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Das Schloss Elmau.

Interview ein Jahr nach wichtigem Ereignis

Elmau-Schlossherr wünscht sich den G7-Gipfel zurück

Krün - Dietmar Mueller-Elmau würde den G7-Gipfel am liebsten jedes Jahr in seinem Schloss in Krün ausrichten. In seinen Augen werden dort getroffene politische Entscheidungen wirksam bleiben. Und auch der hohe Sicherheitsaufwand habe sich gelohnt. Ein Interview.

Dietmar Mueller-Elmau würde den G7-Gipfel am liebsten jedes Jahr in seinem Luxushotel beherbergen. „Schloss Elmau ist der perfekte Gipfelort“, sagt der Chef des vor 100 Jahren eröffneten Hotels in Krün nahe Garmisch-Partenkirchen. Dass sein Haus vor einem Jahr Tagungsort des jährlichen Gipfeltreffens der Präsidenten und Regierungschefs war, sieht der studierte Philosoph als Krönung seines Lebenswerkes. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur erinnert sich Mueller-Elmau an das Mega-Ereignis vom 7. und 8. Juni 2015.

Was ist für Sie persönlich das Bleibende an dem Großereignis G7-Gipfel auf Schloss Elmau, das letztlich gerade einmal einen Tag gedauert hat?

Mueller-Elmau: Meines Wissens hat der Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Schloss Elmau insgesamt 36 Stunden gedauert. Neben den schönen Bildern, der entspannten, ja herzlichen Atmosphäre werden vor allem herausragende politische Entscheidungen nachhaltig in Erinnerung und wirksam bleiben: Die Neu-Definierung des G7-Gipfels als einer Verantwortungsgemeinschaft demokratischer und wohlhabender Staaten für die Verteidigung von Freiheit und Lebensqualität in aller Welt und die erstmalige Verpflichtung auf das Ziel einer vollständigen Dekarbonisierung der Wirtschaft zum Schutz von Klima und Umwelt.

War der enorme Aufwand vor allem im Sicherheitsbereich bei der Abgeschiedenheit von Schloss Elmau tatsächlich notwendig? Die hohen Kosten waren ja auch schon beim G8-Gipfel 2007 im Ostseebad Thema.

Mueller-Elmau: Der hohe Polizeieinsatz hat sich gelohnt, da anders als in Heiligendamm niemand zu Schaden kam. Aufgrund der abgeschiedenen Lage von Schloss Elmau gab es keine nennenswerten Einschränkungen für die Bürger und keinerlei Zerstörung unberührter Natur.

Ist die Nachfrage von Gästen seither gestiegen?

Das berühmteste Bild vom G7-Gipfel.

Mueller-Elmau: Die Nachfrage ist aufgrund der Eröffnung eines zweiten Hotels, anhaltend positiver Presse und vor allem der Mundwerbung zufriedener Gäste gestiegen.

Fragen Ihre Gäste, wo US-Präsident Obama oder Kanzlerin Merkel geschlafen hat und buchen sie speziell diese Suiten?

Mueller-Elmau: Nein

Was erinnert auf Schloss Elmau sichtbar an den G7-Gipfel?

Mueller-Elmau: Die Bank auf dem Bild von Merkel und Obama steht immer noch da, wo sie immer stand.

Haben sich alle Präsidenten und Regierungschefs der G7-Staaten in Ihrem Gästebuch verewigt?

Mueller-Elmau: Wir haben kein Gästebuch, dafür aber schöne Fotos.

Hat sich die Gastgeberin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, nach dem G7-Gipfel noch einmal bei Ihnen gemeldet?

Mueller-Elmau: Sie hat sich bei mir und allen meinen Mitarbeitern sehr herzlich bedankt.

Mit einem Jahr Abstand: Würden Sie es wieder machen?

Mueller-Elmau: Am liebsten jedes Jahr. Schloss Elmau ist der perfekte Gipfelort.

Der 1954 geborene Dietmar Mueller-Elmau studierte Betriebswirtschaftslehre und Philosophie in München sowie Hotelmanagement und Computerwissenschaften in den USA. Nach einem verheerenden Feuer baute er das von seinem Großvater 1914 bis 1916 errichtete Hotel wieder auf und erweiterte es kontinuierlich.

Video: So sieht das Schloss Elmau von Innen aus

dpa

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