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Schauplatz des Gipfels der acht mächtigsten Staats- und Regierungschefs der Welt: das Hotel Schloss Elmau in der Gemeinde Krün.

Schlossherr verrät die Hintergründe

G8-Gipfel im Schloss Elmau: Kanzlerin ließ nicht locker

Garmisch-Partenkirchen - Zunächst dachte Schlossherr Dietmar Müller-Elmau an einen Staatsbesuch, als die Vertreter der Bundesregierung das prächtige Hotel Schloss Elmau besichtigten. Und von diesem Gedanken war er nicht begeistert. Vom Gipfel ist er es schon. Er verrät, warum das Treffen in seinem Haus stattfindet.

Angela Merkel hat es nie vergessen. Das Elmauer Tal, das Wettersteingebirge, das prächtige Schloss. „Hier müssen wir unbedingt mal was machen“, sagte sie im Frühsommer 2005, wenige Monate vor ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin, zum Schlossherrn Dietmar Müller-Elmau. Bei einer Tagung weilte sie in dem Luxushotel und war restlos begeistert. Der Aufenthalt blieb Merkel im Gedächtnis. Nun hat sie ihr Versprechen eingelöst. Jetzt macht sie „mal was“ im Schloss: das Treffen der acht mächtigsten Staats- und Regierungschefs im Juni 2015.

Dass er wirklich die Kanzlerin und ihre Kollegen nächstes Jahr empfangen darf, hat der Hotelier lange nicht geglaubt. Eigentlich bis Donnerstag nicht. Erst als er um 15 Uhr in den Medien von der Ankündigung hörte, „hab’ ich es geglaubt. Vorher war ich mir nicht sicher, dass es wirklich klappt“, sagt der 59-Jährige im Gespräch mit dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. Ein Anruf aus Berlin hat er vor der Pressekonferenz in Meseberg nämlich nicht erhalten.

Merkel-Mitarbeiter: Das Schloss "würde perfekt passen"

Doch die Merkel-Mitarbeiter ließen sich nicht abwimmeln und standen kurz darauf einfach auf der Matte. Sie waren „von der Kanzlerin instruiert worden“, erfuhr Müller-Elmau später. Sie konnte das Schloss einfach nicht vergessen. Eine bessere Visitenkarte als das abgelegene Tal in der Alpenkulisse gibt es wohl kaum für Deutschland. Nachdem der Hotelchef skeptisch blieb, weihten ihn die Regierungsvertreter ein – und gaben ihm gleich zu verstehen: Das Schloss „würde perfekt passen“, erinnert sich der 59-Jährige an das Gespräch. Wie einige Hotels in ganz Deutschland auch.

Das abgeschirmte Tal spielt den Sicherheitskräften in die Hände

Im November verdichteten sich die Hinweise aufs Schloss aber. Da standen Mitarbeiter des Bundeskriminalamts vor der Tür, schauten sich ganz genau um und stellten Fragen: zum Haus, zur Umgebung, zum Eigentümer selbst. Für sie galt zu klären: „Kann man den Ort schützen, wie kommt man hin?“, erläutert Müller-Elmau. Sie fanden Antworten. Das abgeschirmte Tal spielt den Sicherheitskräften in die Hände, Helikopter landeten schon einige im FFH-Gebiet. Schließlich war bereits „das Who is Who der Politik“ zu Gast, verrät er.

"Es sind Millionen von Details zu klären"

Und im Juni 2015 kommen die höchsten Acht. Das ist nun klar. Aber „ich weiß heute noch nicht, was G8 für uns bedeutet“, gibt Müller-Elmau zu. Er weiß nur: „Es sind Millionen von Details zu klären.“ Er erwartet eine Delegation nach der nächsten in seinem Haus, die Sicherheitsfragen, Örtlichkeiten und den exakten Ablauf klären. „Da muss ja alles minutiös geplant sein.“ Und alle Mitarbeiter müssen instruiert werden. „Niemand bringt Obama eine Tasse Kaffee ohne eingehende Prüfung.“ Das ist ihm klar. Für den Gipfel stellt er zu den 260 Mitarbeitern weitere 100 ein. Nebenbei muss er schauen, dass der Neubau hinter dem Schloss fertig wird. Denn dort sollen die Regierungschefs in acht gleich großen Luxus-Suiten nächtigen. Natürlich darf Putin keinen Quadratmeter weniger Platz bekommen als Obama. Auch die Bundeskanzlerin soll sich wieder wohlfühlen. Damit sie ihre Entscheidung nie bereut, in Elmau „mal was zu machen“.

Janine Tokarski

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