Klassik in Oberammergau

Für den „Holländer“: Tenöre verzweifelt gesucht

Die Vorbereitungen für den Kultursommer laufen:  Zur Verstärkung der Chöre braucht Leiter Markus Zwink noch Sänger

Oberammergau - Neue Männer braucht nicht nur das Land – wie Rocksängerin Ina Deter schon 1982 forderte – sondern auch der Oberammergauer Chorleiter Markus Zwink. Genauer gesagt sind es Tenöre, die er für die Oper „Der fliegende Holländer“, die ab Juli auf dem Passionstheater-Spielplan steht, sucht. Gleich zwei verschiedene Männerchöre hat Richard Wagner für sein frühes Bühnenwerk vorgesehen. 30 Tenöre und ebenso viele Bässe stehen bereits auf der Mitwirkenden-Liste. „Aber die muss ich noch einmal in einen je vierstimmigen Matrosenchor und in die Holländer-Mannschaft, auch Gespensterchor genannt, unterteilen“, erklärt Zwink.

Gerade die Tenöre haben dabei einen zwar kurzen, aber schweren Gespensterchor-Part in schwindelerregenden Höhen im dritten Akt zu singen. In der Verantwortung des Chorleiters liegt es auch, dass die Sänger über das mit 65 Musikerinnen und Musikern besetzte Orchester kommen, also gut zu hören sind. Besetzungsverstärkung tut also Not.

Ganz andere Probleme hat Zwink bei den Frauen. Würde er sich bei den Männern mehr Bewerber wünschen, gab es bei den Sopran- und Altstimmen zu viele Bewerberinnen. Nach dem Nabucco-Opernerfolg der vergangenen zwei Jahre, bei dem Sängerinnen und Sänger aus dem ganzen Landkreis den Chor verstärkt hatten, wollten diese natürlich auch beim Holländer dabei sein. „Es tut mir sehr leid, dass ich so vielen Sängerinnen absagen musste. Alle, die bei der Verdi-Oper mitgesungen haben, waren hoch motiviert, haben wirklich ihr Bestes gegeben und viel Fahrerei auf sich genommen“, bedauert er. Gleichzeitig hofft er auf Verständnis, dass die Wagner-Partitur nun einmal getrennte Männer- und Frauenchöre verlangt, und auch die Relation, das Verhältnis der Stimmen muss passen.

Natürlich stehen die von ihm geschulten Stammsängerinnen aus Oberammergau auf der Bühne und nur ganz wenige Auswärtige sind dazugekommen. Mit insgesamt 90 Sopran- und Altstimmen ist der Frauenchor bestens besetzt. Bereits im Dezember 2016 haben die Proben begonnen, die Zwink teils auch in München vornimmt, um mit den dort arbeitenden, studierenden oder sich in Ausbildung befindenden Sängerinnen und Sängern die Chorstimmen einzustudieren.

Kämen weitere Tenöre hinzu, die er vor allem im Geisterchor dringend braucht, wären Extraproben kein Problem. Aus dem Ohr bekommen die, die dabei sind, das Spinnerinnen-Lied oder „Steuermann halt die Wacht“ schon jetzt nicht mehr. „Wagner hat die Musik klangvoll gesetzt – die Einstudierung macht richtig Spaß“, ist Zwink begeistert. Er hofft weiter, dass sich doch noch sangesfreudige Männer, vor allem Tenöre, bei ihm melden.

Kontakt

zu Chorleiter Markus Zwink bekommen Interessenten unter Telefon 0 88 22/70 49.

Rubriklistenbild: © Bartl

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