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Trotzen der misslichen Lage: Die Kinder der Krankenhausschule in Garmisch-Partenkirchen spielen auf dem Schotterplatz rund um die Einrichtung.

Gemeinde verspricht Fertigstellung bis Pfingsten 2018

Ärger wegen Pausenhof an der Krankenhausschule 

Mehr Schotterfeld als Spielplatz: Noch immer ist der Pausenhof an der Garmisch-Partenkirchner Schule eine Baustelle. Die Betroffenen sind mit ihrer Geduld am Ende. 

Garmisch-Partenkirchen – Alle sind verärgert. Viele mit ihrer Geduld am Ende. Erziehungsberechtigte, Elternbeiratsmitglieder und Pädagogen. Nur die Kinder, die eigentlich Leidtragenden, trotzen der Lage: Lärmend spielen sie auch auf dem Schotterplatz rund um die Grundschule an der Krankenhausstraße in Garmisch-Partenkirchen. Der versprochene Pausenhof inklusive Freigelände fehlt weiterhin.

Zur Vorgeschichte: Im Frühjahr 2014 ist der Spielplatz auf dem Areal zwischen Krankenhausstraße und Gartenstraße abgerissen worden. Wenig später hat der Gemeinderat entschieden, auch das Alte Krankenhaus dem Erdboden gleich zu machen. Beides wich dem Neubaugebiet, auf dem sowohl das Hotel „quartier“ als auch ein Wohngebiet Platz gefunden haben.

Das ist jetzt über drei Jahre her. Seither ist wenig passiert. Trotz des Versprechens seitens der Gemeinde. Von 150.000 Euro war damals die Rede, die man in die Hand nehmen wolle, um hinter der Krankenhausschule auf etwa 12.000 Quadratmetern einen neuen Bereich zu schaffen, auf dem Kinder nach Herzenslust spielen können. Geschehen ist auf dem Grund, der der Marktgemeinde gehört, bisher nicht viel.

Kleine Verletzungen, kaputte Kleidung

Wie so oft ist keiner daran schuld, dass die aktuell 73 Kinder, die die Mittagsbetreuung der Krankenhausschule besuchen, seither auf einem Schotterfeld statt auf einem Spielplatz toben müssen. „Kein Tag vergeht, ohne dass ich aufgerissene Kinderhände verarzte“ sagt Anneliese Sailer, Teamleiterin der Einrichtung in der Krankenhausstraße. Gerade Kinder in diesem Alter haben einen hohen Bewegungsdrang. Aktuell stehen ihnen dazu lediglich die beengten Kellerräume der Schule zur Verfügung. Ausflüge auf umliegende Spielplätze wie am Loisachbad sind keine Alternative. „Minütlich kommen Eltern und holen ihre Schützlinge ab, da müssen wir vor Ort sein.“

Kaputte Hosen, abgenutztes Spielzeug und Dreck im Schulgebäude sind indes das Ergebnis des Schotterplatzes. „Der Bauschutt ist richtig blöd“, findet die achtjährige Iona Fell, die die dritte Klasse an der Krankenhausschule besucht. „Mit Stelzen zu laufen, geht gar nicht mehr.“ Dass weder eine Rutsche noch eine Schaukel da sind, bemerkt sie schon gar nicht mehr.

Vor einigen Wochen tat sich endlich etwas in der Angelegenheit. Sailer machte Stippvisite im Gemeinderat, der ihr zusagte, dass die Bauarbeiten noch im August beginnen würden. Gutachter kamen, Messgeräte wurden ausgepackt, Begrenzungen für Fußwege gezogen. „Sonst ist bis heute noch nicht viel passiert“, meint Sailer.

„Die Grenze der Erträglichkeit ist erreicht“

Dass kaum etwas vorangeht, diesen Eindruck hat auch Dr. Oliver Geulen, Vorsitzender des Elternbeirats der Grundschulen an der Burg- und Krankenhausstraße. „Es erscheint mir mittlerweile wie ein Schildbürgerstreich.“ Das anfängliche Verständnis seitens des Beirats für die Lage ist vorüber. „Die Grenze der Erträglichkeit ist erreicht.“ Schluss mit lustig. Wenn Kinder über Baulärm während des Unterrichts klagen, sei das bezeichnend.

Kürzlich machte Geulen dem Unmut der „aufgebrachten Eltern“ ganz offiziell Luft. In einem Schreiben an Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen und ihren Stellvertreter, Wolfgang Bauer (CSU), nahm er auf den letzten Bürgermeisterbrief von September Bezug. Darin schrieb die Rathaus-Chefin der Marktgemeinde indirekt das Prädikat „kinderfreundlich“ zu. Wie dies mit der aktuellen Lage an der Krankenhausschule zusammen passt, erklärt sich ihm nicht.

Im Rathaus gibt man sich indes zuversichtlich. Die Bauarbeiten seien nun „in vollem Gange“. Die Gestaltung des Terrains wurde vor drei Jahren an Landschaftsarchitekten ausgeschrieben. „Das hat zu Verzögerungen geführt“, sagt Ute Leitner, Sprecherin der Marktgemeinde. „Wir hatten einen hohen Qualitätsanspruch.“ Lange wollte keine Firma den Auftrag annehmen, nun ist man fündig geworden.

Mitte November sollen die Pflasterarbeiten für den Pausenhof beendet sein. Zuvor werden noch Sickerschächte und Regenfallrohre installiert. Danach folgt der Spielplatz mit Rasenfeld und Spielgeräten aus Holz. „Bis Pfingsten ist er fertig“, versichert Leitner. Wieder ein Versprechen.

Martina Baumeister

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