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Will seine Geschäftsräume erweitern: Michael Greß, Inhaber von Alpine International am Hausberg.

Bauausschuss gibt neue Hausaufgaben auf

Alpine International: Keine Mehrheit für modernen Anbau

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Mit neuen Hausaufgaben hat der Bauausschuss Michael Greß und seinen Architekten Tobias Bogenrieder heimgeschickt. Für die geplante Erweiterung der Geschäftsräume der Eventagentur Alpine International am Hausberg fand sich nämlich keine Mehrheit.

Garmisch-Partenkirchen – Alles liegt im Rahmen, die Größenverhältnisse passen. Da kann der Bauausschuss gar nichts einwenden. Bestehenden Gewerbebetrieben am Hausberg billigt die Gemeinde „eine maßvolle Erweiterung“ zu. Das bedeutet: Um ein Drittel der Grundfläche des Bestands dürfen sie auf bis zu zwei nutzbare Ebenen vergrößern. „Und das auch ohne Bebauungsplan“, erklärte Bauamtsleiter Jörg Hahn. In genau diesen Grenzen bewegt sich Michael Greß, Inhaber von Alpine International. Das Ganze plant er, um endlich in zeitgemäßen Büroräumen zu arbeiten. Der Bestand, das frühere Haus der Skischule Garmisch-Partenkirchen, die vor zehn Jahren in ihren Neubau neben der Hausberg-Talstation gezogen ist, soll künftig vor allem als Lagerfläche dienen. Um all das Material und die Technik unterzubringen, die er für die Veranstaltungen, Messestände und mehr benötigt, reicht Greß der vorhandene Platz schon lange nicht mehr. Und so wurde die Idee eines Anbaus geboren – „in der Größe einer Doppelgarage“, wie der Firmenchef mit Nachdruck betonte.

Dagegen hat niemand etwas, auch die Mitglieder des Bauausschusses nicht. An der Ausführung scheiden sich allerdings die Geister, was eine lebhafte Diskussion zeigte. Die Vorstellung, das Ganze sehr modern mit einem Flachdach zu realisieren und so den Kontrast zwischen Alt und Neu zu betonen, stieß auf wenig Gegenliebe. Die Probe-Abstimmung zeigte: Mit 7:3-Stimmen würden Greß und sein Architekt Tobias Bogenrieder dafür eine deutliche Ablehnung kassieren.

Bürgermeisterin bedauert Ablehnung

Ein moderner Anbau für die Büroräume soll an das bestehende Gebäude integriert werden.

Zum Bedauern von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), der die klare Formensprache durchaus gefiel. So ging’s auch Ursula Höger (SPD), die nur einwandte, „dass da draußen die gestalterische Ordnung fehlt“. Das soll sich freilich ändern, die Bestrebungen, einen Bebauungsplan für das Areal zwischen Bahnlinie und Hausberg aufzustellen, laufen. Davon sind aber Greß und seine Pläne nicht tangiert, bewegt er sich doch im erlaubten Rahmen. Nachdem „das Gebiet von der High-Tech-Bergbahn und Blechlawinen dominiert wird“, konnte Höger die Bedenken ihrer Ausschusskollegen nicht nachvollziehen. „Was spricht gegen ein Flachdach?“, warf sie in den Raum. Zumal dieses auch in anderen Bereichen zu finden ist. Beispielsweise im Sport-Quartier am Skistadion. Högers Schlussfolgerung für das Gelände rund um die Hausberg-Talstation: „Wahrscheinlich ist’s sogar schöner als ein Satteldach.“

Nachdem aber genau darauf die Mehrheit des Ausschusses bestand, war guter Rat teuer. Was Greß und sein Architekt jetzt vorgelegt hatten, war schließlich nach Rücksprache mit dem Bauamt entstanden. Herausgekommen sei „eine bessere Hutschachtel“, kritisierte Andreas Grasegger (Bayernpartei). Weniger drastisch, aber ähnlich ablehnend beurteilte die Mehrheit der Kommunalpolitiker das Modell, das auf dem Tisch stand. Nachdem klar war, dass dieses nicht durchgehen würde, fragte Meierhofer die Runde nach Alternativvorschlägen. „Nur Nein sagen, geht einfach nicht“, untermauerte sie. „Was wir hier sehen, ist mit Sicherheit die filigranere Variante“, warb sie noch einmal für den Würfel. Und regte an, die Gebäude teile doch nur im Erdgeschoss zu verbinden und den Aufbau auf dem Flachdach ganz zu vergessen. Die Idee, die Alois Maderspacher (CSU) vorbrachte, den Bestand abzureißen und gleich etwas Neues zu bauen, entpuppte sich schnell als nicht realisierbar. „Dafür brauchen wir einen Bebauungsplan“, betonte Hahn.

Somit wurden Greß und sein Architekt mit neuen Hausaufgaben vertröstet. Zum einen soll der Planer eine Option mit Satteldach ausarbeiten, zum anderen überlegen, inwieweit Meierhofers Anregung verwirklicht werden kann. Ein Ergebnis, das beide akzeptierten. Wenn auch mit großem Bedauern. „Schade“, meinte Greß. Ihn hat der Vorschlag seines Architekten nämlich restlos überzeugt. „Aber wir überlegen jetzt neu“, versicherte er. Dabei fürchtet er jedoch, dass eine Erweiterung mit Satteldach „möglicherweise viel wuchtiger wirken könnte“.

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