+
Decken auf, was hinter den Kulissen von „Dahoam is dahoam“ passiert: (v. l.) Tommy Schwimmer als Florian Brunner, Sebastian Bezzel als hartgesottener Kommissar und Stefan Lehnen als TV-Produzent.

Garmisch-Partenkirchner schreibt Drehbuch für BR-Produktion

„Akte Lansing“: Vier Werdenfelser spielen bei „Dahoam is dahoam“-Satire mit

  • schließen

Mit der „Akte Lansing“ hat Georg Büttel eine Satire auf die Erfolgsserie „Dahoam is dahoam“ geschaffen. Und drei weitere Werdenfelser eingebunden: Sebastian Bezzel, Robert Josef Bartl und Hermann Giefer. Sechs Folgen sind abgedreht, ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Hat die „Akte Lansing“ mit viel Humor geschrieben: Georg Büttel.

Garmisch-Partenkirchen – Die Vorabendserie „Dahoam is dahoam“ ist ein Erfolgsmodell – und das seit zehn Jahren. Zum runden Geburtstag sollte aber nicht nur das Original gefeiert werden, sondern auch ein Spin-off entstehen. Quasi ein Ableger, eine bayerische Mystery-Mediensatire, die rätselhafte Vorgänge hinter den Kulissen des Kult-Formats thematisiert. Und da kommt Georg Büttel ins Spiel. Der Garmisch-Partenkirchner verfasste das Drehbuch für die „Akte Lansing“, führte neben Jochen Müller auch Regie und steht außerdem selbst vor der Kamera. „Nur kurz, ich hab’ nur fünf Sätze“, sagt der 49-Jährige und lacht. Die Rolle, die er übernommen hat, passt aber wie die Faust aufs Auge zu ihm. Er verkörpert einen österreichischen Regisseur, der eigentlich große Kunst machen will. „Für Insider ist’s sicher lustig.“

Ein Anruf der Puls-Redaktion, der jungen Programmschiene des Bayerischen Rundfunks (BR), hatte vor knapp zwei Jahren den Stein ins Rollen gebracht. Mit der Idee, zur eingespielten Serie „ein abgefahrenes Format“ zu entwickeln, überzeugten sie Büttel sofort. „Das konnte ich mir gut vorstellen.“ Zumal ihm das BR-Team völlig freie Hand ließ. Was er schließlich vorlegte, kam an. Somit folgte der Auftrag, sechs Folgen zu skizzieren – und letztlich auszuarbeiten. „Schon beim Schreiben hatte ich die Akteure im Kopf“, erzählt Büttel. Zu seiner großen Freude übernahm der BR seine Vorschläge. Und so kam’s bei den Dreharbeiten zu einer Art Familientreffen. Einem, bei dem vor allem die Zuschauer aus dem Landkreis viele bekannte Gesichter entdecken. Neben Sebastian Bezzel aus Garmisch-Partenkirchen, der im Sommer außerdem als Polizist Franz Ebenhofer in der „Grießnockerlaffäre“im Fernsehen auftaucht, Robert Josef Bartl aus Farchant und Hermann Giefer aus Mittenwald konnte Büttel viele Mitwirkende des Kultursommers für sein Projekt gewinnen.

„Die Schauspieler, die der BR für die Besten hält, sind die, auf die Garmisch-Partenkirchen verzichtet“, sagt Büttel. Er sagt’s mit einem Bedauern in der Stimme. Denn nach wie vor wurde das Ende der sommerlichen Reihe, die nach der Insolvenz von Veranstalter Florian Zwipf-Zaharia 2016 abrupt auslief, nicht richtig aufgearbeitet. Und nach wie vor besteht kein vergleichbares Angebot für Einheimische und Gäste.

Viele die Akteure tauchen nun in der „Akte Lansing“ auf. BR-Sonderermittler Dr. Dr. Georg Spiess (Stefan Murr) wird in das Fernsehdorf entsandt, wo er die exzentrischen Seiten beliebter Schauspieler kennenlernt, sich gegen alle Prinzipien Hals über Kopf verliebt und schließlich einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur kommt. Die Mini-Serie kombiniert skurrile Einblicke in den Mikrokosmos der Produktion mit einer spannenden Krimihandlung und viel schrägem Humor, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung – so kündigt’s der BR an, der das neue Format als eines seiner „Film-Highlights 2018“ präsentiert. „Dass es dazu zählt, ist eine große Ehre“, betont Büttel. Mit von der Partie sind zudem Maximilian Pfnür als dubioser Autor, Ina Meling als die gute Seele von Lansing und Femme fatale wider Willen, Michael Grimm – übrigens in 500 Folgen der Lansinger Metzger – als seltsamer Pförtner, Christoph Süß als undurchsichtiger Fernseh-Boss, Bartl als Chef der Verschwörer und viele bekannte Darsteller, die ihren „Dahoam ist dahoam“-Charakter auch in der Satire verkörpern. Giefer etwa erscheint als Brauerei-Chef Martin Kirchleitner.

14 sehr intensive Drehtage liegen schon hinter dem Team. „Jetzt wird das Ganze nachgearbeitet, die Spezialeffekte werden eingebaut“, erklärt Büttel. 15 bis 20 Minuten dauert eine Folge, die auch im Internet gezeigt werden soll. Ob die Lansinger Verschwörung erst im weltweiten Netz oder als Film, bestehend aus allen Teilen, im Fernsehen läuft, weiß Büttel, der aktuell zwei Stücke am Off-Theater in Salzburg inszeniert, nicht. Das lässt er auf sich zukommen. Genau wie mögliche Folgeaufträge. „Mehrere Fernsehaufgaben haben sich ergeben“, verrät er. Was, darüber hüllt sich der Garmisch-Partenkirchner noch in Schweigen. Nur soviel lässt er sich entlocken: „Es sind sehr spannende Geschichten.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tödlicher Absturz an der Alpspitze: Für Urlauber (68) kommt jede Hilfe zu spät
Gut 100 Meter ist ein Urlauber am Freitag vom Ostgrat der Alpspitze in die Tiefe gestürzt. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des 68-Jährigen feststellen.
Tödlicher Absturz an der Alpspitze: Für Urlauber (68) kommt jede Hilfe zu spät
Ehefrau schlägt Alarm: Schwimmer am Staffelsee wird vermisst
Eine Vermisstensuche am Staffelsee hält derzeit Rettungskräfte in Atem. Von einem älteren Urlauber fehlt jede Spur.
Ehefrau schlägt Alarm: Schwimmer am Staffelsee wird vermisst
Aktiv gegen das Bienensterben: Gemeinden bekommen Belohnung
Den Artenverlust stoppen, Bienen retten - eine wichtige Aufgabe. Engagieren sich Gemeinden, werden sie mit Preisgeld und Titel vom Bezirk Oberbayern belohnt. 
Aktiv gegen das Bienensterben: Gemeinden bekommen Belohnung
Aus dem Glentleiten-Depot ins Gelände
Bislang ist das nördliche Oberbayern zwischen Ingolstadt, Freising und Dachau mit historischen Gebäuden im Freilichtmuseum Glentleiten nicht präsent. Das soll sich in …
Aus dem Glentleiten-Depot ins Gelände

Kommentare