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Premiere: Das Festival startet erstmals im Werdenfels-Gymnasium.

Ehemaliger Leiter nimmt Stellung

Defizit beim Strauss-Festival schlägt hohe Wellen

Das Defizit beim Strauss-Festival schlägt hohe Wellen. Jetzt nimmt der ehemalige Leiter Stellung.

Garmisch-Partenkirchen – Dr. Christian Wolf ist empört. Er sieht seinen Ruf beschädigt – durch Unwahrheiten und Fehlinformationen. Der ehemalige Leiter des Richard-Strauss-Instituts und Dramaturg des Festivals, der Ende 2018 seinen Vertrag mit der Gemeinde gekündigt hatte, nimmt in einem Brief an das Tagblatt Stellung. Ein persönliches Gespräch lehnt er beharrlich ab.

Ihm sei daran gelegen, einige wesentliche Punkte öffentlich richtig zu stellen. Wolf schreibt, dass die Budgetplanung in enger Absprache mit dem künstlerischen Leiter, Alexander Liebreich, und einem externen Managementberater vorgenommen wurde. Das Budget sei sowohl dem Finanzausschuss als auch dem Gemeinderat im Herbst 2018 zum Beschluss vorgelegt worden. Darin enthalten waren nach seiner Aussage auch die Kosten für die Spielorte Wank, Zugspitze und Werdenfels-Gymnasium. Beim Thema Zuschuss des Freistaates Bayern berichtet Wolf, dass dieser höher ausfallen sollte als im Jahr 2018, als 230 000 Euro zur Verfügung gestellt wurden. Das sei das erklärte Ziel und der Auftrag des Gemeinderates gewesen. Letztlich sind tatsächlich 250 000 Euro geflossen. In dem von Dr. Dominik Sedivy, Wolfs Nachfolger als Festival-Organisator, vorgelegten Planung war allerdings noch von 275 000 Euro die Rede.

Des Weiteren weist Wolf daraufhin, dass das Festival-Budget nach seinem Neustart im Jahr 2018 als ein flexibles zu verstehen sei. Das heißt, die Ausgaben sind an die tatsächlichen Einnahmen anzupassen. Zum Zeitpunkt seines Ausstiegs sei weder das Programm veröffentlicht gewesen, noch habe es höhere Ausgaben für die Durchführung des Festivals gegeben. Kalkulationen, Angebote und bereits bezahlte Rechnungenlagen nach Wolfs Aussage „in geordneter Form – digital und ausgedruckt – vor“. Die Verantwortlichkeit hinsichtlich des Budgets ab 1. Januar 2019 sei bei der Gemeinde klar geregelt. Auch der künstlerische Leiter müsse sich an die Einhaltung des Budgets halten, denn seine Beauftragung sei auf einen konkreten Projektplan bezogen, so Wolf weiter. Als völlig inakzeptabel bezeichnet er es, dem früheren Organisationsteam, das seit über zehn Jahren mit der Realisierung des Festivals betraut war, fehlende Professionalität zu unterstellen. Auch das Ergebnis des Festival 2019 liege weder in seiner noch in der Verantwortung des früheren Teams.

Hohe Wellen hat Sedivys Kassensturz auch innerhalb des Gemeinderats geschlagen. Wie berichtet, kehrt Robert Allmann (SPD) seiner Partei den Rücken – unter anderem, weil er sich mitverantwortlich fühlt und zu spät die notwendigen Fragen gestellt hat.

Liebreich ist zunächst zu keinem offiziellen Statement bereit. Dann aber bedauert er die aktuelle Situation und hofft darauf, dass sich die Wogen wieder glätten. „Alle Beteiligten sollten sich zusammensetzen“, sagt er. Als dringend notwendig erachtet er neue Strukturen. Mehrfach habe die Gemeinde über die Möglichkeit einer gemeinnützigen GmbH diskutiert – jedes mal ohne Ergebnis. Auch jetzt arbeitet die Verwaltung wieder an diesem Thema. Derzeit finden Work-Shops statt, wie Florian Nöbauer, stellvertretender Geschäftsführender Beamte der Gemeinde, berichtet.

Dass er mit einem Ausstieg gedroht haben soll, will Liebreich weder bestätigen noch dementieren. Er sei ein großer Fan von Richard Strauss, engagiere sich aus Liebe zu dem großen bayerischen Musiker und zur Kultur seiner Heimat. Zu seinem Auftrag fühle er sich „committed“, heißt verpflichtet. Er spricht von einem Rückschlag und der Aufgabe, das fragile Festival zu stärken. Denn mit den neuen Veranstaltungsorten sei man grundsätzlich „auf einem guten Weg“.

Die aktuelle Unruhe schade dem Festival und gefährde seine Zukunft, so Liebreich. Offenbar sind die schlechten Nachrichten bis in die Bayerische Staatskanzlei vorgedrungen. Trotzdem hat Kultusminister Bernd Sibler bereits jetzt eine Förderung in Höhe von 170 000 Euro in Aussicht gestellt, wie die CSU-Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber und Harald Kühn gestern informierten. Dagegen habe ein neuer Sponsor seine zugesagten 50 000 Euro wieder auf Eis gelegt, teilt Liebreich mit.

Hinter den Kulissen brodelt’s. Dem Vernehmen nach gab es bereits „Notsitzungen“ beim Förderverein und beim Freundeskreis. Die Gemeinde ist gefordert. Ein tragfähiges Konstrukt müsse wieder Vertrauen schaffen, fordert Liebreich.

Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hält derweil nichts von Schuldzuweisungen. Sie setzt lieber auf eine zukunftsgerichtete Neuausrichtung. „Wir hatten dieses Jahr einfach nur riesiges Pech“, sagt sie und verweist auf den unerwarteten Ausfall des gesamten Organisationsteams.

Thomas Karsch

Lesen Sie auch:  Richard-Strauss-Festival schreibt 105 000 Euro minus

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