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Erkunden den Wank: Dr. Sigrid Meierhofer und Alexander Liebreich sind sich einig, dass der Partenkirchner Hausberg hervorragend zum Richard-Strauss-Festival passt.

Symbolträchtige Vertragsunterzeichnung auf dem Wank

Alexander Liebreich ist neuer Künstlerischer Leiter des Richard-Strauss-Festivals

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Die einmalige Natur, die beeindruckenden Berge sind’s, die Garmisch-Partenkirchen einzigartig machen. Damit möchte auch Alexander Liebreich punkten. In der Kulisse, die schon Richard Strauss als Inspirationsquelle diente, will er das Festival zu dessen Ehren neu ausrichten. Auf dem Wank unterzeichnete er jetzt seinen Vertrag.

Garmisch-Partenkirchen – Blau. Ein sattes Blau. Und davon ganz viel. Alexander Liebreich kann’s nicht fassen. Schnell zückt er sein Mobiltelefon und hält die Pracht fest: Enzianblüte am Wank – der Regensburger ist begeistert. Und fühlt sich in dem Weg bestärkt, den er ab 2018 mit dem Richard-Strauss-Festival gehen will. Raus in die Natur, rauf auf die Berge rund um Garmisch-Partenkirchen. Schließlich zählten auch die zu Strauss’ Inspirationsquellen. Dass der weltberühmte Komponist, der 1908 seine Garmischer Villa bezog, seine Wahlheimat liebte, belegen zahlreiche Fotos. Klar ist außerdem, dass er viele Gespräche, beispielsweise mit seinem Librettisten Stefan Zweig in der Natur führte. „Diesen Geist gilt es zu finden“, meint Liebreich. Den wollen auch die Musiker spüren. Und den möchte er ans Publikum weitergeben.

Vertragsunterzeichnung auf 1780 Metern Höhe

Dazu passt, dass Liebreich seinen Drei-Jahres-Vertrag als Künstlerischer Leiter auf 1780 Metern Höhe unterschrieben hat. Auf der Terrasse der Sonnenalm saßen er, Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Dr. Christian Wolf, Leiter des Strauss-Instituts, am Freitag zusammen und gerieten angesichts des blauen Himmels und des beeindruckenden Blicks aufs Wettersteinmassiv gleich wieder ins Schwärmen. „Das ist der Lohn für ein hartes Stück Arbeit“, findet die Rathaus-Chefin mit Blick auf intensive Verhandlungen, die im Vorfeld dieses Termins nötig waren.

Kein Wunder auch, dass dieser Ort eine Rolle in Liebreichs Konzept spielt. Kein Wunder. „In irgendeiner Form steht der Wank auf dem Programm.“ Details, was er ab 2018 bietet, will er allerdings noch nicht verraten.

In diesem Jahr ist schließlich noch Brigitte Fassbaender am Zug. Eine Künstlerin, die der 49-Jährige überaus schätzt. Und der er heuer gar zwei Abende beschert: Mit dem Nationalen Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks, dessen Chefdirigent er seit der Saison 2012/13 ist, kommt er am Donnerstag, 29., und Freitag, 30. Juni, ins Olympia-Eissportzentrum. Erst steht eine Operngala auf dem Programm, dann zum fulminanten Abschluss ein Orchesterkonzert, bei dem unter anderem die Alpensinfonie erklingt. Ein Werk, das sehr eindrucksvoll die Besteigung eines Bergs, das Gipfelglück, das nahende Gewitter und schließlich die sichere Rückkehr ins Tal vor dem geistigen Auge der Zuhörer erscheinen lässt. Die perfekte Überleitung von Fassbaender auf Liebreichs Engagement.

Bereits im Januar hat sich der Gemeinderat für Liebreich und sein Konzept entschieden

Nachdem der Vertrag nun unterzeichnet ist, kann dieser in die Verhandlungen mit Orchestern und Musikern einsteigen. Bei Null muss er nicht anfangen, schließlich hat sich der Gemeinderat bereits im Januar für ihn und sein Konzept ausgesprochen. Und das Budget bis 2020 festgesetzt. 330 000 Euro werden für 2018 in den Haushalt eingestellt. Sollte der Freistaat mit seinem Zuschuss nachziehen, bleibt es bei dieser Summe. Wenn nicht, wird sie für die Folgejahre auf jeweils 280 000 Euro reduziert. „Deshalb gab es schon Vorgespräche mit Künstlern“, sagt Wolf.

Auch die Erkundung der hiesigen Bergwelt unter dem Gesichtspunkt, was sich als Bühne anbietet, hat längst begonnen. Deshalb wusste Liebreich ja schon vor der Vertragsunterzeichnung, dass der Wank mit von der Partie ist. Doch damit nicht genug: „Ich muss jetzt viel wandern und alles kennenlernen“, sagt Liebreich und lacht. Sein Vorteil: Er ist mit dem Landkreis vertraut, von zahlreichen privaten Unternehmungen. Und er kennt die Konzertsäle von früheren Auftritten. Daher ist klar, dass der Festsaal Werdenfels in seinen Plänen eigentlich keine Rolle spielt. „Das ist eine akustische Sackgasse“, findet Liebreich. Das Eisstadion dagegen passt, wenn er auch Renovierungsbedarf sieht. Auf dem Schirm hat er zudem die Aula des Werdenfels-Gymnasiums – „ein schöner, klar strukturierter Raum“ – und das Passionstheater in Oberammergau.

Nicht zu vergessen die traumhafte Bergwelt an seiner künftigen Wirkungsstätte. Die will er nicht nur zur Konzertbühne machen, sondern auch mit Zuhörern und Musikern gemeinsam erklimmen. Erlebnisse, die das Festival einzigartig machen. Und Publikum und Künstlern Strauss’ Geist nahebringen.

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