Ganztagsklasse an einer der Grundschulen?

Murnau - Die Thematik hat es Anna Schlegel angetan. So gesehen ist die Wegbereiterin für die Realschule Murnau in ihrer jetzigen Funktion als Referentin fürs Schulwesen goldrichtig aufgehoben. Ein neuer Vorstoß von ihr und ihrer Partei, dem ÖDP/Bürgerforum, ist die Forderung auf Einrichtung einer gebundenen Ganztagesklasse an einer der Murnauer Grundschulen.

In immer mehr Familien sind beide Elternteile gezwungen, arbeiten zu gehen, und können deshalb ihre Kinder daheim schulisch nicht mehr entsprechend begleiten. So werden in ganz Bayern die Rufe nach einem verstärkten Ausbau der bestehenden Einrichtungen zu Ganztagesschulen lauter. Auch in Murnau soll sich, wenn es nach den Wünschen des ÖDP/Bürgerforums geht, in dieser Hinsicht noch mehr bewegen. Bisher gibt es derartige Angebote für bestimmte Klassen in so genannter gebundener Form (Unterricht an Vor- und Nachmittagen) an der Mittelschule, in offener Form (Unterricht am Vormittag und Betreuung am Nachmittag, siehe Kasten) an Gymnasium und Realschule, nicht aber an einer der beiden Grundschulen.

In einem Antrag an den Marktgemeinderat fordert Gemeinderätin und Referentin fürs Schulwesen, Anna Schlegel, im Namen ihrer Fraktion (ÖDP/Bürgerforum) und nach Rücksprache mit den beiden Rektorinnen nun die Einrichtung einer gebundenen Ganztagsklasse beziehungsweise eines Ganztageszuges an einer der beiden Murnauer Grundschulen, und möglichst schon zum Schuljahr 2015/2016. Schlegel ist von den Vorzügen eines solchen Angebots überzeugt. „Diese Ganztagsbetreuung gewinnt immer mehr an Bedeutung, da immer mehr Eltern arbeiten gehen müssen“, sagt sie. „Der Vorteil von gebundenen Ganztagsklassen ist einmal, dass dadurch auf die Tagesform der Kinder besser Rücksicht genommen werden kann. Aber auch, dass ihnen damit ein anderes Schulbild vermittelt wird, nämlich dass die Schule nicht nur als reiner Lernort gesehen wird, sondern auch als Ort für andere schöne und angenehme Dinge. Weiterer Vorteil ist, dass die Hausaufgaben bereits erledigt sind, wenn die Kinder heimkommen, und dass dieses Angebot im Gegensatz zu einer Hortunterbringung kostenfrei wäre.“ Die Grundschüler würden von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr (zusätzliche zwölf Lehrerwochenstunden) und freitags bis Mittag eine solche Klasse besuchen und natürlich auch Essen erhalten.

In dem Antrag fordert Schlegel im Namen der Fraktion, dass die Rathausverwaltung, falls der Gemeinderat denn zustimmen wird, so bald wie möglich die Ermittlung der vom Kultusministerium vorgegebenen Voraussetzungen in die Wege zu leiten. Nötig für eine Beantragung einer Ganztagsklasse sei zunächst einmal eine Bedarfserhebung an den Grundschulen und Kindergärten mit einer Staffelung der Verbindlichkeit des Interesses. „Die Eltern müssten dabei angeben, ob eine Anmeldung sicher, voraussichtlich oder eventuell vorgenommen wird“, erläutert Schlegel. So könne auch festgestellt werden, für welche Jahrgangsstufe, ob für erste, zweite, dritte oder vierte Klasse, Interesse bestünde. Diese Erhebung solle sprengelunabhängig für ganz Murnau vorgenommen werden.

Zudem müsse eine Prognose der mittelfristigen Entwicklung der Schülerzahlen (fünf Jahre) ermittelt werden, sagt Schlegel. Denn Voraussetzung für ein solches Vorhaben sei, dass die Schule über diesen Zeitraum hinweg auch sicher zweizügig (zwei Klassen pro Jahrgangsstufe) gefahren werden könne, damit den Eltern die Wahlmöglichkeit zwischen herkömmlichen Zeiten oder aber dem Ganztagsangebot erhalten bleibe.

Als nächstes müsse der Sachaufwandsträger, die Marktgemeinde, zusammen mit den Schulleiterinnen ein pädagogisches und inhaltliches Konzept des Ganztageszugs der einrichtenden Schule inklusive Kooperation mit externen Kräften wie zum Beispiel Musikschulen und Sozialpädagogen, erstellen - und sich zu guter Letzt bereit erklären, jährlich zusätzlich zu den Zuschüssen vom Ministerium noch in etwa 5000 Euro dafür in die Hand zu nehmen. (sp)

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