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Ein riesiger Fundus an Kostümen hat sich bei Creme Frech über die Jahre angesammelt. Sabine Bachmann (r.) ist die Meisterin an Nadel und Faden. Regisseurin Meggy Schäfer hat den Gesamtüberblick. 

100 Prozent Engagement

25 Jahre Theater Creme Frech: Generationen stehen auf einer Bühne

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Seit 25 Jahren besteht die Theatergruppe Creme Frech in Garmisch-Partenkirchen. Ihr Grundsatz von Anfang an: Sie bieten nicht nur braves Theater, sondern ein freches Durcheinander. Aus Schauspielerei, Musik, Gesang und Generationen. 

Garmisch-Partenkirchen – Ihr Ziel ist Innsbruck, ein Theaterstück will die Gruppe anschauen. Nur – fünf Frauen unter ihnen kommen und kommen nicht vorwärts. Es ist Sperrmülltag. Und Karin Rudolf kann einfach überall etwas gebrauchen. Zumindest muss sie schauen, ob sie etwas gebrauchen kann. Für Creme Frech. Bei der Theatergruppe ist sie für das Bühnenbild verantwortlich. Und es kaum etwas, was Rudolf nicht hat. Sie ist eine der Menschen, die Creme Frech ausmachen. Mit ihrem Engagement und ihrer Professionalität. In dieser Laiengruppe tut niemand etwas nur so halb. Schon gar nicht Gründerin Meggy Schäfer.

Vor 25 Jahren rief sie die Gruppe in Garmisch-Partenkirchen ins Leben. Gefeiert wird das Jubiläum mit einem neuen Stück (siehe unten). Als Diplom-Theaterregisseurin bringt Schäfer eine professionelle Ausbildung mit. Hinzu kommen viele Jahre Erfahrung, Fort- und Weiterbildungen. Doch hebt sie erst andere hervor. Mitglieder wie Rudolf und Sabine Bachmann. „Ohne sie ginge nichts.“

Das Hobby für Theatergruppe Creme Frech perfektioniert

Schon immer hat Bachmann gerne genäht. Für ihre Aufgabe bei Creme Frech perfektionierte sie ihr Hobby. Bei einem Verwandten, Kostümbildner am Theater, holte sie sich Tipps. Was sie heute an Kostümen schneidert – es ist perfekt. Zudem steht Bachmann für eine weitere Creme-Frech-Besonderheit: Niemand schauspielert nur. Bei Regisseurin Schäfer bringt sich jeder mit zwei Talenten ein, die meisten singen und schauspielern. Einige hatten keine Ahnung, dass sie einen Ton treffen – bis sie zu Creme Frech kamen. Einige wussten auch nicht, was sonst in ihnen steckt – bis Schäfer es aus ihnen herausholte.

Léa Wegmann etwa. Die Grainauerin stand bei Schäfer schon als Kind auf der Bühne, heute lebt sie von der Schauspielerei, aktuell mimt sie eine Hauptrolle in der ARD-Serie „Sturm der Liebe“. Viktoria Meyer aus Krün hat ebenfalls den Weg der Schauspielerei eingeschlagen. Zwei weitere frühere Creme-Frech-Mitglieder, gelernte Frisörinnen, arbeiten mittlerweile als Maskenbildnerinnen am Theater. „Sie haben sich bei uns ausprobiert“, sagt Schäfer. Unter ihrer Leitung konnten sie sich entwickeln.

Regisseurin Meggy Schäfer hat Theaterregie studiert

Im Ostberlin der ehemaligen DDR studierte Schäfer Theaterregie, absolvierte die renommierte Hanns-Eisler-Musikhochschule. Eigentlich wollte sie Geigerin werden – das Theater aber, sagt sie, kam dazwischen. Auch, weil sie merkte, dass ihr Können zu einer Solokarriere an der Violine nicht reichen würde. Wohl zu einer Stelle in einem Orchester. Doch sich unterzuordnen, dazusitzen als eine von vielen, ohne selbst anzuleiten oder zu gestalten – „das ist nichts für mich“. Im Theater fand sie ihren Platz. Vielfältig engagierte sie sich in ihrer alten Heimat Berlin, in ihrer neuen machte sie damit einfach weiter.

1991 kam Schäfer mit ihrem Mann nach Garmisch-Partenkirchen. Im selben Jahr startete sie ihre erste – vier sollten es werden – Theatergruppe für Kinder, zwei Jahre später begann der erste Erwachsenenkurs, daraus wurde 1994 Creme Frech.

Der Name entstand aus einem Grundsatz, dem Schäfer und ihre Mitstreiter treu geblieben sind: Sie bieten nicht nur braves Theater, sondern ein freches Durcheinander. Aus Schauspielerei, Musik und Gesang. Und aus Generationen.

Immer schon hat Schäfer gestört, dass Erwachsene im Theater Kinderrollen übernahmen. Das passt nicht, findet sie, wenn ein 60-Jähriger den Waisenbuben Kay in der Schneekönigin spielt. Senioren, Erwachsene und Kinder müssten gemeinsam auf der Bühne stehen. Genau das setzte sie um. Bis heute das Markenzeichen von Creme Frech.

Ein neues Stück zum Jubiläum

25 Jahre Creme Frech – das wird gefeiert. Mit dem Stück „Der Teufel mit den drei Goldenen Haaren“ – frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm. Dieses hat Meggy Schäfer für ihre Gruppe Creme Frech umgeschrieben. Die Hölle ist bei ihr nicht böse, sondern verrückt, steht buchstäblich Kopf. Zudem wird den Zuschauern wieder viel Live-Musik geboten, die Schäfer auf das Geschehen auf der Bühne abstimmt. Aufgeführt wird das Stück vom 14. bis 22. Dezember auf der Kongresshausbühne U1. Karten für 14 und 8 Euro gibt es bei Gap-Ticket, Telefon 0 88 21/730 19 95, beim Kreisboten, Telefon 0 88 21/79 90 sowie bei München-Ticket unter www.muenchenticket.de. Informationen zum Stück und zur Gruppe gibt es zudem unter www.cremefrech.de

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