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Gruppenfoto in der Turnhalle: Bei der Verabschiedung tragen die meisten Absolventinnen ein fesches Dirndl – aber auch schicke Sommerkleider sind vereinzelt zu sehen. 

Nachher wurde weiter gefeiert

Abschluss an der St.-Irmengard-Realschule: Aus dem Nest in die weite Welt

Die feierliche Verabschiedung von 97 Realschülerinnen fand heuer in der Turnhalle statt. Die schönen Erinnerungen an sechs Jahre Schulzeit schmälern den Abschiedsschmerz.

Garmisch-Partenkirchen. – Eng aneinander sitzen sie auf der Bühne. Schulter an Schulter. Leises Gekicher. In farbenfrohen Dirndl oder schicken Kleidern sind sie gekommen. Die Haare entweder zum Zopf geflochten oder offen. So erlebten die Absolventinnen der St.-Irmengard-Realschule ihre feierliche Verabschiedung in der Turnhalle. Das Bild erinnerte an ein Nest mit jungen Vögeln – gerade noch Küken – bereit zum ersten Ausflug.

Und das passt ja auch ganz gut, denn für die Schülerinnen beginnt nach ihrer Mittleren Reife tatsächlich ein neuer Lebensabschnitt. Realschuldirektorin Angelika Dahner zeigte sie froh darüber, dass alle 97 Absolventinnen bereits wissen, wie der Weg für sie weitergeht. „Sie wechseln in eine Ausbildung oder auf die angeschlossene Fachoberschule oder ans Gymnasium.“

Die grenzenlose Unterstützung, die die Mädchen der vier zehnten Klassen auf ihrem Weg zum Abschluss erfahren haben, hoben sie bei der offiziellen Verabschiedung besonders hervor. Zu zweit oder zu dritt traten sie stellvertretend für ihre Klasse an das Rednerpult, sprachen von Chemieexperimenten, der Abschlussfahrt nach Elba, Pubertät und Prüfungsangst. Quirlig und aufgeregt begannen Johanna Höller und Johanna Wäger aus der 10a ihre Abschiedsworte. Gesetzt und zittrig beendeten die Mädchen der 10b die ihrigen. Sema Erdogan konnte sich die Tränen dabei nicht verkneifen. Die Mädchen lobten die Pädagogen, die in Mathematik nachsichtig waren. Ebenso wie die „Französisch-Lehrerin für ihre Geduld“, wie Jasmin Atlas betonte. Die Mädchen versäumten es nicht, ihren Eltern und weiteren Wegbegleitern in ihrer Rede zu huldigen – mit besonderem Charme auch die Reinigungskräfte für das Aufräumen der zahllosen Papierkugeln im Klassenzimmer.

Dass sie die Zeit an St.-Irmengard in guter Erinnerung behalten werden, hofft Landrat Anton Speer, der auch zur offiziellen Verabschiedung gekommen war. „Lasst euch durch Misserfolge niemals entmutigen und bleibts einfach wie ihr seids“, sagte er. Als der Landrat mit Verweis auf den Abschlussball am Abend seine Rede beendet hatte – „Feierts gscheid, so jung kemmer nimmer zam!“ – erfüllte beipflichtendes Gelächter die Turnhalle.

Die Garmisch-Partenkirchner Gemeinderätin und CSU-Fraktionsvorsitzende Elizabeth Koch, selbst ehemalige „Irmengardlerin“, pflichtete Speer bei und machte die „jungen Damen“, wie dieser sie nannte, auf soziale Kompetenzen und ihre Verantwortung aufmerksam. „Seid achtsam im Umgang miteinander und steht für andere ein!“

Dass sich die Mädchen unterstützen und sich gut verstehen, war bei der Feier zu spüren. Die Verbundenheit mit der Schule kam öfters zur Sprache als Noten oder herausragende Abschlüsse – auch wenn über ein Drittel der Mädchen mit einem Zweierschnitt oder besser das Nest von St. Irmengard verlassen.

Der erste Ausflug in die Freiheit ist bekanntlich oft waghalsig. Dahner ermutigte ihre Schützlinge nach Rückschlägen „aufzustehen und weiterzumachen.“ Für die Direktorin ist die Wissensvermittlung ihrer Institution eine notwendige Aufgabe – wichtiger war ihr aber die Herzensbildung, die sie den Mädchen mit den Worten von Antoine de Saint-Exupéry – die auch das Motto der Abschlussfeier waren – mit auf den Weg gab: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

Martina Baumeister

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