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Er kann noch lachen - trotz aller Widrigkeiten: TV-Regisseur Thomas Strobl.

Vor der Vierschanzentournee

Unfall am Bahnübergang: Schaden in Millionenhöhe?

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Garmisch-Partenkirchen - Der Unfall am Bahnübergang des Olympia-Skistadions in Garmisch-Partenkirchen hat hohen Schaden verursacht: vor allem an den Geräten zur Fernsehübertragung.

Wer das Neujahrsspringen am Donnerstag im Fernsehen gesehen hat, dem dürfte gar nichts aufgefallen sein. „Nein“, meint Thomas Strobl, „die Zuschauer merken überhaupt nichts.“ Dann fügt der Regisseur mit einem Schmunzeln an: „Wir haben alles wegpoliert.“ So sagt er dazu. Hinter den Kulissen muss jedoch improvisiert werden, seit bei dem spektakulären Unfall am Bahnübergang beim Olympia-Skistadion Dienstagfrüh ein Teil der Ausrüstung beschädigt worden ist. Dabei ist ein immenser Sachschaden entstanden.

Bilder von der Unfallstelle

Bahnunfall an Olympiaschanze in Garmisch: Bilder

Ein hochrangiger Vertreter des italienischen Medienunternehmens Telerecord steht vor zwei großen Lastwagen an der Westseite der Arena. Links parkt der sogenannte Übertragungswagen, in dessen Heck unzählige Kabel verschwinden. Das war das erste Fahrzeug, das Dienstagfrüh den Bahnübergang an der Wildenauer Straße passiert hat. „Gott sei dank ist der Ü-Wagen heil geblieben“, betont Regisseur Strobl spürbar erleichtert. Daneben sollte der Rüstwagen für die 63. Internationale Vierschanzentournee platziert sein. Doch der ist auf den letzten Metern der Anfahrt schwer kollidiert.

Jetzt steht ein anderer Telerecord-Lkw an dieser Stelle: Er rollte kurzfristig aus Florenz an – an Bord alles an technischer Ausrüstung, das das italienische Unternehmen noch im Lager deponiert hatte. Die beiden Lkw zusammen, der Ü-Wagen und der eigentliche Rüstwagen, hätten einen Wert von fünf Millionen Euro, deutet der Firmen-Vertreter an. Wie hoch der Schaden an dem völlig zerstörten Fahrzeug und den Geräten ist, lässt er offen. Er dürfte wohl in die Millionen gehen.

Bilder von den Bergungsarbeiten

Vierschanzentournee: Zug rammt Laster mit TV-Kameras

Die Mitarbeiter sowie Helfer der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks (THW) haben am Dienstag die gesamte Ladung in ein Lager transportiert und sortiert: Was funktioniert, was nicht? Acht Kameras seien zu retten gewesen, schildert Strobl. Er und sein Team stellen bei der Vierschanzentournee den „World Feed“ her, also das Filmmaterial der Springen, auf das Sende-Anstalten und Anbieter auf der ganzen Welt zurückgreifen und das schätzungsweise rund hundert Millionen Menschen rund um den Globus sehen. Weitere 15 Kameras kamen mit dem Transport aus Florenz hinzu. Das macht 23 – geplant hatte der Regisseur an sich mit 25. „Bei der Qualifikation an Silvester lief's noch ein bisserl holprig, aber wir beim Fernsehen können improvisieren“, sagt er. „Und jeder zieht mit und ist voll motiviert.“ Deshalb läuft nun alles planmäßig – augenscheinlich.

Zerstört wurden bei dem Unfall auch die Geräte zur internen Kommunikation des Teams. „Da haben wir jetzt einen großen Aufwand“, sagt der Regisseur. Aber davon sehen die Zuschauer an Fernsehgeräten und Computern nichts.

Matthias Holzapfel

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