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G7-Rückkehr nach Oberbayern: Söder begeistert - aber Bürgermeister dämpft die Stimmung

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Von: Christof Schnürer, Christian Fellner, Christian Deutschländer

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Bei Brezn und Weißbier diskutierte der damalige US-Präsident Barack Obama 2015 in Krün mit Bürgermeister Thomas Schwarzenberger. Später bedankte sich Obama per Brief beim „First Mayor“ der Alpengemeinde.
Bei Brezn und Weißbier diskutierte der damalige US-Präsident Barack Obama 2015 in Krün mit Bürgermeister Thomas Schwarzenberger. Später bedankte sich Obama per Brief beim „First Mayor“ der Alpengemeinde. © Steffen Kugler/DPA

Es ist eine kleine Sensation für Oberbayern: Der G7-Gipfel in Elmau lebt wieder auf. Im Juni treffen sich die wichtigsten Staatschefs der Welt wieder im Schloss – begleitet von riesigem Polizeiaufgebot, Gegendemonstrationen und tausenden Journalisten.

Elmau/München – „Gruß Gott“, rief der US-Präsident über den bayerischen Marktplatz, fast fehlerfrei und auf jeden Fall herzlich. Dann setzte er sich auf eine Bierbank, ließ sich ein alkoholfreies Weißbier bringen, eine Brezn und zwei Weißwürste. Sitznachbarn erklärten ihm das mit dem Längs- und Kreuzschnitt. Ein verrückter Moment war das 2015, der US-Präsident auf dem Dorfplatz von Krün (Landkreis Garmisch-Partenkirchen*).

G7-Gipfel 2022: Staatschefs kommen zurück nach Oberbayern

Und es wird sich wiederholen. Für Ende Juni 2022 ist nach Informationen unserer Zeitung wieder ein G7-Gipfel in Oberbayern geplant. Turnusgemäß ist Deutschland der Ausrichter, wochenlange Erkundungen der Bundesregierung ergaben: Lasst uns wieder nach Elmau gehen. Über die Gründe kann man spekulieren: Die fantastischen Sommerbilder aus den Bergen, die Topografie, die es leicht machte, das Areal von Gefährdern abzuschirmen, den Tagungsort zu sichern (sogar auf dem Kirchturm von Krün saßen Scharfschützen), und die bayerische Polizei, die alle Gegendemonstranten problemlos im Griff hatte.

Das Schloss bietet außerdem genug Platz, um die Staatschefs der USA aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und Kanada standesgemäß unterzubringen. Die Hotels im Umfeld dürften im Juni dann von den Begleit-Delegationen und dem riesigen Sicherheitsapparat gebucht werden – für die von Corona* geplagte Tourismusbranche ein Sechser im Lotto.

Söder: „Bayern heißt die G7 immer herzlich willkommen.“

Bisher ist die Elmau-Neuauflage noch vertraulich, nicht mal in Bayerns oberster Politik-Etage wissen viele davon. Offiziell bestätigt man in der Staatsregierung die Orts-Wahl nicht – Bayern steht aber bereit. „Sollte die Bundesregierung erneut Schloss Elmau auswählen, würde uns das sehr freuen“, sagt Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) unserer Zeitung. „Bayern heißt die G7 immer herzlich willkommen. Wir sind gerne ein sicherer und weltoffener Gastgeber.“

Nicht ganz so euphorisch ist die Stimmung vor Ort. Der gipfelgestählte Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) sagt: „Falls der Gipfel tatsächlich kommen würde, dann würden zwei Herzen in meiner Brust schlagen.“ Klar, einerseits Freude auf ein Ereignis mit Weltformat. Aber er sieht auch die viele Arbeit für die Region. Landrat Anton Speer (FW) sieht das ähnlich und spricht von einer „riesigen Herausforderung“. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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