Prominenter Besucher: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (l.) zu Gast in Schloss Elmau. Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger heißt den Landesvater im G7-Hotel willkommen. foto: tomaschek

G7: Seehofer ein Mann der Superlative

Krün - Der G-7-Gipfel in Schloss Elmau soll der schönste und beste aller Zeiten werden. Das zumindest wünscht sich Horst Seehofer.

Horst Seehofer (CSU) ist kein Mann der leisen Töne. Gerne tritt er forsch und direkt auf. Er wolle den besten und schönsten G-7-Gipfel aller Zeiten. „Sie hören, ich spreche im Superlativ“, soll der bayerische Ministerpräsident am Montag bei seinem Besuch in Schloss Elmau hinter geschlossenen Türen gesagt haben. Dann müsse auch die finanzielle Förderung der betroffenen Gemeinden seitens Land und Bund Superlativ-Charakter haben, wollen ihm die Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (Krün) und Adolf Hornsteiner (Mittenwald) daraufhin entgegnet haben. Der Landesvater wird die Botschaft sicherlich wohlwollend zur Kenntnis genommen haben, ehe er mit seinem Stab zum nächsten Termin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Penzberg abbrauste.

Angerückt war Seehofer gegen 10.45 Uhr mit rund zehnminütiger Verspätung. Noch nie zuvor hatte sich ein bayerischer Ministerpräsident im Elmauer Tal jemals - offiziell - blicken lassen - dafür genossen schon die Regierungschefs aus Georgien und Lettland das Luxus-Ambiente. Nicht zu vergessen der langjährige Dauergast Johannes Rau, seines Zeichens ehemaliges deutsches Staatsoberhaupt.

Doch irgendwann ist immer das erste Mal, mochte sich Seehofer gedacht haben. Was er sah, ordnete er in die Kategorie „Juwel“ ein. Zur Vorbesprechung in Schloss Elmau, wo sich Anfang Juni die mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt treffen werden, hatte der Mann der Superlative einen ganzen Tross an Mitarbeitern dabei.

Mit am Verhandlungstisch im Konzertsaal saßen die Amtschefs der Staatskanzlei und des bayerischen Innenministeriums, Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, Beamte des Bundeskanzleramts und noch einige mehr. Ihnen gegenüber nahmen unter anderem Schloßherr Dietmar Müller-Elmau, Schwarzenberger, Hornsteiner, Klaus Koppe (Zweiter Bürgermeister Krün) und Landrat Anton Speer (Freie Wähler) Platz. Dieser meint: „Es war ein sehr gutes Gespräch.“ Speer brachte gegenüber Seehofer auch die vom Landratsamt nicht genehmigte Kieszunge zur Sprache. Diesen „schwarzen“ Parkplatz werde man widerruflich dulden, betont Speer. „Sonst macht’s jeder so.“

Das Thema Umweltschutz liege auch dem Ministerpräsidenten am Herzen, versichert Schwarzenberger. „Ihm ist wichtig, dass die Natureingriffe so gering wie möglich sind.“ Von einem fundamentierten Zaun, der den G7-Tagungsort vor Demonstranten großräumig schützen soll, weiß der Rathauschef nichts. „Den gibt’s nach meiner Kenntnis nicht.“ Dafür steht zum Thema Sicherheit am Donnerstag, 15. Mai, ein Informations-Abend in Krün auf dem Programm. Ab 19.30 Uhr spricht Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Kurhaus zu den Isartalern. csc

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