Längst kein Geheimtipp mehr - die Alpentherme Ehrenberg in Reutte. 2016 knackte das Bad erstmals die 200 000-Besucher-Marke.

Alpentherme Ehrenberg in Reutte seit fünf Jahren in Betrieb: Ein Bad, das boomt

Wohlfühl-Oase unter der Burg

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Wellness für Körper und Geist: Die Seele baumeln lassen, so richtig gut funktioniert dies in der Alpentherme Ehrenberg im Tiroler Außerfern.

Reutte – Sie sind die großen Sorgenkinder vieler Kommunen: Schwimmbäder in Bayern, ob mit oder ohne Saunabereich, sind Kostenfresser, und drücken immens auf die Gemeindefinanzen. So liegt zum Beispiel das Jahresminus beim Wellenberg in Oberammergau mit Abschreibung durchschnittlich bei einer Million Euro, ohne Abschreibung bei zirka 600 000 Euro. Dennoch gibt es derzeit im Landkreis massive Bestrebungen zur Schaffung neuer Bäder: In Mittenwald steht am 5. Februar sogar ein Bürgerentscheid an, und auch in Murnau fordert ein Förderverein ein Hallenbad, das vor allem dem Schulschwimmunterricht dienen soll.

2016 sogar Gewinn erwirtschaftet

Sebastian Heckelmiller ist Betriebsleiter der Alpentherme.

Wie ein Bad in Verbindung mit einer Saunalandschaft erfolgreich betrieben werden kann, dies demonstrieren – mal wieder – unsere Nachbarn in Tirol. Die Alpentherme Ehrenberg (benannt nach der Burg) in Reutte, vor fünf Jahren für 11,8 Millionen Euro gebaut, schrieb 2014 und 2015 jeweils eine „schwarze Null“ und erwirtschaftete vergangenes Jahr sogar erstmals einen Gewinn im knapp sechsstelligen Bereich.

Sebastian Heckelmiller, seit Juli 2013 Betriebsleiter der Therme und vorher in Diensten der Ammergauer Alpen, freut sich natürlich, „dass es derzeit ganz gut läuft“. Als Gründe für die gute Akzeptanz sieht er verschiedene Faktoren: „Wir haben eine kleine, aber sehr schöne Anlage. Qualität, Ambiente, Optik, das muss alles passen. Besonderen Wert legen wir auch auf Sauberkeit und Freundlichkeit beim Personal. Wir leben immer mehr von der Mund-zu-Mund-Propaganda.“ Die Gäste rekrutieren sich aus Einheimischen, Urlaubern und Bürgern der Region. Sie kommen aber auch bis aus dem Allgäu, aus Innsbruck, dem Pfaffenwinkel und dem Ammertal. Knapp über 200 000 Besucher zählte die Alpentherme in 2016 und knackte damit erstmals diese magische Marke. 181 000 waren es noch das Jahr zuvor. Die Zahlen gehen stetig nach oben.

Professionelles Management

Das Bad gehört der Marktgemeinde Reutte, geführt wird es von der Betriebsgesellschaft vivamar aus Neuried bei München, die zu 100 Prozent der Firma GMF gehört, die im deutschsprachigen Raum 18 Bäder unterhält. Professionelles Management, viel Erfahrung und Knowhow sind das Fundament für die positiven Zahlen. Ehrenberg umfasst eine Badewelt mit einem großen Hallenbecken und einem Kleinkinderbereich, ein Sole-Außenbecken mit großer Liegewiese, einen ausgedehnten Saunabereich mit sechs Saunen und Ruheräumen sowie ein Restaurant. Geschätzt wird von vielen Gästen vor allem die schöne Saunalandschaft: 71 000 schwitzten im vergangenen Jahr in den Kabinen.

Betriebsleiter Heckelmiller berichtet, „dass wir derzeit vor allem in der Sauna und im Restaurant extreme Engpässe haben“, sprich da gibt es zuwenig Sitzplätze. Auch mehr Ruheräume werden benötigt. Entsprechende Investitionen sind bereits in Planung. Parallel zur Besucherentwicklung seit 2012 hat sich auch der Umsatz der Alpentherme kontinuierlich erhöht – von anfänglichen 1,8 Millionen Euro auf inzwischen 3,2 Millionen Euro in 2016. Die aktuelle Summe setzt sich zusammen aus 850 000 Euro im Bad, knapp 1,4 Millionen Euro in der Sauna und über 800 000 Euro an Einnahmen aus der Gastronomie. Rund 50 Mitarbeiter in Teil- und Vollzeit kümmern sich darum, dass sich die Gäste wohlfühlen. Viele Besucher kommen immer wieder hierher. Heike B. schwärmt in Facebook: „Preis-Leistung und Aufgüsse top, Personal sehr nett. Absolut empfehlenswert.“ Und Thomas K. meint: „Die Therme ist unser zweites Zuhause geworden.“

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