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Rodel-Gaudi am Rießersee: In Garmisch-Partenkirchen braust Richard Strauss (r.) um 1910 auf seinem Holzschlitten den Hang hinab. 

Mehr Geld fürs Festival

Freistaat erkennt Richard Strauss an

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Garmisch-Partenkirchen – Für seine Musik-Festivals gibt der Freistaat künftig mehr Geld aus. 1,8 Millionen Euro landen zusätzlich im Fördertopf. Und davon soll auch die Garmisch-Partenkirchner Reihe zu Ehren von Richard Strauss profitieren. 

Richard Strauss ist ein Weltstar. Einer, dessen Musik auf allen internationalen Opern- und Konzertbühnen gespielt wird. Einer, der auch gut 66 Jahre nach seinem Tod nichts von seinem Zauber verloren hat. Sein Erbe zu bewahren, auch weniger bekannte Stücke in Erinnerung zu rufen und seine Klangwelt einem neuen Publikum zu erschließen, ist das erklärte Ziel von Garmisch-Partenkirchen. Der Bedeutung des Komponisten ist sich der Markt bewusst, deshalb findet seit 1989 ein Festival zu seinen Ehren statt. Die Hauptlast dieser Reihe trägt bislang die Gemeinde. Der Freistaat hält sich noch ziemlich zurück, wenn es um die Förderung seines großen Sohnes geht. Noch. Denn das soll sich nun ändern.

Mit 25 000 Euro hat das Land bis 2014 die Reihe bezuschusst, 2015 wurde der Betrag auf 40 000 Euro aufgestockt. „Das entspricht 7,5 Prozent des Gesamtvolumens“, rechnet Dr. Christian Wolf, Leiter des Richard-Strauss-Instituts in Garmisch-Partenkirchen, vor. Vom Markt fließen dagegen 280 000 Euro – inklusive Personal- und Sachleistungen. Dass die Pflege dieses bedeutenden Künstlers nicht allein auf den Schultern einer 27 000-Einwohner-Kommune lasten kann, ist mittlerweile auch in München angekommen. „Die Signale stimmen hoffnungsfroh“, bestätigt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Nachdem Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) beim Festival 2014, das ganz im Zeichen von Strauss’ 150. Geburtstag stand, seine Unterstützung zugesagt hatte, wurden sie und Wolf nicht müde, ihn immer wieder daran zu erinnern. Selbstredend „versuchen wir auch, an allen weiteren denkbaren Hebeln anzusetzen“. Sie weiß, dass der Gemeinderat unter den aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen nicht mehr im bisherigen Rahmen weitermachen will. „Und das kann ich nachvollziehen, auch wenn mein Herz blutet“, betont Meierhofer. Aber das Erbe dieses Komponisten von Weltruhm zu pflegen, „ist für uns als Gemeinde allein einfach eine Nummer zu groß“.

Noch stehen keine Zahlen fest, aber schon jetzt geht Staatsminister Marcel Huber (CSU) davon aus, dass Garmisch-Partenkirchen von der Erhöhung des Zuschusstopfs für die bayerischen Musik-Festivals um insgesamt 1,8 Millionen Euro profitieren wird. Das erklärte der Minister auf Nachfrage der Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber (beide CSU). „Es ist uns wichtig, dass diese bedeutende Kulturveranstaltung eine bessere staatliche Unterstützung erhält“, unterstreicht Kühn. Daher freuen sich der Murnauer und sein Bad Heilbrunner Kollege, „dass im Nachtragshaushalt 2016 eine Fortschreibung beziehungsweise Erhöhung des Bayerischen Kulturkonzepts gelungen ist“.

Ankündigungen, die auch Meierhofer und Wolf zuversichtlich stimmen. Dazu kommt, dass sich neben den Unions-Vertretern auch der Oberammergauer Abgeordnete Florian Streibl (Freie Wähler) und Markus Rinderspacher (SPD) dem Thema angenommen haben. „Es ist wichtig, dass wir auf politischer Ebene Fürsprecher haben“, meint der Institutsleiter. Endlich „wird auf allen Ebenen verstanden, dass hier Handlungsbedarf besteht“.

Sobald klar ist, wie das künftige Engagement ausschaut – Meierhofer hofft auf eine Entscheidung bis spätestens Pfingsten – kommt das Festival auch im Gemeinderat wieder auf die Tagesordnung. An der künftigen Ausrichtung des Festivals, das noch bis 2017 unter der künstlerischen Leitung von Kammersängerin Brigite Fassbaender steht, hängt auch das Kongresshaus samt der Frage, ob ein neuer Konzertsaal entsteht. Dass Strauss ab 1908 in Garmisch-Partenkirchen lebte und wirkte, nennt die Bürgermeisterin ein Geschenk, das sie nur ungern aus den Händen geben würde. Um es auch künftig zu pflegen, „müssen wir aber in eine andere Liga aufsteigen“, sagt Wolf. Das heißt, der Zuschuss vom Freistaat muss deutlich steigen.

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