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Nach Scheuer-Versprechen: 2-Tunnel-Initiative bläst Demonstrationen ab

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Fahhraddemo durch Garmisch-Partenkirchen für den Wanktunnel im Juli 2018.
Protest: Fahrraddemo durch Garmisch-Partenkirchen für den Wanktunnel im Juli 2018. © Dominik Bartl

Die 2-Tunnel-Initiative in Garmisch-Partenkirchen hat Demonstrationen abgeblasen. Man will abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.

Garmisch-Partenkirchen – Der 2-Tunnel-Initiative hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit seinem Versprechen, der Wanktunnel werde kommen, den Wind aus den Segeln genommen. Sobald Baurecht besteht, wolle man Scheuer zufolge mit dem Bau des Wanktunnels beginnen. „Das sage ich Ihnen zu,“ hatte der CSU-Mann beim Anschlag für den Wanktunnel am 7. Februar hochofizell erklärt.

Runder Tisch

Tags zuvor waren durch den parteiübergreifenden Runden Tisch, dem Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), Vertreter aller Parteien, die im Gemeinderat vertreten sind, Axel Doering vom Bund Naturschutz sowie Ursel Kössel und Andre Scheerer von der Tunnelinitiative angehören, noch mehrere Demonstrationen und Menschenketten durch Partenkirchen beschlossen worden. Damit sollte Druck auf Scheuer und Alexander Dobrindt, der in seiner Zeit als Verkehrsminister alle Tunnelprojekte in den vordringlichen Bedarf gehoben hatte, Druck ausgeübt werden. „Das haben wir jetzt erst einmal zurückgestellt“, sagt Kössel auf Tagblatt-Anfrage. Man wolle abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Sollten sie nicht in die gewünschte Richtung laufen, werde man weitere Überlegungen anstellen. „Demonstrationen bleiben eine Option“, meint Kössel.

Spärliche Ressourcen

Seit dem Tod von Hans Sedlmaier führt Kössel alleine die Bürgerinitiative, unterstützt von Rechtsanwalt Scheerer sowie Franz Reindl und weiteren Mitstreitern. Scheerer zufolge sind die Ressourcen im Ort eher „spärlich“. Der Runde Tisch, der sich im Oktober des vergangenen Jahres konstituierte, kämpft vehement für eine Priorisierung des Wanktunnels, nachdem der Auerbergtunnel, für den mittlerweile Baurecht besteht, vorgezogen werden soll und damit das Verkehrsministerium in Berlin den zweiten vor dem ersten Schritt getan hat.

Ganze Verkehrsbelastung im Ortsteil Partenkirchen

Der Garmisch-Partenkirchner Ortsteil Partenkirchen wird zunächst einmal die gesamte Verkehrsbelastung zu spüren bekommen. „Die Autobahn endet in Zukunft vierspurig am nördlichen Ortsanfang von Partenkirchen“, sagt Scheerer. „Das werden wir nicht zulassen.“ Allerdings ist ihm klar, dass man mit dem Protest gegen den Auerbergtunnel nichts erreichen wird. Diese Meinung vertritt auch Doering: „Wir dürfen diesen Krieg nicht führen. Es wird nur Verlierer geben und einen Gewinner: den Auerbergtunnel.“ Die Kritik, die an Dobrindt und Scheuer anklang, kann CSU-Gemeinderat Claus Gefrörer nicht nachvollziehen. Er geht davon aus, dass der CSU-Landesgruppenchef im deutschen Bundestag „mit der gleichen Energie für den Wanktunnel einsetzt, wie er das für die anderen Umfahrungen getan hat“. 

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