Das Angebot der Ski-WM angepasst hat die Buchhandlung Adam. Die Nachfrage ist noch nicht zufrieden stellend. f.: sehr

Fußgängerzone voll - Einzelhandel profitiert kaum

Garmisch-Partenkirchen - Brechend voll war am Sonntag Nachmittag die Garmischer Fußgängerzone. In die Geschäfte fanden aber nur die wenigsten WM-Gäste den Weg.

Dennoch sind die Einzelhändler, die für Sonntag eine Sondergenehmigung bekommen haben, positiv gestimmt. „Nicht der große Umsatz ist entscheidend, sondern präsent zu sein, wenn eine Großveranstaltung in Garmisch-Partenkirchen stattfindet“, meint Karl K. Ostler. In den Konkurrenzorten wie Kitzbühel hätten die Geschäfte bei den Weltcup-Rennen auch immer offen, weiß der Inhaber von Sport Mode Ostler. „Ich glaube, es ist wichtig, dass die Leute sehen, dass man für das Ganze ist und auch mitmacht.“ Es kommen zwar immer wieder Menschen in seinen Laden, aber es kaufen nur die wenigstens etwas. „Ich habe nicht erwartet, dass die Leute, die zu den Rennen kommen auch noch einkaufen gehen“, unterstreicht der 73-Jährige.

Genauso sieht es Jochen Förster, Inhaber der Buchhandlung Adam. „Wofür braucht ein Finne ein deutsches Buch?“ Zwar kommen auch zu ihm viele Leute, die sich umschauen, auf den Umsatz schlägt sich das aber freilich nicht nieder. Zudem bleiben die Einheimischen aus. „Es ist jetzt eher so, dass viele sagen: ,Da ist so viel los, da fahren wir nicht hin‘.“ Vor allem abends nach der Siegerehrung herrscht in seinem Laden Leere. „Die letzte Stunde bis um 20 Uhr sind wir alleine.“ Dennoch steht der 57-Jährige hinter den Ladenöffnungszeiten. „Es ist schon sehr wichtig, dass wir uns präsentieren.“

Doch nicht nur direkt im Zentrum Am Kurpark tummeln sich WM-Gäste, auch an der Chamonixstraße geht es rund. Dort ist man mit den zusätzlichen Verkaufstagen sogar richtig zufrieden: „Der vergangene Sonntag war schon sehr gut und dieser ist es auch“, berichtet Michael Waurick, Inhaber des gleichnamigen Optik-Geschäftes. „Heute ist ein super Tag“, sagt seine Frau Doris. Vor allem bei den Sonnen- und Skibrillen profitieren sie. „Aber die Abende laufen nicht so“, betont Michael Waurick.

Insgesamt ist Michaela Nelhiebel, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum, mit den Rückmeldungen der Teilnehmer noch nicht ganz zufrieden. „Vom Umsatz her ist es nicht besonders viel mehr als sonst.“ Aber sie ist von der Nachhaltigkeit der Aktion überzeugt. „Das ist eine tolle Werbung für den Ort.“ (jpa)

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