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G7-Gipfel: Welche Rolle spielt Murnau?

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BRK-Spezialkräfte sind dann gefragt, wenn es beispielsweise um den Einsatz von Tränengas geht. Dann müssen die eigens geschulten, meist ehrenamtlichen Helfer, wie hier bei einer Übung in München demonstriert, erstversorgen, bevor der Patient in eine Klinik eingeliefert wird. foto: GEbert/dpa
BRK-Spezialkräfte sind dann gefragt, wenn es beispielsweise um den Einsatz von Tränengas geht. Dann müssen die eigens geschulten, meist ehrenamtlichen Helfer, wie hier bei einer Übung in München demonstriert, erstversorgen, bevor der Patient in eine Klinik eingeliefert wird. foto: GEbert/dpa

Murnau - Urlaubssperren haben sie alle erlassen: das Rathaus, die Unfallklinik, das BRK, die Polizei. Die Verantwortlichen warten aber auf konkrete Informationen, was ihren Einsatz beim G7-Gipfel betrifft. Vorgesehen ist für Murnau nach bisherigem Stand der Dinge die Stationierung von Einheiten der Feuerwehr, des BRK und der Polizei. Abgesegnet sind diese Pläne nicht.

Anfang Juni wird es spannend. Auch in Murnau. Wenn sich die Chefs der sieben wichtigsten Industrienationen auf Schloss Elmau treffen, hat das sicherlich nicht nur Auswirkungen auf Garmisch-Partenkirchen und das Isartal, sondern auch auf den nördlichen Landkreis. Mit Informationen darüber, welche das sein werden, halten sich die zuständigen Stellen allerdings bedeckt.

Nur so viel sickerte bisher durch: Die Hotels vor Ort können sich schon jetzt über eine mangelnde Belegung für den Zeitraum um den 7. und 8. Juni nicht beklagen. Seitens der Polizei bestätigt Sprecher Andreas Guske, dass derzeit Unterkünfte, auch in Murnau, gebucht würden.

Sicher ist ebenfalls, dass das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und die Feuerwehr vorhaben, in Murnau so genannte Dekon- und CBRNE-Spezialeinheiten zu stationieren - möglicherweise auf dem Gelände des Schulzentrums. Allerdings seien diese Pläne laut Klemens Reindl, Leiter der Planungsgruppe G7 der Bayerischen Hilfskräfte, noch nicht vom Innenministerium abgesegnet. Deshalb sei bisher mit den Verantwortlichen der Schulen nicht gesprochen worden. Dekon- und CBRNE-Spezialkräfte werden beispielsweise bei einem großflächigen Einsatz von Tränengas herangezogen.

Des Weiteren könnte die Murnauer Kaserne nach Angaben Reindls als ein Verpflegungsstützpunkt für nicht-polizeiliche Sicherheitskräfte in Frage kommen, „als eine Art Drehscheibe für alle involvierten Kräfte, sowohl in Richtung München, als auch in Richtung Garmisch-Partenkirchen“. Aber auch diese Planungen seien noch nicht endgültig durch. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren: „Wir haben nächste Woche wieder Gespräche im Innenministerium und im Landratsamt.“ Reindl zeigt sich zuversichtlich. „In drei bis vier Wochen wissen wir mehr.“

Einrichtungen in Murnau warten auf Informationen zum G7 Gipfel 2015

Kein Wunder also, dass die Verantwortlichen vieler Einrichtungen in Murnau, die sich konkret auf das Ereignis vorbereiten wollen, nach wie vor sehnsüchtig auf Informationen warten. So wie Sarah Heinze. Die stellvertretende kaufmännische Geschäftsführerin der Unfallklinik Murnau sitzt seit Wochen auf Kohlen. „Wir haben für alle Mitarbeiter eine Urlaubssperre erlassen“, erklärt sie. „Wir wüssten aber gerne mal, was von uns genau erwartet wird.“ Vorsorglich würden alle zwölf Säle der Zentral-OP bereit gehalten, ebenso wie eine Ebene des Neubaus im Osten mit Intensiv-Kapazitäten, die eigens für den Gipfel geöffnet werde, ergänzt der kaufmännische Geschäftsführer, Karl-Heinz Kaufmann. „Wir bereiten uns auf alle denkbaren Eventualitäten vor.“

Ähnlich geht es Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum): „Ich habe keine offiziellen Informationen darüber, was in Murnau vorgesehen ist. Nur eben auch, dass die Feuerwehr, das BRK und die Polizei eine Rolle spielen werden. Aber ich weiß weder, welche Einheiten genau hier stationiert werden, noch, ob gemeindliche Anlagen genutzt werden.“ So sah sich auch Beuting gezwungen, für die Mitarbeiter von Bauamt, Ordnungsamt, den Gemeindewerken und der Geschäftsleitung von 20. Mai bis 9. Juni eine Urlaubssperre zu erlassen. „Es war sicher keine frohe Botschaft, wurde aber akzeptiert. Wir können es nicht riskieren, mit einer Mini-Mannschaft auf mögliche Situationen reagieren zu müssen. Wir sollten als Gemeinde vorbereitet sein und Kapazitäten vorhalten.“ Öffentlich darüber zu spekulieren, welche Situationen das sein könnten, will Beuting nicht. Aber: „Falls Murnau beispielsweise für ein Rahmenprogramm vorgesehen ist, dann wird es hier schon etwas zu tun geben.“

Zum G7 Gipfel 2015: Feuerwehr wurde gebeten, sich Zeit zu nehmen

Bei der örtlichen Feuerwehr verhält es sich ähnlich. „Müssen Autobahnzufahrten abgesichert werden?“, „Oder Zufahrten zum Flugplatz in Pömetsried, falls nicht nur die Polizei, sondern auch US-Präsident Obama dort landet?“ Das alles weiß Chef Florian Krammer noch nicht. Nur eins steht fest. „Die in Murnau und in Weindorf stationierten Fahrzeuge der Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung werden bei größeren Vorfällen herangezogen.“ Die Mitglieder der Wehr seien gebeten worden, sich Zeit zu nehmen.

Frank Bauer, stellvertretender Leiter der BRK-Rettungswache Murnau, gibt sich gelassen. „Wir werden in dieser Zeit unser normales Tagesgeschäft absolvieren. Sollte eine außergewöhnliche Situation eintreten, werden wir Unterstützung erhalten.“ Das BRK Murnau verfügt über einen Rettungs- und einen Notarztwagen, über zwei Krankenwagen, 17 hauptamtliche und 30 ehrenamtliche Mitarbeiter. Für die Hauptamtlichen gilt eine Urlaubssperre.

sp

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst.

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