Rote Graffiti auf der Felswand im Naturschutzgebiet
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Schmierfink aus der Fanszene des FC Bayern? Darauf lassen diese Buchstaben zumindest schließen.

Auch Höllentalklamm betroffen

Sprayer beschmieren Naturschutzgebiet: Spur führt in die Fanszene des FC Bayern - „Eine Riesensauerei“

Sprayer beschmieren derzeit immer häufiger die Berge im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Auch vor der Höllentalklamm machen sie nicht halt. Nun führt eine Spur in die Fußball-Fanszene.

  • Schon wieder gibt es Schmierereien im Naturschutzgebiet bei Garmisch-Partenkirchen.
  • Der Täter dürfte der gleiche wie bei den Felswand-Graffiti in der Höllentalklamm sein.
  • Eine Spur führt in die Fan-Szene des FC Bayern.
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Grainau – „Eine Riesensauerei.“ Anders kann und will es Richard Baur nicht beschreiben. Der stellvertretende Forstbetriebsleiter aus Oberammergau ist fassungslos. Bereits zum dritten Mal in wenigen Tagen erhielt er die Nachricht, dass Unbekannte auf dem Grund der Staatsforsten mit Farbe herum geschmiert haben: An einer Felswand in der Höllentalklamm und an einem großen Felsbrocken am Eibsee. Nun auch im Bereich der Rinderscharte. „Das hat es in der 200-jährigen Geschichte des Tourismus bei uns noch nie gegeben.“

Graffiti im Naturschutzgebiet: Höllentalklamm von FCB-Fan beschmutzt

Dass jemand Mal ein Gebäude mit Farbe verschandelt, weiß Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl (CSU) aus eigener Erfahrung nur zu gut. „Es hat ja auch schon einer unseren Musikpavillon beschmiert.“ Aber das Felswände mitten im Naturschutzgebiet Opfer von Akronymen werden, ist auch ihm komplett neu.

Mit roter Farbe hat ein Unbekannter den Felsen am Eibsee beschmiert. 

Das frustriert enorm. Die Polizei tappt im Dunkeln. Es gibt nur „sehr spärliche Anhaltspunkte“, sagt Manfred Maier, Polizeibeamter der Inspektion Garmisch-Partenkirchen. Er vermutet einen direkten Zusammenhang zwischen den Graffitis in der Höllentalklamm und der Rinderscharte. „Einer hat hier eine Runde gedreht“, sagt Maier. Die Taten dürften am gleichen Tag, also am Samstag, 18. Juli, begangen worden sein: Neben den Felswänden hinterließ der Unbekannte auch an diversen Berghütten seine Botschaften. Die Buchstaben sind immer die gleichen: FCB und MRP. Nach Recherche der Polizei ordnet diese den Schmierfink der Fußballszene zu. FCB steht bekanntermaßen für den Rekordmeister FC Bayern München. MRP könnte die Abkürzung für „Munichs Red Pride“ sein, zu deutsch: Münchens roter Stolz. Das ist der Name einer Fangruppierung aus der Ultraszene des Vereins an der Säbener Straße. Auch, dass die rote Farbe die gleiche des Vereins ist, spricht dafür. „Da hat jemand wohl die Rolle eines Fans komplett falsch verstanden“, schimpft Baur.

Eibsee: Schmierereien an Felsbrocken - Verantwortliche wütend

Die Polizei geht aber nicht davon aus, dass dieser Täter auch für die Schmierereien am Eibsee verantwortlich ist. Dort sei der Stein nicht besprüht, sondern angemalt worden. „Die Linien sind dicker, wahrscheinlich war einer mit einem Pinsel am Werk“, sagt Maier. Der Beamte glaubt, dass der Schmierfink eher aus der Freikörperkultur-Szene stammt. „Jemand stört sich wohl an den vielen Fotografen, die von dort aus den See fotografieren“, vermutet Maier. „Eventuell gibt es auch solche, die dann auch die Menschen dort ablichten.“

Naturschutzgebiet bei Garmisch-Partenkirchen: Kosten der Säuberung extrem hoch

Eine spannende Frage ist nun, wer die hässliche Kritzelei wegmachen muss. Die Staatsforsten als Grundstückseigentümer behaupten, das wäre Aufgabe der jeweiligen Gemeinde – in dem Fall Grainau. Die will das jedoch zuerst prüfen lassen. Verständlich: Schließlich kostet das Entfernen voraussichtlich mehrere tausend Euro, teilt die Polizei mit. Für Baur ist dabei nur eines wichtig: Das Säubern muss schnell passieren. „Wir wollen keine Nachahmer haben.“

Hinweise dringend erbeten:

Die Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen bittet um Hinweise. Wer etwas gesehen hat am 18. Juli 2020, soll sich an die Telefonnummer 0 88 21/91 70 wenden.

Kurz nach der A95-Anschlussstelle Großweil fängt ein Auto plötzlich Feuer. Mehrere Einsatzkräfte waren vor Ort.

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