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Partner beim neuen Trainingslager-Konzept von GaPa-Tourismus: (v.l.) Peter Nagel, Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann, Sportmanager Daniel Erbschwendtner, Hoffenheim-Geschäftsführer Dr. Peter Görlich, Sonnenbichl-Direktor Christoph Mathes und 1. FC-Finanzvorstand Arne Albl.

Konzept ist bereits entwickelt

Gapa-Tourismus und das Geschäft mit Profi-Teams

Garmisch-Partenkirchen -  GaPa-Tourismus hat einen Markt entdeckt, der anderswo seit Jahren boomt: Das Geschäft mit Trainingslagern von Profimannschaften. Direktor Peter Nagel glaubt, dass Garmisch-Partenkirchen alle Voraussetzungen bietet, um in diesem Segment Erfolg haben zu können.

Tourismus und Sport sind seit vielen Jahrzehnten unbestritten die wichtigsten Einnahmequellen von Garmisch-Partenkirchen. Doch damit nicht genug, hat sich die Tourismusdirektion nunmehr einen weiteren Bereich einfallen lassen, „der zusätzliche Wertschöpfung bringen könnte“, wie Tourismus-Chef Peter Nagel betont. „Wir wollen auswärtigen Vereinen und Sportlern attraktive Möglichkeiten zum Training anbieten, ein Konzept dafür haben wir jetzt entwickelt.“

Österreich und insbesondere Tirol machen das ja schon lange. Einfach ausgedrückt geht es den heimischen Touristikern dabei nicht um die Individual-Urlauber, sondern darum, Sportvereine und deren Mannschaften herzuholen, auf dass sie hierzulande ihre Trainingslager aufschlagen, Ausbildungen und Lehrgänge absolvieren. So wie es derzeit auch der Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim macht, der noch bis Ende dieser Woche hauptsächlich im Stadion am Gröben trainiert und im Grandhotel Sonnenbichl logiert. „Wir sind restlos begeistert“, sagt TSG-Trainer Julian Nagelsmann, „und das nicht nur von den Trainingsmöglichkeiten, sondern auch von der Unterbringung und natürlich der Landschaft.“

Auf folgender Basis soll laut Nagel dase Angebot stark ausgebaut werden: „Wir wollen alle Trainingsmöglichkeiten auf Sportplätzen und in Hallen bieten, haben dazu ohnehin schon unsere tolle und motivierende Erholungslandschaft und dazu sehr gute Dienstleister sowie das Knowhow für Veranstaltungen aller Art.“ Mit diesen Ideen hat er schon vor geraumer Zeit mit Christoph Mathes, dem Direktor des Grandhotels Sonnenbichl, gesprochen. „Er hat mir gesagt: „Find’ ich gut, unser Hotel ist mit im Boot.“ Doch als dann die Tourismusdirektion einen Flyer für Interessenten an Trainingslagern kreiert hatte, „stellten wir schnell fest, dass unser Angebot auf diesem Sektor relativ überschaubar ist“, sagt Nagel. „Beispielsweise hat unser Ort nur den Fußballplatz des 1. FC Garmisch-Partenkirchen, der uns zwar sehr verbunden ist, aber nicht genug sein kann. Wir haben dann schnell erkannt, dass wir auch andere Orte im Landkreis einbinden müssen, um mehr anbieten zu können.“

Unter anderem fehlt es ganz erheblich an Turnhallen, denn insbesondere im Sommerferien sind deren Hausmeister in Urlaub. Daraufhin hat man mit dem Landkreis gesprochen. „Wenn wir unser Konzept durchziehen wollen, professionell, best of class und mit hoher Qualität, dann müssen wir alles, was dieser Landkreis bietet, zusammenfassen“, erklärt Nagel. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) habe jedenfalls prompt seine Hilfe zugesagt. Christian Lackner, Tourismusmanager der Kreisentwicklungsgesellschaft, hat an alle Orte und Vereine im Landkreis eine Umfrage gestartet, welche Sporteinrichtungen vorhanden sind und wer über deren Belegung entscheiden kann: „Es ist eine irre Datei geworden. Wir wissen jetzt, welches Potenzial der Landkreis auf diesem Sektor hat“, meinte der Tourismus-Direktor.

Natürlich gebe es anderswo zahlreiche Orte, die Sporttourismus dieser Art schon lange anbieten – gerade in Österreich sowie im italienischen Trentino oder hierzulande Rottach-Egern. „Wir müssen das nicht neu erfinden, doch jetzt greifen wir es auf und bieten ebenfalls diese Art von Sporttourismus an – für die acht Monate, die bei uns ohne Schnee sind“. Der Landkreis verfügt laut Nagel über eine Fülle an Sportanlagen. „Das alles wollen wir bündeln und dann den Sporttouristen aller Disziplinen zur Verwendung anbieten.“

Als Partner hat GaPa-Tourismus die in Wien ansässige, aber sowohl international wie auch stark in Deutschland wirkende Sportmanagementfirma „Globus-Goals“ von Daniel Erbschwendtner ausersehen: „Wir geben ihm jetzt erst einmal unsere Informationen, dann soll er auf Akquise gehen und ermitteln, was möglich ist.“ Er glaube jedenfalls, verdeutlicht Nagel, dass dieses Konzept ein großes Potenzial habe – gerade im modernen Sport: „Unserer Meinung nach generiert ein Trainingslager erhebliche Wertschöpfung für den gesamten Ort und den Landkreis.“ Und Sportmanager Erbschwendtner ergänzt: „Vergessen sie nicht das Folgegeschäft nach solchen Trainingslagern. Die Sportler kommen wieder – mitsamt ihren Familien.“

Wolfgang Kaiser

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