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Die beeindruckende Bergkulisse begeistert viele Fernsehzuschauer. Dass die Szenen für die Garmisch-Cops nicht in der Marktgemeinde, sondern auf dem Wallberg am Tegernsee aufgenommen wurden, ist nicht zu sehen.

Werbung für den Wallberg

"Garmisch-Cops" gar nicht in Garmisch

Garmisch-Partenkirchen - Dumm gelaufen: Zwar waren die Aufnahmen wunderschön, die die TV-Zuschauer bei der ersten Folge der zweiten "Garmisch-Cops"-Staffel sahen. Nur spielten sie nicht in Garmisch-Partenkirchen, sondern am Tegernsee.

Das mussten die Touristiker schon vielen Anrufern beichten... Bei Garmisch-Partenkirchen-Tourismus klingeln wieder die Telefone. Seitdem die zweite Staffel der ZDF-Serie „Garmisch-Cops“ vor einer Woche angelaufen ist, wollen viele Zuschauer wissen: „Wo genau ist denn dieses wundervolle Panorama aufgenommen worden?“ Die Mitarbeiter antworten fleißig auf die Fragen - und machen so unfreiwillig Werbung für den Landkreis Miesbach. Denn der Tatort befand sich nicht etwa auf Wank, Kramer oder Zugspitze - sondern auf dem Wallberg.

Eine ganz normale Vorgehensweise, versichert Alexander Ollig. „Wir können nicht alles in Garmisch-Partenkirchen drehen“, sagt der Produzent. Unter anderem werden in den kommenden Folgen auch Rottach-Egern sowie verschiedene Gemeinden aus dem heimischen Landkreis zu sehen sein.

Für den Auftakt der neuen Staffel war ursprünglich die Hausbergbahn als Drehort anvisiert worden - zweimal kam ein Filmteam im Sommer zur Besichtigung. „Uns ist aus produktionstechnischen Gründen abgesagt worden. Mehr wissen wir nicht“, sagt Verena Lothes, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Im Ort wird gemunkelt, am Wallberg habe das Team schlichtweg kostenlos drehen dürfen, während die BZB Geld verlangt habe.

„Das stimmt nicht“, sagt Ollig. Auch für den Dreh am Tegernsee musste der Sender zahlen. „Die Kosten waren auch nicht das Ausschlaggebende bei unserer Entscheidung.“ Aber zum einen passten die Wallberg-Gondeln schlichtweg besser ins Konzept. Zwei Leute plus Kameramann sollten Platz haben. Zum anderen wäre es komplizierter gewesen, in Garmisch-Partenkirchen zu drehen. Denn die Hausbergbahn fährt im Sommer nicht. „Sie können sich nicht vorstellen, was das für ein Aufwand ist, diese extra in Betrieb zu nehmen“, sagt Ollig. „Da geht schon ein sehr guter Gebrauchtwagen über den Tisch.“ Außerdem hätte die Crew, etwa 45 bis 50 Leute, im Ort übernachten müssen. An den Tegernsee wurde gependelt. So war das Team aus München flexibel. Denn zweimal wurden die Aufnahmen verschoben. „Das Wetter hat nicht gepasst.“

Sonnig sollte es schließlich sein, damit das Panorama besonders schön wird. Hat gut funktioniert, wie die vielen Anrufe - etwa 40 bis 50, ähnlich viele Anfragen gingen per E-Mail ein - bei GaPa-Tourismus beweisen. Dass seine Mitarbeiter dann zugeben müssen, dass die Kulisse zum Teil vom Tegernsee stammt, sieht Tourismusdirektor Peter Nagel „mit einem weinenden Auge. Aber wir beantworten die Fragen natürlich ehrlich“. Wirklich tragisch findet er es auch nicht. „Es macht für uns nichts kaputt.“ Zumindest nicht, solange Szenen an fremden Orten die Ausnahme bleiben. Und so ist es auch, sagt Nagel: „Der Großteil wurde bei uns gedreht.“ Deshalb macht er sich keine Sorgen um den Werbeeffekt. „Ich bin froh, dass es die Serie gibt.“ Sie erreiche Menschen, „zu denen wir vorher keinen Kontakt hatten“.

Und die merken ohnehin nicht, wenn ein wenig geflunkert wird, ist Produzent Ollig überzeugt. „Für die Zuschauer, die nicht in Garmisch leben, ist das alles Garmisch.“ Von denen dürfte es einige geben. Die erste Folge sahen 4,23 Millionen Menschen. Marktanteil: 15,1 Prozent. Im Oktober 2012 war die Krimi-Serie mit 4,37 Millionen Zuschauern (Quote: 16,5 Prozent) gestartet und schließlich aber auf bis zu 3,05 Millionen (10,8 Prozent) abgefallen.

Deshalb ist Ollig gespannt, wie es weitergeht. Die zweite Folge der neuen Staffel wird am heutigen Freitag (ZDF, 19.25 Uhr) ausgestrahlt. Da dürfte eine erste Tendenz erkennbar sein. Mit einer Entscheidung des Senders, ob die Garmisch-Cops auch eine dritte Staffel lang ermitteln dürfen, rechnet Ollig erst „Ende Februar, Anfang März“. Noch aber stehen ja elf weitere fertig gedrehte Folgen auf dem Programm. Mal mit mehr, mal mit weniger Garmisch. Denjenigen, die sich vor Ort auskennen, rät der Produzent, einfach selbst ein wenig zu ermitteln: „Sie können ja raten, wo wir diesmal gedreht haben.“

(kma)

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