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Bald rollen die Züge wieder: Bahn ermittelt aber weiter nach dem Unglück im Juni

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Von: Dirk Walter

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Während die Behörden noch ermitteln, werden nach dem schweren Unglück im Juni nahe Garmisch-Partenkirchens bald wieder die Züge rollen.

München/Burgrain – Es war das schwerste Zugunglück der vergangenen Jahre: Fünf Menschen, darunter ein Jugendlicher und zwei Frauen aus der Ukraine, starben am 3. Juni, nachdem ein Regionalzug bei Burgrain (Kreis Garmisch-Partenkirchen) entgleist war. Drei Waggons kippten um, zwei stürzten die Böschung hinunter – allein die Bergung des Zuges dauerte Wochen.

Noch bewegen sich die Angaben über die Unglücksursache im Bereich der Spekulation: Die zuständige Bundesstelle für Eisenbahnunfall-Untersuchung (BEU) ermittelt noch. „Es wird ein Zwischenbericht vor dem Jahrestag des Ereignisses veröffentlicht“, teilt Behördensprecher Gerd Münnich auf Anfrage mit. „Ob das noch in diesem Jahr erfolgen wird oder erst im Januar, ist noch offen.“ Vermutet wird, dass es eine schadhafte Stelle am Gleis oder an den Betonschwellen gab.

Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Gegen vier Personen wird ermittelt

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt weiterhin gegen vier Personen, wie Sprecherin Andrea Grape bestätigt: Der Lokführer, zwei Fahrdienstleiter und ein Mitarbeiter von DB Netz werden als Verdächtige geführt.

Die Bahn hatte in den Tagen nach dem Zugunglück bundesweit, aber auch entlang der Strecke ins Werdenfels, zahlreiche Langsamfahrstellen identifiziert. Die Züge im Werdenfels enden seit längerer Zeit in Murnau.

Doch in gut zwei Wochen beginnt auch in Garmisch-Partenkirchen wieder der Zugverkehr, bestätigte die Bahn am Freitag. Die Streckensanierung zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen, wo auf elf Kilometern Länge Schienen, Schotter und Schwellen ausgetauscht wurden, stehe „kurz vor dem Abschluss“, ab 16. November rollen die Züge wieder. Allerdings werde es bis zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember noch teilweise längere Fahrzeiten und einzelne Zugausfälle geben.

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Modernisierung läuft: zahlreiche Baustellen und Langsamfahrstellen

Nicht ganz so gut sieht es auf den Nebenstrecken aus: Zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald sind auch nach dem 11. Dezember Langsamfahrstellen an der Strecke, außerdem muss die Software der Züge umgestellt werden. „Bis auf Weiteres“ muss man daher in Garmisch-Partenkirchen zur Weiterfahrt umsteigen. Zwischen Murnau und Oberammergau wird ebenfalls gebaut – und das noch länger. Erst ab 11. Dezember sollen wieder Züge fahren, dann aber nur im Zwei-Stunden-Rhythmus. „Auch hier gibt es noch Langsamfahrstellen“, berichtet eine Bahnsprecherin. Es gebe „keine Prognose“, wann der normale Ein-Stunden-Takt wieder aufgenommen werden kann. Mit fehlenden Zügen habe die Einschränkung nichts zu tun, betont sie.

Die Modernisierung geht 2023 weiter. Im nächsten Jahr sollen 26 Kilometer Gleis erneuert werden: zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald bzw. Griesen sowie im Bahnhofsbereich von Bichl, Kaltenbrunn, Klais, Geltendorf und Utting. Extrem anstrengend dürfte es indes erneut für die Pendler der Kochelseebahn werden: Von März bis Dezember will die Bahn die Oberleitung zwischen Tutzing und Kochel erneuern. Es dürfte etliche Fahrplanänderungen und Streckensperrungen geben.

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