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Stolze Gesichter: (v.l.) Schulleiterin Regina Spitzer, Ministerialbeauftragter Ernst Fischer, Schülersprecher Leander Marzell, Projektleiterin Petra Pawalkat und Joachim Mark, Revierleiter und Projektleiter beim Forst mit den Schülern. 

Bildung & Gesellschaft

1500 Bäume für mehr Sicherheit

Die  Buben und Mädchen kümmern sich um die Natur und ihre Mitmenschen: Für ihr Engagement hat die Zugspitz-Realschule eine Auszeichnung bekommen.

Garmisch-Partenkirchen – „Das ist eine Auszeichnung der besonderen Art“, betonte Ernst Fischer, Ministerialbeauftragter für Realschulen in Bayern in der Aula der Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen. Dann überreichte er Schülersprecher Leander Marzell aus der 10c stellvertretend die Urkunde überreicht. „Sie hat die originale Unterschrift von Ludwig Spaenle.“ Dass der bayerische Kultusminister selbst zum Stift greift, komme bei einer derartigen Auszeichnung nicht so oft vor. Doch die Werdenfelser hätten diese Anerkennung verdient – eben weil ihr Naturprojekt so besonders ist. Und einen ersten Preis verdient.

Seit neun Jahren pflanzen Buben und neuerdings auch Mädchen der Zugspitz-Realschule Bäume – zuerst am Hausberg, dann am Wank. Etwa 1500 Fichten, Tannen, Buchen sowie Bergahorne und über 3000 Lärchen haben so ihren Platz gefunden. Allerdings geht es nicht um den schönen Anblick, sondern um die Sicherheit der Bevölkerung: Die Bäume sind Teil eines Schutzwaldes, der den Markt Garmisch-Partenkirchen vor Steinschlag, Vermurungen oder Lawinen bewahren soll.

Das langjährige Engagement der Schüler und Lehrerin Petra Pawalkat – sie leitet das Projekt aktuell – hob Joachim Mark, Revierleiter für den Werdenfelser Raum bei der Bayerischen Forstverwaltung, hervor. Er hofft, dass die Arbeit für die Jugendlichen nicht nur Pflichterfüllung ist, sondern, dass sie auch etwas mitnehmen. „Heute einen Baum pflanzen, ihn wachsen sehen und später vielleicht seinen Enkeln zeigen.“ Das ist für Mark etwas, das zählt: einen Beitrag zu leisten. „Nicht nur für morgen, sondern für viele Jahrhunderte.“ Dabei denkt er an die Lärchen – eine Baumart, die mehrere 100 Jahre alt werden kann. Ministerialbeauftragter Fischer fand neben Worten des Dankes vor allem solche der Anerkennung. „Es geht nicht nur um die konkreten Aktivitäten außerhalb der Schulzeit, das Gesamtpaket der Einrichtung muss stimmen“ erklärte er. Und eben für dieses Engagement, die Gemeinschaft jenseits des Unterrichts sei in Garmisch-Partenkirchen herausragend. Er lobte den Einsatz der Heranwachsenden für Heimat und Umwelt. „Wichtig ist für mich, dass Ihr euch einbringt, ohne Geld zu bekommen oder ein Held zu sein.“ Neben der Urkunde überbrachte Fischer symbolisch auch einen Scheck über einen dreistelligen Betrag.

Eine Tatsache, die bei den Schülern spontan Beifall erntete. Als sich die Menge beruhigt hatte, versicherte Rektorin Regina Spitzer: „Das Geld ist bereits auf meinem Konto!“ Sich ihrer zweideutigen Aussage bewusst, schickte sie schnell hinterher: „Auf dem Schulkonto!“ Die Schüler lachten. Was sie und die Einrichtung am Gamsangerweg mit dem Geld anfangen, entscheiden demnächst alle gemeinsam.

Die Werdenfelser sind dabei nicht die einzigen, die einen Preis bekommen haben. 80 weiterführende Einrichtungen in ganz Bayern reichen jährlich ihre außerunterrichtlichen Projekte ein, nur drei davon werden prämiert.

Neben Garmisch-Partenkirchen haben es noch eine Realschule aus Geisenfeld (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm) für ihr soziales, eine städtische Schule in München für ein künstlerisches Projekt unter die Bestplatzierten geschafft.

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