Großer Erfolg: Die Ausstellung „Ein Dorf spielt die Erlösung“, die 2010 im Oberammergau Museum gezeigt wurde. Darin waren unter anderem besondere Kostüme zu sehen., foto: Gemeinde/sehr-Archiv

Frommer Wunsch: 12 Millionen Euro für eine Passions-Ausstellung

Oberammergau - Oberammergau will den Freistaat als Träger für ein neues Museum gewinnen.

Es gibt diesen einen Traum: All’ die alten, schönen Passions-Kostüme sollen nicht länger auf dem dunklen Schulspeicher hängen, sondern für Besucher aus der ganzen Welt sichtbar sein. Genauso wie der Zauber, der die Oberammergauer alle zehn Jahre aufs Neue zusammenschweißt. Doch eine dauerhafte Ausstellung über das Gelübdespiel ist teuer. Bis zu zwölf Millionen Euro würde ein neues Museum kosten. Wahr wird der Traum wohl nur, wenn der Freistaat sämtliche Kosten übernimmt. Auf dem Weg dorthin konnte das Dorf den nächsten Schritt machen.

Bürgermeister Arno Nunn hat ein ganzes Info-Paket an Kunstminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) übergeben. Darin: die Machbarkeitsstudie von „Haas Consult“ sowie eine städtebauliche Einschätzung von dem Büro „Plankreis“. „Das war ein günstiger Moment“, sagt Nunn über das Treffen mit dem Minister. Heubisch war ins Ammertal gekommen, um den Vertrag für die Ettaler Landesausstellung 2018 zu unterschreiben. Gleich im Anschluss ging es ins Passionstheater, wo der Liberale sich ins Goldene Buch eingetragen hat. Es war bereits das zweite Treffen, bei dem es um die Dauerausstellung ging. Das erste fand bereits im vergangenen Frühjahr auf Initiative des Landtagsabgeordneten Florian Streibl (Freie Wähler) statt.

Inzwischen liegen detaillierte Ausführungen zu dem Millionen-Projekt vor. Sie zeigen, dass es den Ort zwischen den Passionsjahren touristisch aufwerten würde. Bis zu 60 000 Museums-Besucher könnten künftig pro Jahr begrüßt werden, heißt es in der Machbarkeitsstudie. Um die Passion, ihre Geschichte und auch den Gemeinschaftssinn im Dorf professionell zu beleuchten, ist jedoch Platz nötig: rund 2700 Quadratmeter. „Ein solches Gebäude müsste zum Beispiel 50 auf 20 Meter groß sein“, verdeutlich der Rathaus-Chef die Dimensionen.

Denkbar wären mehrere Standorte: Etwa die Wiese direkt hinter dem Museum, auf dem Gelände des heutigen Rathauses, neben dem Ammergauer Haus oder auf dem Busparkplatz neben dem Theater. Nachteil dieser Vorschläge: Sie sind entweder zu klein, würden benötigten Platz rauben oder wären zu weit von den anderen Museums-Einrichtungen entfernt. Nunns Favorit ist deshalb der Platz in der direkten Nachbarschaft des Theaters, auf dem derzeit das Feuerwehr-Gerätehaus steht. Würden diese Pläne realisiert, müsste für die Wehr ein neues Gebäude geschaffen werden. Denkbar wäre dies dem Bürgermeister zufolge an der Rottenbucher Straße. Dort, wo derzeit auch das Rote Kreuz untergebracht ist. Direkt gesprochen wurde mit den Feuerwehr-Kameraden über diese Überlegungen aber noch nicht. „Das ist alles noch so weit weg“, betont Nunn. Er geht nicht davon aus, das die Dauerausstellung rechtzeitig zur Passion 2020 fertiggestellt werden könnte. Wenn der Freistaat überhaupt bereit ist, sich mit bis zwölf Millionen Euro für den Bau und einem jährlichen Unterhalt von bis zu 400 000 Euro zu beteiligen. Für das Gemeindeoberhaupt wäre das Projekt aber nur als staatliche Einrichtung realisierbar. Nach den Landtags-Wahlen im September will er erneut das Gespräch mit dem Ministerium suchen.

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