+
Hier kommen die Asylbewerber nach ihrer Ankunft in Deutschland unter: der Abrams-Komplex in Garmisch-Partenkirchen.

Krisenstimmung in Garmisch-Partenkirchen

Brandbrief wegen Erstaufnahmeeinrichtung: Das sagt die Polizei

Garmisch-Partenkirchen - Es brodelt in Garmisch-Partenkirchen. Stein des Anstoßes ist eine Erstaufnahmeeinrichtung. Nun wendet sich die Bürgermeisterin an die Öffentlichkeit.

Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (60, SPD) aus Garmisch-Partenkirchen ist keine Scharfmacherin - sie ist Ärztin und dreifache Mutter. Nach ihrer Wahl sagte sie: „Ich halte es nicht für richtig, Bürger zum Mitmachen aufzufordern, aber nichts davon umzusetzen.“ Jetzt traten Bürger an sie he­ran - wegen der Asylbewerber im Abrams-Areal und einer „sich zuspitzenden Situation“.

Beschwerden über das Verhalten von einigen sind so massiv, dass Meierhofer einen Brandbrief an die Regierung von Oberbayern schrieb und ankündigte: Sollte nicht gehandelt werden, sehe sie sich gezwungen, Schritte einzuleiten, „die eine dauerhafte Nutzung des Abrams-Areals als Erstaufnahmeeinrichtung unmöglich machen“. Heißt: Entweder es ändert sich bald etwas, oder wir machen das Abrams-Areal zu!

Vor allem alleinstehende Afrikaner in Abrams-Komplex 

Meierhofer fürchtet in dem Brief, der dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt vorliegt, um die Sicherheit und um Touristen. Waren es früher hauptsächlich syrische Familien, die im Abrams-Komplex wohnten, so sind jetzt 70 Prozent der 250 Flüchtlinge alleinstehende Männer aus Schwarzafrika, Ein Sprecher des Landrats­amts dazu: ‚„Die Verhältnisse sind – auch aufgrund dieser veränderten Zusammensetzung der Asylbewerber - schwierig.“

Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer.

Meierhofer berichtet von einer erheblich ansteigenden Zahl von Delikten durch Bewohner der Einrichtung auf gemeindlichen Liegenschaften. Fallzahlen der Polizei unterstreichten dies. Es gebe „Hausverbote in nie dagewesener Zahl“, insbesondere im Kurpark, und Gewalttaten, die das Maß des bisher Erlebten sprengen. Derartige Entwicklungen in einem Tourismusort „entziehen unseren Wirtschaftsbetrieben die Existenzgrundlage“. So würden im Bereich der Gastronomie Empfehlungen ausgesprochen, dass weibliche Mitarbeiter in der Dunkelheit das Zentrum meiden sollten.

Aus diesen Gründen erwartet Meierhofer „umgehendes Tätigwerden“ der oberbayrischen Regierung. Am Montag bereits wurde sie in der Sache in Garmisch-Patenkirchen vorstellig …

Das sagt die Polizei

Ist es wirklich so schlimm in der Garmischer Einrichtung? Thomas Holzer, Vizechef der Polizeiinspektion, spricht jedenfalls davon, dass die Beamten im September so viele Einsätze im Abrams-Komplex gehabt hätten wie sonst in drei Monaten: Raufereien, Schlägereien, Sachbeschädigungen. In der Einrichtung gäben Schwarzafrikaner den Ton an, „denn sie sind in der Mehrzahl“. So besetzten sie die besten WLAN-Plätze, bestimmten, wer wo schläft.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd berichtet von einer „Spitze an Delikten im September“ und von einem „landesweiten Trend“. Die Delikte würden vor allem innerhalb der Einrichtung verübt. Doch es gibt auch ein anderes Bild: So stellten zwei Jugendliche (17 und 18) vergangene Woche in Garmisch zwei deutsche Handtaschendiebe – die Helfer kamen aus Eri­trea und aus Syrien.

tz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unbekannter fährt Schülerin an und flüchtet
Ein Autofahrer hat eine Schülerin (16) in Ohlstadt angefahren und ist geflüchtet, ohne sich um das Mädchen zu kümmern. Die Jugendliche wurde im Krankenhaus untersucht. …
Unbekannter fährt Schülerin an und flüchtet
Eschenlohe baut für finanziell Schwächere
Der Wohnungsbau ist im Moment in vielen Orten ein Top-Thema. Nun wird auch die Gemeinde Eschenlohe aktiv. Wenn alles klappt, entstehen an der Murnauer Straße auf zwei …
Eschenlohe baut für finanziell Schwächere
„Rote“ müssen raus
Die Erste Skischule muss raus aus dem Ort. Das hat am Freitag das Landgericht München II entschieden. Es gab der Räumungsklage des Marktes Mittenwald statt. Die „Roten“ …
„Rote“ müssen raus
Wallgau: Eine Kommune geht finanziell am Krückstock
Die Gemeinde Wallgau schlittert immer mehr in eine prekäre Fínanzlage. Die Zahlen, die am Donnerstagabend Kämmerer Hans Zahler präsentierte, geben Anlass zu großer …
Wallgau: Eine Kommune geht finanziell am Krückstock

Kommentare