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Der weltbekannte Komponist Richard Strauss hat mehr als die Hälfte seines Lebens in Garmisch-Partenkirchen verbracht. 

Richard Strauss als Alleinstellungsmerkmal

In der Kultur liegt die Zukunft

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Richard Strauss und Garmisch-Partenkirchen vergleicht Franz M. Schmid-Preissler mit purem Gold. Nachdem sich die Interessen der Gäste drastisch ändern, und bei Umfragen Kultur an erster Stelle steht, hält es der Markenstratege für entscheidend, darauf zu bauen.

Franz M. Schmid-Preissler nennt Richard Strauss eine Weltmarke. 

Garmisch-Partenkirchen – „Miserabel“: Mit diesem Wort beschreibt Franz M. Schmid-Preissler die Lage der touristischen Destinationen in den Alpen. Zwar strömen nach wie vor unzählige Urlauber und Ausflügler in Orte wie Garmisch-Partenkirchen, „aber wir befinden uns in einer dramatischen Wertschöpfungsketten-Regression“. Was der Markenstratege aus Gmund am Tegernsee, der unter anderem als Erfinder der Prinzenrolle gilt und der auf Einladung von Tourismusdirektor Peter Nagel im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat sprach, damit meint, sind insbesondere drei Probleme: die immer kürzer werdende Verweildauer, die Überalterung der Gäste – „und zwar der kaufkraftschwachen“ – sowie die schlechte Auslastung von Gastronomie sowie Hotellerie, „die dann noch nicht einmal etwas verdienen“. Deshalb rät Schmid-Preissler, der zu den Gründungsmitgliedern von „Best of the Alps“ gehört, „das Tourismus-Thema neu zu ordnen“. Und vor allem die veränderte Interessenslage der Gäste zu berücksichtigen: „Diese interessieren sich für Kultur, Top-Sport, Gesundheit, Shopping und erst nachgeordnet kommt die noch nicht entdeckte Natur.“

Die Entscheidung des Gremiums, am Richard-Strauss-Festival festzuhalten und dieses mit Alexander Liebreich als künftigen Künstlerischen Leiter auf neue Beine zu stellen, hält er deshalb für die richtige Entscheidung. Während andere Destinationen händeringend nach einem solchen Alleinstellungsmerkmal suchen, wurde es Garmisch-Partenkirchen quasi in den Schoß gelegt. „Sie sind in einer glücklichen Lage“, bescheinigte er den Kommunalpolitikern. „Das ist wie eine Handvoll Gold, die Sie in der Hosentasche haben.“ Allerdings sei es dringend erforderlich, das Festival aus der örtlichen, regionalen Ebene herauszuheben. „Aber halten sie sich nicht allein an den Staat und warten darauf, dass ein Minister etwas gibt“, riet er den Garmisch-Partenkirchnern. Entscheidend sei es, den weltberühmten Komponisten aktiv in die touristische Marketing-Strategie einzubinden. Und dabei auch auf den Zusammenschluss von „Best of the Alps“, zwölf Alpentourismusorten in Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz zu setzen. Dass Nagel der amtierende Präsident dieses Gremiums ist, ist sicher von Vorteil. Schmid-Preissler sieht in Strauss „eine Weltmarke, die es erlaubt, sich gegenüber anderen Destinationen abzuheben“.

Worte, denen sich der Tourismusdirektor nur anschließen kann, der fast gebetsmühlenartig betont, dass sowohl der Komponist als auch Schriftsteller Michael Ende unbezahlbare Alleinstellungsmerkmale sind. Positiv wertet er, dass sich der Gemeinderat nun zunächst auf drei Jahre mit Liebreich, das heißt 2018 bis 2020 festgelegt hat. „Eine Konzeptänderung ist nach einem Jahr allein nicht messbar, da muss man schon zwei bis fünf Jahre die Luft anhalten.“ Dazu komme, dass die Vorbereitung eines Festivals von der erwünschten Qualität eines gewissen zeitlichen Vorlaufs bedarf.

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