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Am Abrams, derzeit Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber, herrscht reges Interesse. 

Keine konkrete Auskunft seitens der Regierung von Oberbayern

Abrams: Schließung in weiter Ferne?

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Es wird immer unwahrscheinlicher, dass das Abrams als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in absehbarer Zeit geschlossen wird. Schlecht für Garmisch-Partenkirchen. Der Gemeinde sind die Hände gebunden.

Garmisch-Partenkirchen – Die Szene hatte irgendwie etwas Surreales. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) stand nach Abschluss des Infoabends der Jungen Union zur Geriatronik im Olympiasaal in Angesicht zu Angesicht mit Ilse Aigner und hob im Gespräch mit Bayerns Wirtschaftsministerin immer wieder bittend die Hände. Die Geste: sinnbildlich. Meierhofer braucht Aigner, damit sich etwas bewegt in Garmisch-Partenkirchen. Ebenso räumt sie ein, dass es in ihrem Dialog mit der Wirtschaftsministerin ums Abrams ging.

Bei Oberbayerns CSU-Chefin laufen die Fäden in Sachen Abrams-Gelände, mit dem das Bayerische Innen-, Sozial- und Wirtschaftsministerium befasst sind, zusammen. Garmisch-Partenkirchen benötigt das Areal, das derzeit als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber dient, dringend, um sich zu entwickeln und um Hochtechnologie aus dem Bereich Robotik anzusiedeln. „Frau Aigner ist die Koordinatorin“, bestätigt Meierhofer.

Auf dem Gelände der ehemaligen US-Liegenschaft, die sich derzeit im Besitz des Bundes befindet – für 10 500 Quadratmeter hält die Kommune ein Vorkaufsrecht –, soll nicht nur ein Geriatronik-Forschungszentrums realisiert werden, hinter dem neben Garmisch-Partenkirchen und die Technische Universität München auch die Bayerische Staatsregierung steht. Seit die Gemeinde in den Genuss der 57 Millionen Euro der Leifheit-Stiftung gekommen ist, treibt sie die Entwicklung des Areals voran. So sollen ein Seniorenheim und eine Pflegeschule entstehen. Auch die Bundespolizei, die in den nächsten fünf Jahren eine Inspektion mit rund 60 Beamten in Garmisch-Partenkirchen einrichten will, hat ein Auge auf das Abrams geworfen. Deshalb ist auch noch das Bundesinnenministerium involviert.

Schließung Mitte 2018 oder etwa noch später?

Als Standort für Sozialen Wohnungsbau kommt das ehemalige Lazarett ebenfalls infrage. In einem Brief an Brigitta Brunner, Regierungspräsidentin von Oberbayern, hat Meierhofer schon einmal ihren Flächenbedarf angemeldet. „Wir können immer nur freundlich nachfragen“, macht die Rathaus-Chefin die Situation an sich deutlich.

Grau ist allerdings alle Theorie, solange nicht geklärt ist, wann das Abrams seine Pforten als Erstaufnahmeeinrichtung dichtmacht. Eigentlich hätte das schon Ende 2017 geschehen sollen. Darauf hatte Meierhofer immer wieder gehofft. Passiert ist es nicht. Jetzt wird als Datum der 30. Juni 2018 genannt. Gerüchte, die in jüngster Zeit kursieren und die aus normalerweise gut unterrichteten Kreisen stammen, nennen ein noch späteres Datum.

Es gibt sogar Spekulationen, dass das Abrams noch auf viele Jahre seinen jetzigen Status behält, weil damit gerechnet wird, dass der Flüchtlingsstrom statt über die Balkanroute nun aus Richtung Italien kommt. Zum Stand der Dinge oder eines Termins gibt sich die Regierung von Oberbayern, die die Erstaufnahmeeinrichtung betreibt, äußerst zugeknöpft. Auf Tagblatt-Anfrage vom 1. Februar zum Abrams lässt Pressesprecher Dr. Martin Nell verlauten: „Über dessen zukünftige Verwendung ist nach wie vor keine abschließende Entscheidung gefallen. Die beteiligten Behörden stimmen sich derzeit noch miteinander ab. Über die Ergebnisse der Abstimmung wird der Freistaat den Markt Garmisch-Partenkirchen zeitnah informieren.“ Es ist die im Wortlauf identische „Wischiwaschi“-Antwort, die Nell dem Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblattam 12. Oktober 2017 per E-Mail mitteilte. Auch damals hatte sich diese Zeitung danach erkundigt, „ob es zutrifft, dass das Abrams Ende des Jahres geschlossen wird“.

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