kosten der Sanierung werden mit rund 60 000 Euro angegeben.

„Ich bin sehr erleichtert“, resümiert Kania-Schütz. Zu Umsatzeinbußen sei es nicht gekommen. Die Museumsbesucher - vergangenes Jahr waren es über 110 000 - hätten die besagte Almhütte, die direkt neben dem Starkerer Stadel stand, „sehr gut angenommen“. Der Starkerer Stadel wird aber nicht auf Dauer die Museumsgaststätte bleiben. Diese soll in dem geplanten Neubau eines großen Eingangskomplexes beheimatet sein. Der Starkerer Stadel soll dann für Museumszwecke genutzt werden, möglicherweise für ein museumspädagogisches Zentrum.

2016 ist auf der Glentleiten einiges geboten. Ein Highlight wird das Wagnerhäusl sein, das in ein inklusives Projekthaus verwandelt wird. Darin sollen Sehende, Sehbehinderte und Blinde die Geschichte des Gebäudes entdecken können. Außerdem ist eine Kinderwerkstatt zum Thema Holzverarbeitung vorgesehen. (as)

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