Fußgängerzone an der Ludwigstraße: Entscheidung vertagt

Garmisch-Partenkirchen - Nach hitziger Debatte wurde die Einrichtung einer Fußgängerzone an der Ludwigstraße verschoben. Auch Anwohner fühlen sich übergangen...

Mit guter Hoffnung war Gewerbeverbands-Vorsitzende Florian Möckl in die Sitzung des Hauptausschusses des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderats gegangen. In Kooperation mit der Werbegemeinschaft „Partenkirchen erleben“ wollte der Gewerbeverband die Ludwigstraße durch eine Fußgängerzone beleben. Doch der Antrag wurde vertagt.

Erst dieser Vorschlag von Andreas Grasegger (Bayernpartei) stellte die Harmonie nach einer hitzigen Debatte wieder her. Denn wirklich begeistert waren nur wenige Mitglieder von einer Fußgängerzone zwischen Kögl-Eck und Kirchplatz. Lediglich Alfred Heinle (SPD) plädierte, ebenso wie Jörg Steinhaus (CSB), dafür, „nicht immer zu allem nein zu sagen, sondern auch mal was auszuprobieren“. Freie-Wähler-Gemeinderat Peppi Braun war die probeweise Einrichtung von Juli bis September sogar zu „unmutig“. Ihm wäre es lieber, sie gleich auf Dauer einzurichten und bei Problemen wieder aufzuheben.

Mit dieser Meinung war er allerdings ziemlich allein. Vor allem Wolfgang Bauer konnte „die Euphorie von Kollege Braun nicht teilen“. Der CSU-Gemeinderat befürchtete Probleme bei der geplanten Verkehrsführung. Vor allem, wenn die Fahrer durch die enge Ballen- und Badgasse müssen. Auch Karl Heinrich, stellvertretender Leiter der Polizei-Inspektion Garmisch-Partenkirchen, hielt die Verkehrsführung für „nicht adäquat“. Er sieht Probleme beim Liefer- und Busverkehr für Geschäfte und Hotels an der Ludwigstraße. „Man kann es nicht jedem recht machen“, verteidigte Möckl den Vorstoß. „Diese Lösung wäre der kleinste gemeinsame Nenner.“ Anlieger sollen eine Sondergenehmigungen für die Durchfahrt erhalten.

Doch gerade die direkt betroffenen Anwohner scheinen ebenfalls wenig begeistert von einer Fußgängerzone zu sein, wie Diskussionen und Zwischenrufe aus dem Zuschauerraum deutlich machten. Vor allem eines stört sie ganz gewaltig: „Ich finde es nicht richtig, dass keiner von uns gefragt worden ist“, ereiferte sich Wirtschaftsreferent Florian Hilleprandt (CSB), der die Debatte ebenfalls im Publikum verfolgte. „Das wäre doch das Mindeste gewesen.“ Möckl versuchte dies mit einem knappen Zeitmanagement im Vorfeld des Antrags zu rechtfertigen. „Wenn das Projekt heuer noch was werden soll, müssen wir das jetzt angehen.“ Eine Erklärung, die viele Ausschuss-Mitglieder nicht gelten ließen. Die entscheidende Idee hatte schließlich Grasegger: „Ich wäre dafür, den Beschluss jetzt nicht zu fassen und mit den Anwohnern zu reden.“

Darauf einigte sich das Gremium schließlich auch. Damit das Projekt Fußgängerzone für heuer noch eine Chance hat, sollen die Anwohner bei einem Info-Treffen noch vor Pfingsten befragt werden.

Janine Tokarski

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