Tauschen sich über den G7-Gipfel aus: (v. l.) Elmar Jakobs (Auswärtiges Amt), Landrat Anton Speer, Dr. Tilman Seeger, Carl Cordier und Gerhard Lutz. foto: hornsteiner

G7-Gipfel: Bund setzt auf regionale Firmen

Garmisch-Partenkirchen - Die Vorbereitungen für den G7-Gipfel gehen bald in die heiße Phase. Und eines wurde bei einem Infoabend der Handelskammer deutlich: „Wir brauchen die regionalen Firmen!“

Es sind zwar nur 26 Stunden, die die Mammut-Veranstaltung Anfang Juni im Schlosshotel Elmau in Anspruch nehmen wird. Die Vorbereitungen und der Aufwand sind allerdings enorm. „Aber nicht beispiellos“, erklärt Carl Cordier von der Firma „Poolgroup“, die bereits zum sechsten Mal den G8- beziehungsweise den G7-Gipfel in Deutschland organisiert. „Denn es gibt viele Großveranstaltungen, die wesentlich kürzer sind und mindestens genau so viel Arbeit und Aufwand in Anspruch nehmen“, betonte Cordier vor der kleinen Zuhörerschaft aus Handwerk und Dienstleistung in Garmisch-Partenkirchen.#

Auch wenn er viel Erfahrung rund um das Gipfeltreffen mitbringt, weiß er: „Jeder Gipfel ist anders“. Und vor allem: „Wir brauchen dringend einheimische Handwerker, Dienstleister und Unternehmer aus allen Branchen.“

Dabei nennt er viele Beispiele aus Heiligendamm 2007. „Dort mussten genau wie hier temporäre Baukörper innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft werden, wie ein Pressezentrum für rund 4000 Journalisten.“ Ein ähnliches, wie in Garmisch-Partenkirchen im Eissportzentrum entstehen soll. „Wir kennen keine Firma, die solch einen Komplex über zwei Stockwerke zur Gänze aufstellt“, weiß auch Dr. Tilman Seeger, stellvertretender Chef des Presse- und Informationsamtes der Deutschen Bundesregierung. Damals habe es auch für regionale Firmen sehr viel Arbeit gegeben. „Vor allem im Innenleben des Komplexes“, ergänzt Cordier. „Kurz vor dem Gipfel in Heiligendamm wurde plötzlich klar, dass noch eine ganze Reihe anfiel.“ Insbesondere für Abfall- und Logistikunternehmen.

Auch die Dienstleister vor Ort sollen profitieren: „Gleich zwei einheimische Betriebe werden das Catering im Pressezentrum übernehmen“, verrät Landrat Anton Speer (Freie Wähler) erfreut. Auch die restliche Verpflegung sollen regionale Anbieter übernehmen. „Die Journalisten werden dann mit Mittenwalder Bier, Semmeln vom Bäcker gegenüber oder mit Käse und Milch von einheimischen Erzeugern verpflegt“, nennt er nur einige Beispiele. „Die zigtausend Einsatzkräfte werden zwar in der Grundausstattung selbst versorgt“, erklärt Seeger. „Die restlichen Zukäufe erfolgen sicher auch über einheimische Firmen.“

Das würde auch dem IHK-Vorsitzenden des Landkreises Gerhard Lutz sehr gut passen: „Nur ist von vielen nun Eigeninitiative verlangt“, stellt er klar. Denn bewerben müssen sich die Betriebe selbst. „Wir haben dafür die E-Mail-Adresse g7-lokalfir men@pool.de eingerichtet. Da darf sich jeder formlos anbieten“, erläutert Cordier. „Einfach nur eine kleine Beschreibung dazu sowie die Kontaktdaten und wir werden uns mit ihnen in Verbindung setzen.“ Die Auftragsvergabe selbst erfolgt dann recht spontan. „Wir können leider nicht frühzeitig auf sie zu gehen“, räumt er ein. „Die meisten Aufgaben werden wohl sehr kurzfristig anfallen.“ Doch eines wurde an diesem Abend klar: „Wir können nicht versprechen, dass zur Gänze einheimische Firmen zum Zuge kommen werden“, macht Seeger deutlich. Aber zumindest „so viel wie möglich sollen eingebunden werden“. Das ist ein Versprechen der Bundesregierung.

Josef Hornsteiner

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