Ein Bild der Zerstörung: Die Brandruinen am Pflegersee. Auf dem eingeklinkten Foto sind Volker und Christian Neuroth
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Das Ausmaß der Schäden wird für Volker und Christian Neuroth (v.l., kleines Foto) erst am Sonntag deutlich.

Brand am Pflegersee oberhalb von Garmisch-Partenkirchen

Müll fängt Feuer: 180 000 Euro Schaden am Pflegersee

  • Christian Fellner
    VonChristian Fellner
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Die Freiwillige Feuerwehr Garmisch kann im stundenlangen nächtlichen Einsatz den Übergriff der Flammen auf das Wirts- und Wohnhaus verhindern. Der Schaden ist für den Inhaber dennoch erheblich. Aber: Heute möchte er wieder seinen Berggasthof aufmachen.

Garmisch-Partenkirchen – Er versuchte zu retten, was zu retten war. Doch der Angestellte konnte nicht mehr viel tun. Der Holzschuppen, in dem der Berggasthof Pflegersee seinen Müll und Leergut aufbewahrt, stand Samstagnacht kurz nach 22.45 Uhr lichterloh in Flammen. Inhaber Volker Neuroth, der selbst über dem Gasthaus nur wenige Meter entfernt wohnt, bekam schnell mit, was sich abspielte.

„Im Hof wurde es unheimlich hell“, erinnert er sich. Als er rausblickte, sah er die Flammen, alarmierte sofort über den Notruf 112 die Leitstelle. Die Feuerwehr Garmisch rückte mit acht Fahrzeugen und fast 50 Mann an – und verhinderte eine Brandkatastrophe am Pflegersee oberhalb von Garmisch-Partenkirchen. „Glück im Unglück“, kommentiert Neuroth. Schlimm genug hat es ihn eh getroffen: Derzeit geht die Polizei von einem Schaden von 180 000 Euro aus.

Feuerwehr verhindert Übergriff der Flammen auf das Hauptgebäude

„Gott sei Dank haben wir zwei so gute Feuerwehren im Ort“, sagt Anton Berndaner von der Polizei Garmisch-Partenkirchen im Brustton der Überzeugung. Denn es hätte weit mehr passieren können in der Nacht auf Sonntag. Was im Müllschuppen begann, hätte das Anwesen am Nordufer des Pflegersee vernichten können. Doch nur eine halbe Stunde nach Eintreffen der Feuerwehr hatten die Rettungskräfte die Situation derart im Griff, dass das Hauptgebäude, in dem das Wirtshaus und Wohnungen untergebracht sind, gesichert war. „Die Feuerwehr war unheimlich schnell da und hat das hervorragend gemacht“, urteilt auch Neuroth.

Ein Bild aus der Nacht: In diesem Müll-Schuppen entwickelte sich der Brand und griff auch auf das Nebengebäude über.

Dennoch gestaltete sich der Einsatz höchst kompliziert. Denn das Feuer verbreitete sich vom Müllhäuschen auf einen angrenzenden Container, der komplett ausbrannte, wie auch auf ein Lagergebäude auf der westlichen Seite. Die Konstruktion der Decken mit doppeltem Boden erschwerte die Arbeit der Retter massiv. „Die Feuerwehr musste mitten in der Nacht einen Bagger holen, um das Dach aufzureißen und dort löschen zu können“, schildert Polizist Berndaner. Bis knapp 2.30 Uhr morgens waren die Helfer am Kämpfen, bis „Brand gelöscht“ vermeldet werden konnte. Nach sämtlichen Aufräumarbeiten rückten die Einsatzkräfte erst nach 4 Uhr vom Pflegersee ab.

Glimmende Zigarette vermutlich die Ursache für den Brand am Pflegersee

Wie es zu dem Feuer kommen konnte, darüber gibt es aktuell nur Vermutungen. „Wir wissen es nicht sicher“, bestätigt Neuroth. Möglicherweise haben sich im Müll noch glimmende Zigarettenstummel befunden, die sich entzündet haben könnten. „Eigentlich stand der Müllbeutel aber schon die ganze Zeit unten im Hof“, merkt der Wirt an. Genauere Ermittlungen wird die Kriminalpolizei dazu noch anstellen.

Neuroth steht nun vor einem größeren Sachschaden. Denn in den Lagerräumen befanden sich vor allem Geräte für den Catering-Betrieb wie Kühlschränke, Grills, aber auch Schneefräsen und ähnliches. Das wird ein Fall für die Versicherung. Das Wichtigste ist für den Gastronomen aber, dass es zu keinen schlimmeren Verletzungen gekommen ist. Lediglich einer der Angestellten, der noch versuchte, einen Roller aus dem Feuer zu retten, zog sich Brandmale an einer Hand zu, da das Zweirad durch die Hitze bereits derart heiß geworden war. „Aber auch bei ihm ist wieder alles okay.“ Die beiden Angestellten wohnen ebenfalls auf dem Anwesen von Neuroth.

Gemeindewerke liefert Strom - Gastronom Neuroth möchte heute wieder aufmachen

Der wirft nun übrigens nicht die Flinte ins Korn. Im Gegenteil: „Wir wollen heute ganz normal aufmachen. Jetzt, wo wir es nach sechs Monaten endlich dürfen.“ Mit den Sicherheitskräften sei das alles abgesprochen. „Da ist ja alles streng getrennt“, betont Neuroth. Auch Strom haben sie am Pflegersee schon wieder. „Da haben die Gemeindewerke ganze Arbeit geleistet.“ Denn bei den Löscharbeiten hat es auch den Stromverteiler im Nebengebäude erwischt. Nicht mehr zu gebrauchen. Für den Gasthof aber stellten die Werke ein Aggregat zur Verfügung. Hilfe, die Neuroth sehr positiv bewertet. „Auch die Bürgermeisterin war in der Früh gleich da, das hat mich gefreut.“

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