Einfach „Leiwand“: Sebastian Unterstein (l.) und Tassilo Pritzl überzeugen mit aktuellen Rock- und Popsongs – gecovert auf ihre ganz spezielle Weise. foto: schauer

GAPSTOCK-Festival: Vier Bands, eine Mission

Garmisch-Partenkirchen - Melodischen Pop, Rock und Punk mit weihnachtlichem Ambiente verbinden: Ein Konzept, das beim GAPSTOCK-Festival funktioniert.

Raue Stimmen trafen auf softe Töne, selbstgeschriebene Lieder folgten auf Coversongs. Ebenso buntgemischt wie die Bands beim Gapstock-Akustikfestival im Gasthof Rassen in Garmisch-Partenkirchen war auch das Publikum. Doch eines vereinte die rund 180 Anwesenden, ob Künstler oder Zuhörer: die Begeisterung für Unplugged-Musik. Bereits zum sechsten Mal organisierte die Junge Börse die Veranstaltung und bewies wieder den richtigen Riecher bei der Auswahl der Bands.

Den Auftakt machte die Ammertaler Gruppe „Escalators“, die mit ihrer Mischung aus Pop, Rock und Skatepunk im September den Murnauer Bandwettbewerb gewinnen konnte. „Es ist saucool, hier aufzutreten“, freute sich Gitarrist und Sänger Tobias Mentler (22). „Wir hatten noch nie so ein großes Publikum.“ Zu den alten Hasen beim Gapstock zählen sich dagegen die Musiker von „I kissed Captain Hook“. Für die Punkband gehört der Auftritt inzwischen zur Routine, langweilig wird’s trotzdem nicht. „Es macht immer Freude, vor allem weil die Popularität und Szene in Garmisch-Partenkirchen wächst“, betonte Sänger Hannes Müller (23).

Einen optischen Höhepunkt lieferten „Sybian“ ab. Nicht nur mit ihren schrillen Outfits mit Perücken oder vermummten Gesicht, sondern auch mit ihren fünf extra fürs Festival komponierten Stücken erspielten sich die Metaler den Applaus der Konzertbesucher im bestuhlten Saal. Sie sind inzwischen so bekannt, dass Fans sogar aus der Schweiz anreisen. „Ich bin nur ihretwegen hier in Garmisch-Partenkirchen und meine Erwartungen haben sich erfüllt“, sagte Fabian Rittirsch aus dem Kanton Wallis. „Es ist sehr ungewöhnlich Metal-Bands akustisch zu hören.“

Applaus bekam aber vor allem eine Gruppe: Leiwand. Die vier Musiker präsentierten eindrucksvoll einen Auszug aus ihrem Repertoire aus aktuellen Pop- und Rockstücken - und das kam an. „Sie interpretieren die Coversongs auf ihre Weise“, erklärte der 25-jährige Constantin Gülich aus Murnau. Aber vor allem technisch seien sie sehr gut. Das Konzept des Festivals, akustischen und melodischen Punk, Rock und Pop mit weihnachtlichem Ambiente zu verbinden, funktioniert. „Es gibt nicht soviele Akustikevents“, klagte auch Mentler. Dass Gapstock eine „großartige Veranstaltung“ ist, dabei stimmte ihm Müller zu: „Sonst wird hier für die Jugend nicht viel geboten“ - und das müsse sich ändern.

Auch interessant

Kommentare