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Blumen für die Damen: (v.l) Annett-Maria Jonietz und Regina Wäger vom Freiwilligen-Zentrum organisierten die Feier. Ronald Kühn und Dr. Michael Rapp gratulierten zum 15. Geburtstag.

Freiwilligenzentrum feiert Geburtstag

15 Jahre „Auf geht‘s“: Jodelkurs bei der Geburtstagsfeier

Der Geburtstag des Freiwilligen-Zentrum ist in Garmisch-Partenkirchen ausgiebig gefeiert worden. Nicht nur von den Ehrenamtlichen selbst, sondern auch von Lokalpolitikern, die das Engagement der Helfer priesen. Gstanzl und Jodeleinlagen sorgten für Gelächter und Freudentränen.

Garmisch-Partenkirchen – Nein, einen Kaffee hat er sich noch nie selber machen müssen. Zumindest nicht im Büro. Bei der Bank, bei der Jürgen Scheiderer früher gearbeitet hat, erledigte das die Sekretärin. „Wenn die Kanne leer war, kam neuer“, sagt er. Als er das erste Mal selbst Filter und Pulver in die Hand genommen hatte, stand er in der Küche der Villa Nova, dem Altenheim in Garmisch-Partenkirchen. Sogar ausgeschenkt hat er den Kaffee an die Heimbewohner. Nach seiner Renteist der Garmisch-Partenkirchner bei der Senioren-Residenz eingesteigen. Als freiwilliger Helfer. Das ist jetzt beinahe 15 Jahre her. So lange gibt es auch das Freiwilligen-Zentrum „Auf geht’s“ schon. Scheiderer war seit Anfang an mit dabei, Ilse May fast genauso lange. Bei der „Auf geht’s“-Geburtstagsfeier, die am Montag im Evangelischen Pfarrheim in Partenkirchen stattfand, berichteten sie von ihren bewegenden und schönen Erfahrungen. Für ihr jahrelanges Engagement bekamen beide eine Auszeichnung.

G‘stanzl und Ehrungen zur Begrüßung

Dr. Michael Rapp verlieh ihnen, als Stellvertreter des Landrats, das Ehrenzeichen des Landkreises für Verdienste im Ehrenamt in Silber. „Sie haben meinen persönlichen Respekt“, sicherte er den beiden beim Gratulieren zu. „Auf geht’s“-Mitarbeiter Michaela Käppel und Christian Straub wurden ebenfalls geehrt. Trotz des hohen Lobes blieben die Helfer bescheiden. „Schön, dass man für etwas ausgezeichnet wird, dass einem so viel Freude macht“, sagte May lächelnd. Scheiderer betonte, er wolle auch weiterhin „Hilfe zur Selbsthilfe geben“. Doch die beiden waren nicht die einzigen Ehrenamtlichen, die zur Feier des Tages ins Pfarrheim gekommen waren. An liebevoll gedeckten Tischen saßen neben den Bürgermeistern Arno Nunn (Oberammergau/parteifrei) und Stephan Märkl (Grainau/CSU) viele weitere Freiwillige, die sich für andere Menschen einsetzen. „Wir haben Helfer in jedem Alter, quer durch die Gesellschaft“, betonte Annett-Maria Jonietz. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Regina Wäger organisierte die Koordinatorin die Geburtstagsfeier.

Ihre Blicke waren überall. Sie kümmerten sich darum, dass die Sektgläser und Kaffeekannen gefüllt waren und auch auf jedem Teller ein Stückchen der „Auf geht’s“-Geburtstagstorte kredenzt wurde. Gleich zu Beginn begrüßten sie die Gäste mit originellen Gstanzl. Dabei blickten sie mit einem Augenzwinkern auf die vergangenen Jahre zurück. Sie besangen die Anfänge von „Auf geht’s“. Freilich mit passendem Reim: „Die Freiwilligen, de san’ frei, des is a neier Trend, de derf’n sich wos aussuchen, auch so Sachen die no koana kennt.“

Brückenbauer seit 15 Jahren 

Tatsächlich habe sich das Ehrenamt in der heutigen Zeit verändert, betonte Jonietz nach ihrer Einlage. Viele möchten sich engagieren, sich aber nicht an eine bestimmte Einrichtung oder an einen Verein binden. Sie wollen flexibel bleiben und projektbezogen mithelfen. „Das ist bei uns möglich.“ Darauf ging auch Ronald Kühn vom Verein Lebenslust – dem Träger der Freiwilligen-Zentrums – ein. Sein Fazit nach 15 Jahren „Auf geht’s“ ist rundum positiv. „Es hat sich im Landkreis etabliert.“

Dass die Einrichtung auch zu Garmisch-Partenkirchen gehört, machte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) deutlich. „Wir sind sehr froh, dass es das Freiwilligen-Zentrum gibt“, betonte sie. Die Rathaus-Chefin traf verspätet ein, brachte dafür aber herzliche Worte mit. „Wenn es so weitergeht, müssen wir uns um unsere Gesellschaft keine Sorgen machen.“ Caritas-Kreisgeschäftsführer Alexander Huhn bezeichnete „Auf geht’s“ als einen „Brückenbauer“. Durch die Koordinierungsstelle komme Hilfe da an, wo sie gebraucht wird.

Gar nicht so recht gewusst haben Heidi Ebner alias Thea und Martina Burger alias Paula von den „Grainauer Dorfratschen“, für was sie sich eigentlich engagieren könnten. Die Anreise der beiden schrägen Ladys sorgte für lautes Gelächter. Spätestens als es ans Jodeln ging. Thea entschied nämlich, sie könne am besten mit einem Jodelkurs Gutes tun. Prompt forderte sie das Publikum dazu auf mitzumachen. Mit „anmutigen Blick und Händen an den Hüften“. Paula bot im Gegenzug einen Schnellkurs im Zimtsternebacken an, den Thea in abstraktes Bairisch-Englisch übersetzte.

Der Applaus zum Schluss war tobend – er galt nicht nur den Künstlerinnen. Sondern vor allem den Freiwilligen.

Magdalena Kratzer

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