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Einer animiert, alle machen mit: DJ El Mar sprüht vor Begeisterung und steckt das Publikum an. 

Alpiner Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen: Dritter Luitz sagt „Danke“

Gänsehautmomente an der Kandahar

Fernsehbilder von Sonne, Sport und Stimmung: Die 64. Kandahar-Rennen von Garmisch-Partenkirchen brachten dem Ort „Millionenwerbung“. Das betont Peter Fischer mehrmals. „Wir haben ein Skifestival erlebt“, sagt der Cheforganisator. Tatsächlich war dieses Weltcup-Wochenende ein besonderes. Es fühlte sich anders an.

Garmisch-Partenkirchen – Das ist Garmisch-Partenkirchen? Ernsthaft? Man möchte meinen, einen Peter Fischer kann nach 18 Jahren als Chef des Organisationskomitees nichts mehr überraschen. Aber diese beiden Tage, die haben es geschafft. Im positivsten Sinn. Denn die Begeisterung, die er beim 64. Kandahar-Rennen am Wochenende im Zielbereich erlebt hat, die kannte er – die Ski-Weltmeisterschaften einmal ausgenommen – in dieser Form nicht. Und damit war er nicht allein. Jeder, der Garmisch-Partenkirchens Weltcuprennen kennt, hat etwas gespürt, was so nicht immer zu spüren war: Gänsehautmomente.

Etwa 8000 Zuschauer, schätzt Fischer, haben am Samstag die Abfahrer, ebenso viele am Sonntag die Riesenslalomspezialisten angefeuert, sie jubelnd im Ziel empfangen, für sie ihre Fahnen geschwenkt, sich von DJ El Mar zu La-Ola-Wellen motivieren lassen. Und die Athleten zu Hochstleistung getrieben.

„Was sagst Du zur Stimmung?“, wollte eine Sprecherin von Stefan Luitz kurz vor der Siegerehrung wissen. Der Allgäuer, der hinter Marcel Hirscher und Matts Olsson überraschend Dritter geworden war, streckte seine Ski in die Höhe und rief: „Danke, Garmisch!“ Die beste Antwort, die er geben konnte.

Alpindirektor Wolfgang Maier erlebte ein  „supergeilen Wochenende“

Danke für alles – das hörte Fischer am Sonntag öfter. Etwa von Wolfgang Maier, Alpindirektor im Deutschen Skiverband, der ein „supergeilen Wochenende“ erlebt hatte. Oder von Andre Siems, der als Stadionsprecher „brutal viel Spaß“ hatte. „Das hier war Schladming light.“

Schladming light, eine kleine Version also des Nachtslalomspektakels in Österreich mit 50 000 Zuschauern. Ein Kompliment? Fischer nickt. Auf jeden Fall. Denn Aussagen wie diese bestätigen ihm: Er und sein Team sind auf dem richtigen Weg. Ein „Schladming pur“ wollen sie ja gar nicht sein. Auch kein Kitzbühel, nachdem der Vergleich mit der Streif ja immer wieder gerne bemüht wird. Nur ein noch besseres Garmisch-Partenkirchen. Das bedeutet: Sport und Entertainment. Um dem Publikum mehr zu bieten, sich selbst aber treu zu bleiben.

Das Stimmungstrio mit DJ Tonic, DJ El Mar und Andre Siems, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal zu Einsatz kam, sieht Fischer hier als einen wichtigen Pfeiler. „Die drei sind großartig.“ Man spüre deren Begeisterung – und das Publikum ließ sich anstecken.

Stimmungshütte wurde „super angenommen“

In diesem Jahr hatte das Organisationskomitee zudem in eine Stimmungshütte mit DJ Jürgen Kaul von Bayern 1 investiert, in der die Zuschauer auch nach den Rennen am Fuß der Kandahar feierten. „Das wurde super angenommen“, sagt Fischer. Ein zweiter wichtiger Entertainment-Pfeiler. Weitere sollen kommen.

Die Rennen 2017 sind noch nicht vorbei, da plant der Chef-Organisator schon jene für 2018. Sein Abschiedsjahr. „Definitiv, dabei bleibt’s“, sagt Fischer ganz nebenbei. Nebenbei, weil der nahende Ruhestand keine Rolle spielt für ihn. Die Rennen 2018 wird er mit der gleichen Akribie – manche sagen Pedanterie dazu – organisieren wie all die Weltcups davor. Nach seinen beiden Grundsätzen. Erstens: Zu verbessern gibt es immer etwas. Zweitens: Stillstand ist Rückschritt.

Idee für 2018: Ein Familienzelt

Einige Ideen hat er natürlich schon, eine verrät er: ein Familienzelt, in dem Kinder betreut werden, während Eltern das Rennen beobachten. Ob es nun umgesetzt wird oder nicht, zeigt dieses Angebot, was Fischer mit Entertainment meint: nicht einfach Après Party, sondern ein Service- und Unterhaltungs-Gesamtpaket, das zu Garmisch-Partenkirchen passt. Da dürfte ihm Peter Obernauers Urteil gefallen. 25 Jahre lang arbeitete er als Renndirektor auf der Streif. Er weiß, was Spektakel und Party bedeuten. Was also schätzt einer wie er am Kandahar-Rennen? „Ich genieße die familiäre Atmosphäre.“

Genuss – ein gutes Stichwort. Den wollte sich Felix Neureuther zu Hause nicht nehmen lassen. Mit lädiertem Knie kämpfte sich der Garmisch-Partenkkirchner auf den sechsten Platz. Jedes andere Rennen, sagte er, hätte er ausgelassen. „Aber nicht Garmisch.“ Das Publikum dankte es ihm: mit Jubel, Applaus, La-Ola-Welle. Ja, das war Garmisch-Partenkirchen, wie es sein soll. 

Hinter den Kulissen: Bilder vom Weltcup-Sonntag

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