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Interessante Details verrät Klaus Ronge den Tourteilnehmern.

Spezielle G7-Wandertour ins Elmauer Tal

Auf den Spuren der Gipfel-Geheimnisse

Elmau - 2 Seiten WC-Anleitung, eine Kissenprobe und ein Morgenbad im See: Spannende Details rund um den G7-Gipfel erfahren Wanderer bei einer speziellen Tour.

Welcher Staatschef ist eigentlich während des G7-Gipfels in den Ferchensee gesprungen? Wer wollte Landrat Anton Speer und Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner die Hosenträger abkaufen? Und warum war die Bedienungsanleitung der Toilette in den Suiten der Staatsgäste im Schlosshotel Elmau über zwei DIN A4-Seiten lang?

Diese und weitere Gipfel-Geheimnisse – von lustig bis kurios – plaudern Mittenwalds ehemaliger Tourismus-Direktor Klaus Ronge und seine Frau Regine bei Themenwanderungen zum G7-Gipfel im Elmauer Tal aus. Vom Ferchensee über das Schlosshotel Elmau bis zum Hotel Kranzbach führen die mehrstündigen Touren auf den Spuren des Weltereignisses, vorbei an allen bedeutenden Orten des Treffens.

Zwölf Teilnehmer begleitet das Ehepaar heute ins Elmauer Tal. Station eins: der Ferchensee. Ronge postiert sich am Viehgitter in der Nähe des Gasthauses. Er erzählt Details zum Gipfeltreffen, was es für die Einheimischen bedeutete und mit welchen Einschränkungen sie leben mussten.

Dann muss er schmunzeln. „Die First Ladys und Joachim Sauer fuhren vom Schlosshotel mit vier Kutschen zum Ferchensee.“ Begleitet wurde der Tross beim Partnerprogramm von Bürgermeister Hornsteiner (CSU) und Landrat Speer (Freie Wähler). Als Laureen Teskey, Ehefrau des kanadischen Premierministers Stephen Harper, die handgemachten Hosenträger der beiden sieht, gerät sie ins Schwärmen: „Am liebsten hätte sie die gleich mit genommen“, plaudert Ronge aus dem Nähkästchen.

Als Sauer und die Gemahlinnen ihren Ehegatten begeistert vom Ausflug berichteten, „machte sich am nächsten Morgen ein Minister auf den Weg hierher, um ein Bad zu nehmen“, verrät Ronge. Wer das genau war, hat der G7-Guide noch nicht herausgefunden. Aber „es dürfte entweder der kanadische oder der britische Premier gewesen sein.“ Er persönlich tendiere zu Cameron.

Die Reisegruppe, zu der Gäste sowie zwei Journalisten gehören, saugen die Infos begeistert auf. Unter den Wanderern ist auch Meinolf Breuer aus der Eifel. Seine Tochter war während des Gipfels als Polizistin im Einsatz. „Jetzt wollte ich mir einmal ihren Arbeitsplatz angucken“, erzählt er schmunzelnd und glänzt mit Fachwissen: „Das SEK war in München stationiert“, versichert er auf die Frage hin, ob die Spezialeinheiten auch in unmittelbarer Nähe zum Schlosshotel postiert waren.

Auch Anemone Hansen aus Düsseldorf, recht kritisch zum Gipfel eingestellt, will sich ein Bild vor Ort machen. Bei Details zum Luxus der Politiker in den Suiten ärgert sie sich. „Für die afrikanischen Staatsgäste musste das ja eine neue Welt gewesen sein. Schämen würde ich mich“, empört sie sich. Allein die Anleitung für die Toiletten, untergebracht auf 24 Quadratmetern, war „über zwei DIN A4 Seiten lang“. Alle möglichen Düfte machten den Aufenthalt dort „mehr als luxuriös“, bestätigt Ronge.

Auch hatte jeder Staatsgast acht Kissen zur Auswahl. „Mit verschiedenen weichen oder harten Füllungen, damit für jeden etwas dabei ist.“ Eine „sehr interessante Erfahrung“, die Dirk Nottelmann aus Bochum an diesem Tag macht. „Wir haben permanent aus der Zeitung über den Gipfel gelesen und die Geschehnisse im Fernsehen verfolgt“, sagt der Biologie-Lehrer, der sich selbst als „politisch engagiert“ bezeichnet. Nun am Ort des Geschehens zu sein, „erklärt so manches“. Beispielsweise die Sorgen der Naturschützer. „Ich frage mich schon, warum der Gipfel nicht einfach im Berliner Adlon-Hotel oder woanders mit passenderer Infrastruktur ausgetragen wurde.“ Doch Nottelmann ist froh, dass das Treffen der Mächtigen „keine bleibenden Schäden“ hinterlassen hat. Und das Elmauer Tal wieder ein Ort der Idylle.

joho

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