Durch ein Gitter sieht man im Hintergrund ein großes Gebäude.
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Seit etwa fünf Jahren ist auf dem Abrams-Komplex an der Lazarett- und Brauhausstraße in Garmisch-Partenkirchen eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge untergebracht.

Abgeordneter appelliert an Humanität

Nach Brand in Moria: Kommen Flüchtlinge in den Kreis Garmisch-Partenkirchen? Grünen-Politiker stellt Forderung

  • Katharina Bromberger
    vonKatharina Bromberger
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Der Brand im Lager Moria sorgte für Bestürzung. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Andreas Krahl fordert: Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen soll Flüchtlinge aufnehmen.

  • Kommen Flüchtlinge nach dem Brand in Moria in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen?
  • Eine entsprechende Forderung stellt Grünen-Landtagsabgeordneter Andreas Krahl.
  • Er denkt dabei an die Aufnahme von 30 bis 40 Flüchtlingen.

Landkreis – Eine Glaskugel hat Andreas Krahl nicht. Auch hat er vorher kein Stimmungsbild bei seinen Kollegen im Kreistag eingeholt. Aber er hat sein Bauchgefühl. Das sagt dem Grünen-Politiker: Sein Antrag wird angenommen. „Weil die alle das Herz am rechten Fleck haben.“ Das habe er in seiner Zeit als Kreisrat gelernt. Deshalb wird „die Humanität gewinnen“.

Andreas Krahl stellt einen Antrag im Kreistag.

Genau darum geht es dem Landtagsabgeordneten aus Seehausen: um eine Geste der Menschlichkeit. Deshalb wird er im Namen seiner Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragen, dass der Landkreis Garmisch-Partenkirchen seine Bereitschaft erklärt, Geflüchtete aus dem niedergebrannten Lager Moria aufzunehmen. Auch über eine mögliche Anzahl hat sich Krahl Gedanken gemacht, wie er auf Nachfrage verdeutlicht.

Garmisch-Partenkirchen: Grünen-Politiker Andreas Krahl fordert nach Brand in Moria Solidarität

Rund 1550 Flüchtlinge, 408 Familien, will die Bundesregierung nach Deutschland holen. Diese könnten auf verschiedene Landkreise in Bayern verteilt werden. An 30 bis 40 Flüchtlinge denkt Krahl für den Kreis Garmisch-Partenkirchen. Menschen, die nach dem Brand im Lager auf der griechischen Insel Lesbos ihre Unterkunft verloren haben. Menschen, die nach ihrer Flucht aus der Heimat ohnehin schon unter unwürdigsten Umständen hatten leben müssen. Für sie fordert Krahl Solidarität. Der Landkreis habe „vielfach gezeigt, dass er in der Lage ist, Geflüchtete aufzunehmen und unsere Heimat auch zur Heimat von Menschen zu machen, die humanitäre Hilfe dringend benötigen“, schreibt der Politiker in seinem Antrag.

Flüchtlinge aus Moria: Krahl denkt an 30 bis 40 Menschen in Garmisch-Parrtenkirchen

Bekanntlich nahm Garmisch-Partenkirchen in der großen Flüchtlingskrise 2015 eine besondere Stellung ein: Im ehemaligen Abrams-Komplex wurde zunächst eine Notunterkunft, bald eine Erstaufnahmeeinrichtung für gut 300 Asylbewerber eingerichtet - nicht ohne Probleme. Weitere Unterkünfte im Landkreis entstanden. Die Infrastruktur, sagt Krahl, ist da. Der Platz auch. Viele Einrichtungen seien nicht ausgelastet, die Unterkünfte auf dem Abrams-Komplex und in Bad Kohlgrub nennt er als Beispiele. Und wie ist es um die Bereitschaft in der Bevölkerung bestellt? Ebenfalls vorhanden, glaubt Krahl. Die großen Herausforderungen nach 2015 hätte man nicht gemeistert ohne „sehr engagierte Bürger“. An ihnen, davon ist er überzeugt, „wird die Aufnahme von 30, 40 Menschen aus absoluter Notlage nicht scheitern“.

Der Landkreis Freising hat es - anders als der Gemeinderat in Tegernsee - vorgemacht. Die Kreisräte dort beschlossen, per Erklärung der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern zu signalisieren: Man ist bereit, Flüchtlinge aus dem Lager aufzunehmen. Genau das wünscht sich Krahl für seine Heimat. In der Sitzung am 22. Oktober wird sich zeigen, ob er mit seinem Bauchgefühl richtig liegt.

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