Ganz schön alt - und doch so jung

Oberammergau - Der TSV Oberammergau feiert sein 150-jähriges Bestehen. Zum Vereinsjubiläum kann Vorsitzende Monica Sedlmair-Hörmann 330 Gäste im Ammergauer Haus begrüßen.

Es ist 22.22 Uhr, als die Big Band des Benediktiner-Gymnasiums Ettal ihre Jazz-Version von „The final countdown“ spielen. Und tatsächlich ist das offizielle Programm samt Reden und musikalischen sowie sportlichen Beiträgen bei der 150-Jahr-Feier des TSV 1861 Oberammergau so gut wie beendet. Die Vorsitzende Monica Sedlmair-Hörmann betritt noch einmal die Bühne im Ammergauer Haus, lächelt und sagt: „Liebe Freunde, das war’s.“ Sie ist zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Die rund 330 Gäste sind es auch, wie ihr viele beim Abschied bestätigen. Beim TSV läuft’s rund.

An Tiefen im Verein könne sie sich nicht erinnern, bekennt Sedlmair-Hörmann, die seit 2003 Vorsitzende ist. Da hat einer ihrer Gäste schon schlimmere Zustände erlebt: Franz Maget, Ehrengast und Vizepräsident des Patenclubs TSV 1860 München. Der nimmt’s mit Humor und sagte augenzwinkernd in Richtung Sedlmair-Hörmann: „Ich wünsche Ihnen, dass sie niemals solche Sorgen haben wie 1860 München.“ Anerkennung gibt’s von Maget auch für die Mitgliederzahl des TSV Oberammergau: Rund 1400 - eine stolze Zahl bei knapp 5200 Einwohnern. „Also, ich habe das mal berechnet“, erklärte er schmunzelnd. Wenn 1860 München das gleiche Verhältnis von Einwohnern und Mitgliedern haben wollte, „müssten 450 000 Menschen unserem Verein angehören“. Und angesichts der derzeit rund 20 000 bekannte er offen: „Das schaffen wir nicht.“

Nicht nur Maget brachte seine Anerkennung für 150 Jahre TSV zum Ausdruck: Auch Vertreter vom Bayerischen Landessport-Verband, Bayerischen Turnverband und vom Bayerischen Radsport-Verband brachten Glückwünsche, Auszeichnungen und Geschenke mit.

Bürgermeister Arno Nunn kam ebenfalls zum Fest des größten Vereins im Ort. Über 600 Kinder und Jugendliche sind in den verschiedenen Abteilungen aktiv. Sedlmair-Hörmann stellte deshalb anlässlich der 150-Jahr-Feier zurecht fest: „Ganz schön alt ist er geworden, unser Verein. Dafür aber ganz schön jung geblieben.“

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