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Die Blaumacher marschieren am letzten Montag ins Bierzelt.

63. Partenkirchner Festwoche

Ein gelungenes Fest, trotz eines Wermutstropfens

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Die Festwoche Partenkirchen ist vorbei. Zehn Tage lang wurde gefeiert. Der Erfolg war größer als die Jahre zuvor. Ein Fest, das kaum zu überbieten war, auch wenn ein Vorfall am letzten Abend die Euphorie etwas trübt.

Garmisch-Partenkirchen – Dienstagfrüh um vier Uhr morgens klappern Biertische im Festzelt am Wank. Feinsäuberlich werden die Garnituren aufgeräumt. Die Bedienungen leeren ihre Geldbörsen, das Barpersonal entsorgt die letzten Flaschen. Es wird geputzt und gekehrt, wo zehn Tage lang getanzt, gefeiert und gesungen wurde. Die 63. Partenkirchner Festwoche ist Geschichte.

„Sie war unglaublich gut besucht“, sagt Manfred Werner, Geschäftsführer des gleichnamigen Festzeltbetriebs. Er und seine 50 Angestellten bewirteten täglich bis zu 2200 Gäste. Weitere Zahlen kann Werner noch keine nennen. „Wir sind gerade erst am Zusammenschreiben.“ Wie viel Hendl zum Beispiel gegessen oder wie viel Bier getrunken wurde. „Sehr viel“ sei jedenfalls von der Klosterbrauerei Ettal angeliefert worden, sagt ein Pater erfreut. Das Dorf sorgte auch diesmal wieder für genügend Gerstensaft während der Festwoche. Der Durst war groß. An einem Abend sei so viel Bier wie sonst nur an mehreren Zelt-Tagen getrunken und bis zum blauen Montag kräftig zugelangt worden. Besonders beliebt war diesmal der Heimat-Gin der Benediktinermönche an der Bar gewesen.

Überschattet wurde das Fest lediglich von einem Zwischenfall an der Bar am letzten Abend, den „blauen Montag“. Wie berichtet, gerieten zwei Männer aneinander. „Es ist schade, dass so etwas passiert“, bedauert Hansjörg Ostermair, Vorsitzender des Volkstrachtenvereins Werdenfelser Heimat Partenkirchen. Er selbst hat von der Attacke nichts mitbekommen. Erst tags darauf erfuhr er von dem Vorfall, der sich im Hintergrund der Festlichkeiten abgespielt hatte.

Die Auseinandersetzung verdarb den Gästen nicht die Stimmung. Wie die Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen mitteilt, war das versuchte Tötungsdelikt wohl der einzige schlimme Vorfall einer ansonsten „friedlichen Woche“, wie Dienststellenleiter Thomas Kirchleitner mitteilt.

Günter Bretz wird von Hansjörg Ostermair (r.) geehrt.

Für Ostermair ist es die letzte Festwoche gewesen, die er als Trachtler-Oberhaupt der Partenkirchner gestemmt hat. Nach neun Jahren als Vorsitzender tritt er bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 25. November zurück. Neunmal stand die Traditionsveranstaltung unter seiner Federführung. Insgesamt 90 Festtage hatte er zu organisieren. Nun heißt es die 64. Partenkirchner Festwoche 2019 vorzubereiten, ehe er im November den Chefposten abgibt. Sie spielt eine wichtige Rolle. „Diese Woche ist die Haupteinnahme-Quelle. Mit ihr finanzieren wir unser ganzes Vereinsleben“, sagt Ostermair.

Wer die Feierlichkeiten im nächsten Jahr als VTV-Chef betreuen wird, kann er noch nicht sagen. Eines steht allerdings schon jetzt fest: Im kommenden Jahr wird Günter Bretz wieder mit dabei sein. Sein traditioneller Mandelstand gehört zur Festwoche wie die Maß Bier. Heuer war Bretz zum 60. Mal in Partenkirchen. „Fast seit der ersten Stunde“, sagt Ostermair. Zu diesem Jubiläum erhielt Bretz eine gemalte Ehrenurkunde, die seinen Mandelstand vor dem Festplatz am Wank zeigt.

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